TU Darmstadt – Kurz gemeldet

TU Darmstadt tritt der Coalition for Advancing Research Assessment bei

30. November 2022

Die TU Darmstadt hat das Agreement on Reforming Research Assessment (wird in neuem Tab geöffnet) unterzeichnet und ist damit CoARA-Mitglied geworden. Die Reform zielt im Kern darauf, die Vielfalt von Forschungsbeiträgen und Forschungskarrieren anzuerkennen und Forschung in erster Linie qualitativ zu evaluieren, indem quantitative Indikatoren verantwortungsvoll herangezogen werden. Weiterer zentrale Punkt ist der Verzicht auf die unangemessene Verwendung von Metriken, die auf Zeitschriften und Veröffentlichungen basieren. Außerdem soll darauf verzichtet werden, Rankings bei der Forschungsbewertung zu verwenden.

In der Umsetzung entscheidet jeder Unterzeichner für sich, welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Ziel ist es, in einem Zeitraum von fünf Jahren Meilensteine zu definieren und erste Projekte anzustoßen.

Neben der TU Darmstadt haben bereits über 360 weitere Organisationen das Agreement unterzeichnet, darunter über 250 Hochschulen. Zu den CoARA-Mitgliedern gehören auch die DFG und die Leibniz-Gemeinschaft sowie die Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU), die TU Braunschweig und die Unite!-Partner in Aalto, Barcelona, Grenoble und Turin. Anke Watenphul

Forschung mit TU-Beteiligung leistet Beitrag zur Klärung des „Biodiversitäts-Paradoxons“

29. November 2022

Wie kann es sein, dass global die Artenvielfalt in großem Tempo schwindet, sich aber auf lokaler Ebene die Zahl der Arten über viele Jahre hinweg oft kaum verändert? Dieses „Biodiversitäts-Paradoxon“ wurde für Pflanzen untersucht unter Federführung der Universität Halle-Wittenberg mit Beteiligung der TU Darmstadt (Prof. Angelika Schwabe-Kratochwil, Dr. Christian Storm) und im Fachjournal „Nature“ publiziert.

„Für solche Fragestellungen ist es wichtig, dass man über Langzeitdatensätze verfügt, die nicht nur das Vorkommen, sondern die Mengenanteile der Arten erfassen“, betont Vegetationsökologe Storm vom Fachgebiet Chemische Pflanzenökologie am Fachbereich Biologie der TU. Solche Daten wurden mit Drittmitteln unter anderem auf dem TU-Gelände des August-Euler-Flugplatzes erhoben. Bei den insgesamt 1.794 untersuchten Pflanzenarten zeigte sich, dass es 41 Prozent mehr Verlierer gab als Gewinner.

Berechnet wurde auch der Gini-Koeffizient, mit dem in der Ökonomie Vermögensverteilungen analysiert werden: Wenige Reiche werden immer reicher, viele Arme immer ärmer. Ähnliche Trends gibt es in Deutschlands Pflanzenwelt – das trägt zum genannten Paradoxon bei. „Dies kann ein frühes Warnzeichen für den langfristigen Verlust an biologischer Vielfalt sein“, erklärt Storm. „Das Auftauchen weniger Gewinner, also von Allerweltsarten wie Brennnessel oder Roteiche, kann den Verlust der vielen Spezialisten, die im Netzwerk wichtige ökologische Funktionen erfüllen, nicht kompensieren.“ FB Biologie/mih

Biokraftstoffe aus organischen Abfällen: EU fördert Projekt mit TU-Beteiligung

29. November 2022

Die Europäische Union finanziert im Rahmen des Programms „Horizon Europe“ ein neues Forschungsprojekt unter Beteiligung der TU Darmstadt mit 4,9 Millionen Euro. Ziel des Vorhabens CARBIOW (Carbon Negative Biofuels from Organic Waste) ist die Entwicklung eines effizienten und skalierbaren Verfahrens zur Herstellung von Biokraftstoffen durch die Umwandlung des organischen Teils fester Siedlungsabfälle und anderer schwer verwertbarer fester organischer Abfälle. Die Kraftstoffe könnten unter anderem in der Schiff- und Luftfahrtindustrie eingesetzt werden.

Das Institut für Energiesysteme und Energietechnik (EST) der TU Darmstadt untersucht innerhalb des Projektes die Vergasung des neuen Einsatzstoffes sowie die Gasaufbereitung im Pilotmaßstab. Dabei wird der neuartiger Prozess der zirkulierenden Wirbelschichtvergasung mit reinem Sauerstoff eingesetzt. Hinter dem auf 42 Monate angelegten Projekts steht ein Konsortium aus zwölf Partnern aus acht europäischen Staaten. Die Leitung liegt bei der spanischen Forschungseinrichtung Fundación Tecnalia Research & Innovation. Siodlaczek/mih

TU-Ausgründung Ceres erstes Start-up von neuem Accelerator „ryon“

28. November 2022

Die TU-Ausgründung Ceres ist das erste Start-up des neuen GreenTech Accelerators „ryon“ in Gernsheim. Eine am Montag dort eröffnete Werkhalle soll einmal die neue Produktionshalle des Start-ups werden. Derzeit produzieren die drei jungen Gründer noch im heimischen Keller. Ceres stellt nachhaltiges Verpackungsmaterial aus Stroh her. Damit soll umweltschädlicher Verpackungsmüll vermieden werden, und der Paketversand soll ökologischer gestaltet werden. Die Ausgründung hat bereits mehrere Wettbewerbe gewonnen, darunter zuletzt den Hessischen Gründerpreis des Wirtschaftsministeriums.

Das Land Hessen und das Unternehmen Merck eröffneten „ryon“ – einen Beschleuniger für junge, auf Klima- und Umweltschutztechnologien ausgerichtete Unternehmen – heute auf dem Gelände des GreenTech Parks FLUXUM Gernsheim, bei dem die TU Darmstadt Gesellschafterin ist. Der Accelerator soll Start-ups zur industriellen Reife führen. Zugleich soll er als Ausgangspunkt für ein GreenTech Innovationscluster dienen, das Hochschulen, etablierte Unternehmen, Start-ups, Finanzierungspartner und öffentliche Stellen vernetzt. Das Land Hessen fördert den Aufbau des Clusters mit rund 510.000 Euro. HMWEVW/mih

TU-Doktorand erhält Förderung für interdisziplinäre Forschung

Lukas Kluy erforscht, wie wie der menschliche Körper beschwerdefrei medizinische Implantate annehmen kann.

28. November 2022

Der TU-Maschinenbau-Doktorand Lukas Kluy wird mit einem Add-on-Fellowship for Interdisciplinary Life Science der Joachim Herz Stiftung gefördert. Lukas Kluy bearbeitet am Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) ein fachübergreifendes Projekt an der Schnittstelle zu Ingenieurswissenschaft, Medizin und Biologie. Ziel ist es, nanostrukturierte Titanlegierungen für die nächste Generation medizinischer Implantate nutzbar zu machen. Mit den Add-on-Fellowships unterstützt die Joachim Herz Stiftung die interdisziplinäre Forschung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler über einen Zeitraum von zwei Jahren mit bis zu 12.500 Euro.

„Pro Jahr werden rund eine Million Dentalimplantate eingesetzt“, erklärt Kluy. „Mit konventionellen Implantaten allerdings gehen bisher ungelöste Probleme wie Knochenrückgang, Implantat-Brüche, Lockerungen und infektiöse Bakterienbesiedlung einher.“ Um das zu ändern, forscht der Doktorand dazu, wie der menschliche Körper beschwerdefrei körperfremde Dental- und Hüftimplantate annehmen kann. Dies soll durch das Anwachsen von körpereigenen Knochenzellen an der Schnittstelle von körperfremdem Material zu körpereigenem Gewebe gelingen.

Probleme dieser Art könne keine Disziplin allein lösen, sagt Kluy. Deshalb sei der Blick über den Tellerrand unumgänglich: „Herausforderungen aus der Medizin mit den Möglichkeiten des Maschinenbaus zu verknüpfen, wird einen nachhaltigen gesellschaftlichen Mehrwert generieren.“ Daher arbeitet sich der Maschinenbauer auch in die Themenfelder Orthopädie, Infektionsbiologie und Mikrobiologie ein – mit dem Ziel, ein Projekt mit gesellschaftlicher Bedeutung umzusetzen. PtU/mih

Christoph-Schmelzer-Preis für zwei junge TU-Forscher

25. November 2022

Zwei junge Forscher der TU Darmstadt sind mit dem Christoph-Schmelzer-Preis für herausragende Master- und Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Tumortherapie mit Ionenstrahlen ausgezeichnet worden. Dr. Timo Steinsberger erhielt den Preis für seine Dissertation und Christopher Cortes Garcia für seine Masterarbeit. Beide nahmen die Auszeichnungen gestern bei einer Festveranstaltung auf dem GSI-/FAIR-Campus in Darmstadt entgegen. Der Christoph-Schmelzer-Preis wird jährlich vom Verein zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen vergeben und ist mit je 1.500 Euro für Dissertationen und je 750 Euro für Masterarbeiten dotiert.

Steinsberger entwickelte für seine Arbeit mit dem Thema „Development and experimental validation of adaptive conformal particle therapy“ Methoden, um die Bewegung eines Tumors während der Bestrahlung zu kompensieren. Cortes Garcia entwarf in seiner Masterarbeit mit dem Titel “Investigation of RF-signals for the slow extraction at HIT’s medical synchrotron” ein Verfahren, um die Bestrahlungszeit deutlich zu verkürzen und gleichzeitig die Bestrahlungsgenauigkeit zu verbessern.

Die nach Professor Christoph Schmelzer, dem Mitbegründer und ersten Wissenschaftlichen Geschäftsführer von GSI, benannte Auszeichnung wurde in diesem Jahr zum 24. Mal vergeben. Die Themen der ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten sind von grundlegender Bedeutung für die Weiterentwicklung der Ionenstrahltherapie, da ihre Ergebnisse oft Einzug in die klinische Anwendung finden. GSI/mih

Magnotherm ist Startup of the Year 2022

Bei der Preisverleihung: Timur Sirman (2.v.l.) und Maximilian Fries (3.v.l.).

18. November 2022

Das Gründerteam von Magnotherm um Timur Sirman und Dr. Maximilian Fries hat sich in einem fünf Minuten Pitch beim dfv Euro Finance Group GmbH Tech Day überzeugend präsentiert. Dafür wurde Magnotherm, ein Start-up der TU Darmstadt, in dieser Woche von Frankfurt Forward zum „Startup oft he Year 2022“ gekürt.

Magnotherm entwickelt mittels des magnetokalorischen Effekts Kühl- und Wärmesysteme, die vierzig Prozent effizienter sind und bei der Herstellung ohne schädliche Materialien auskommen. Mit dieser Idee ließen sie die ebenfalls führenden Innovator:innen der Region PipePredict, Lithium Designers GmbH, beide stammen ebenfalls von der TU Darmstadt, sowie raumvonwert GmbH, Kitabuli GmbH und WePlan Software hinter sich. Magnotherm nahm als Gewinner ein exklusives Netzwerkpaket samt Frankfurt Forward Bembel mit nach Hause.

Der Award „Startup of the Year” wird von Frankfurt Forwards vergeben. Dafür scoutet eine Jury die besten B2B-Start-Ups eines Jahres. Die sechs besten präsentieren sich dann auf der Bühne. Die Bewerbungsphase für das „Startup oft he Year 2023“ hat soeben begonnen. Unter dem Motto „The Stage is Yours“ können sich Gründer:innen und Start-Ups hierfür bewerben.

Claudia Becker

Vera Krewald erhält Dozentenpreis des Fonds der Chemischen Industrie (FCI)

Professorin Vera Krewald

17. November 2022

Besonders herausragenden Nachwuchsforschenden verleiht der Fonds der Chemischen Industrie (FCI) den „Dozentenpreis". Dieser kann nicht beantragt werden – man muss dafür vorgeschlagen werden. Vorschlagberechtigt sind ehemalige Dozentenstipendiaten, -stipendiatinnen, Dozentenpreisträger und -preisträgerinnen, Mitglieder des Fonds-Kuratoriums sowie die Sprecherinnen und Sprecher der Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der Dozentenpreis wurde am Mittwoch (16.11.) an TU-Professorin Vera Krewald vergeben. In ihrer Forschung nutzt Krewald moderne Methoden der Quantenchemie, um die Eigenschaften und Reaktivitäten von Molekülen und Komplexen zu verstehen und auf bestimmte Zieleigenschaften zu optimieren. Forschungsschwerpunkte liegen auf der quantenchemischen Untersuchung anorganischer Katalysatoren und Komplexe, insbesondere zur photochemischen Stickstoffaktivierung und elektrochemischen Sauerstoffreduktion, wie auch der Entwicklung von Verfahren zur Analyse der Elektronenstrukturen.

Vera Krewald folgte 2018 dem Ruf auf eine W2-tt-Professur an die Technische Universität Darmstadt. Am Fachbereich Chemie leitet sie die Arbeitsgruppe Krewald: Theoretische Chemie.

FCI/pg

Medienschau: Sprit aus Stroh

17. November 2022

Wie lassen sich flüssige Kraftstoffe aus biogenen Reststoffen wie zum Beispiel Stroh gewinnen? Daran forscht das Institut für Energiesysteme und Energietechnik (EST) der TU. Der Fernsehsender Servus TV hat in einem Beitrag in der Sendung „P.M. Wissen“ ein Verfahren ausführlich vorgestellt, das Professor Bernd Epple und sein Team entwickeln. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen: Sprit aus Stroh ist eine saubere Alternative zu Kraftstoffen aus fossilen Rohstoffen wie zum Beispiel Benzin oder Diesel, lässt sich fast ohne zusätzliche Energiezufuhr erzeugen und ist für alle Verbrennungsmotoren geeignet. Derzeit arbeiten die Forschenden an der TU daran, das Verfahren marktreif zu machen – als Beitrag zu einer sauberen Lösung der Energieprobleme. sip

TU-Projekte beim Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet

16. November 2022

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat zum siebten Mal den Deutschen Mobilitätspreis (wird in neuem Tab geöffnet) verliehen. In der Kategorie „Daten und Innovation“ wurden die Projekte „OPENER next“ mit dem ersten sowie „MOTIS“ mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. An beiden Projekten sind Forschende der TU Darmstadt vom Fachgebiet Algorithmik (Fachbereich Informatik) beteiligt.

Beim von der TU Chemnitz koordinierten Projekt „OPENER next“ werden Daten erfasst und ermittelt, um auf lange Sicht einen barrierefreien öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu ermöglichen. Mit einer App („OpenStop“) können Bürgerinnen und Bürger die Barrieren an Haltestellen erfassen und aktuell halten. Mit Hilfe der Daten sollen dann die Routenauskünfte im ÖPNV verbessert werden.

„MOTIS“ ist eine intermodale Verbindungssuche, die Tür-zu-Tür-Verbindungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Verkehrsmittel berechnet. Hierfür entwerfen die TU-Forschenden Algorithmen, die profilbasiert auch Verbindungen für mobilitätseingeschränkte Menschen berechnen können.

Der Deutsche Mobilitätspreis (DMP) zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen im Bereich Digitales und Mobilität in Deutschland und prämiert seit 2016 jährlich Projekte in neun Kategorien, die die Potenziale der Digitalisierung für eine zukunftsfähige Mobilität nutzen. DMP/Gündling/cst

TU-Team an Entwicklung von Berechnungsverfahren für Treibhausgas-Emissionen beteiligt

16. November 2022

Forschende der TU Darmstadt haben ein vereinfachtes Berechnungsverfahren für Treibhausgas-Emissionen mitentwickelt. Die Methode ermöglicht Aussagen darüber, welche Maßnahmen in der industriellen Produktion den meisten Ausstoß der schädlichen Gase sparen und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dies kann relevant sein für innerbetriebliche Entscheidungen oder für die Bewilligung von Fördermitteln.

Das neue Verfahren bietet im Vergleich zu bisherigen Prozessen eine vereinfachte Herangehensweise, um Emissionseinsparungen nach standardisierten Methoden zu ermitteln und vergleichbar zu machen. Dabei werden in einem Excel-basierten Tool hauptsächlich Daten zur Änderung im Material- und Energieeinsatz abgefragt, die sich aus einer geplanten Materialeffizienz-Maßnahme ergeben, und mit standardisierten Emissionsfaktoren kombiniert. Vergleichbar werden die Spareffekte durch eine Umrechnung der Einsparungen in CO2-Äquivalente.

Entwickelt hat die Methode ein Konsortium aus Wissenschaft und Beratung im Rahmen des Projektes „Entwicklung einer standardisierten Vorgehensweise zur Ermittlung der eingesparten Treibhausgasemissionen aus Maßnahmen zur Materialeffizienz“ (ESTEM). Beteiligt waren neben dem Fachgebiet Stoffstrommanagement und Ressourcenwirtschaft am Institut IWAR der TU Darmstadt drei weitere Partner. Die Federführung lag an der Hochschule Pforzheim. VDI/mih

Professor Schwenk erneut unter den einflussreichsten Forschenden weltweit

16. November 2022

TU-Professor Achim Schwenk gehört erneut zu den meistzitierten Forschenden des Jahres. Das Informations- und Technologieunternehmen Clarivate Analytics führt den Kernphysiker für 2022 das zweite Jahr in Folge in der Liste der „Highly Cited Researchers“ auf. In das jährlich veröffentlichte Ranking werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgenommen, die in einem bestimmten Forschungsfeld zum obersten Prozent der am häufigsten Zitierten gehört. Im Jahr 2022 erhielten weniger als 7.000 Forschende (etwa 0,1 Prozent aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit) in 21 Forschungsbereichen die exklusive Auszeichnung.

Schwenk ist seit 2009 Professor an der TU Darmstadt. Am Institut für Kernphysik erforscht er unter anderem die Starke Wechselwirkung im Universum, die verantwortlich ist für das Zusammenhalten von Neutronen und Protonen im Atomkern und für das Verständnis der dichtesten beobachtbaren Materie im Inneren von Neutronensternen. Clarivate/mih

TU-Kooperationsuniversität VGU in Vietnam eröffnet neuen Campus

11. November 2022

Die Vietnamesisch-Deutsche Universität (Vietnamese-German-University, VGU), mit der die TU Darmstadt seit Jahren eng zusammenarbeitet, hat heute offiziell ihren neuen Campus eingeweiht. Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn eröffnete das neue Universitätsgelände nordöstlich von Ho-Chi-Minh-City gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierung der Volksrepublik Vietnam und Mitgliedern des Universitätsrates der VGU. Es bietet Platz für bis zu 5.000 Studierende und verfügt über moderne Labore, eine große Bibliothek und Wohnungen für Gastdozierende.

Auf dem neuen Campus in Ben Cat in der Provinz Binh Duong lernen seit Beginn des laufenden Semesters Anfang September die derzeit gut 2.400 Studierenden der VGU in den neuen Gebäuden. Dorn betonte: „Wer sich an der VGU bildet, erwirbt viel mehr als reine Fachkompetenzen. Studierende begegnen hier Menschen aus verschiedenen Kultur- und Sprachräumen, sie lernen miteinander und voneinander.“

Die 2008 auf gemeinsame Initiative von Vietnam und Hessen gegründete VGU ist die erste staatliche vietnamesische Universität mit einem internationalen Partner, die weitgehende Autonomie nach dem Vorbild der TU Darmstadt genießt. Ein Beispiel für die hessisch-vietnamesische Zusammenarbeit an der VGU ist der Masterstudiengang „Water Technology, Water Reuse and Water Management“, den die VGU seit 2020 in Kooperation mit der TU Darmstadt anbietet. HMWK/mih

Förderung von hessian.AI Service Center gestartet

10. November 2022

Anfang November ist die Förderung von vier KI-Servicezentren durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gestartet. Zentrale Aufgabe der Zentren: Sie sollen die KI-Forschung in Deutschland weiter vorantreiben und den Transfer in die Praxis fördern. Unter den vier Servicezentren befindet sich auch das „hessian.AI Service Center“ am hochschulübergreifenden Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz „hessian.AI“ mit Hauptsitz an der TU Darmstadt.

Mit der Förderung der Servicezentren wird das deutsche KI-Ökosystem um einen wichtigen Baustein erweitert. Künftig sollen die Zentren den Zugang zu Recheninfrastruktur und KI-Expertise erleichtern und durch niederschwellige Angebote den Transfer von KI in die Breite befördern. Damit stellen sie eine Brücke von der KI-Forschung in die Anwendung dar und tragen zur technologischen Souveränität Deutschlands bei. Gleichzeitig soll mit den Servicezentren „KI Made in Germany“ fest etabliert und eine Marke mit internationaler Strahlkraft geprägt werden.

Im Fokus des „hessian.AI Service Centers“ steht die sogenannte Dritte Welle der KI. Diese verfügt über menschenähnliche Denk- und Kommunikationsfähigkeiten und kann sich flexibel an neue Situationen anpassen. Dies bietet vielfältige Möglichkeiten für neue Produkte, Anwendungen und Geschäftsmodelle und stellt ein hochkomplexes Forschungsgebiet dar.

Das Darmstädter KI-Servicezentrum verfolgt das Ziel, durch den langfristigen Betrieb von KI-Recheninfrastrukturen und darauf aufbauender Services das europäische KI-Ökosystem zu stärken. Es soll einen Beitrag leisten, Ergebnisse aus der Spitzenforschung von heute in Services und Produkte von morgen zu überführen. Ein zentraler Antrieb ist auch, KI so weiterzuentwickeln, dass robuste, sichere und effiziente KI-Systeme von einem breiteren Nutzerkreis entwickelt werden können und nicht mehr nur Spezialisten vorbehalten sind.

BMBF/hessian.AI/pb

Krisenfest durch dunkle Zeiten

9. November 2022

Die Energiekrise oder gar Sabotage können zur Gefahr für die kritischen Infrastrukturen in Deutschland werden. Zu den vulnerablen Infrastrukturen gehört auch das Stromnetz. Ein mögliches Krisenszenario ist ein langanhaltender großflächiger Stromausfall, ein Blackout, bei dem große Teile des Landes nicht mehr mit Strom versorgt werden können. Mit fatalen Auswirkungen schon nach kurzer Zeit: Nicht nur Kühlschrank und Fahrstuhl fallen aus, der Geldautomat gibt kein Geld mehr her und die Zapfsäule keinen Treibstoff. Dauert der Stromausfall länger an, wird es ernst: Das Kommunikationsnetz bricht zusammen, der Verkehr kommt zum Erliegen, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung haben massive Probleme und Krankenhäusern geht der Notstrom aus.

Kommt es zu einem langanhaltenden Blackout, dann sind nur wenige Städte gut vorbereitet. An der Technischen Universität Darmstadt wurden im Rahmen des Exzellenzzentrums LOEWE emergenCITY die Maßnahmen der lokalen Katastrophenschutzämter deutscher kreisfreier Großstädte auf das Szenario hin untersucht. Es zeigt sich, dass sich die meisten Katastrophenschutzämter zwar mit dem Szenario auseinandersetzen, den wichtigen regelmäßigen Austausch mit der Bevölkerung jedoch vernachlässigen. In nur einem Drittel der Städte gibt es einen regelmäßigen Austausch mit Betreibern von Kritischen Infrastrukturen in der Stadt und nur 13 Prozent der Städte hat einen Plan zum Einbezug der Zivilgesellschaft in die Bewältigung der Krise.

Empfehlungen für eine bessere Vorbereitung auf einen Blackout finden sich in der Publikation „Krisenfest durch dunkle Zeiten – Wie resilient sind deutsche Großstädte gegenüber Stromausfällen?“ (wird in neuem Tab geöffnet) von Professorin Michèle Knodt und Dr. Alice Knauf von emergenCITY. emergenCITY

Jakob-Wilhelm-Mengler-Preise vergeben

9. November 2022

Elf Studierende des Fachbereichs Architektur der TU sind kürzlich mit dem diesjährigen Jakob-Wilhelm-Mengler-Preis geehrt worden. Erstmals wurden sieben gleichwertige Auszeichnungen vergeben, teils für Einzel-, teils für Gruppenarbeiten.

In ihren Entwürfen deckten die Studierenden eine große Bandbreite an Bauwerken und stadt- und raumplanerischen Impulsen ab. Der Entwurf für eine Spielstätte auf dem Tempelhofer Feld wurde ebenso vorgestellt wie ein Entwurf für ein Forschungsinstitut in ländlicher Küstenlandschaft, für einen Lernraum in einer ehemaligen Maschinenhalle oder für den Neubau eines Regionalparlamentsgebäudes. Weitere ausgezeichnete Arbeiten beschäftigten sich mit der im Wandel befindlichen Taunus-Gemeinde Brechen, dem Thema Lebensmittelsicherheit und Flächenverbrauch der industriellen Landwirtschaft der Zukunft und der Entwicklung der Frankfurter Nordweststadt.

Der nach dem bekannten Darmstädter Bauunternehmer Jakob Wilhelm Mengler benannte Preis wird seit 1994 jährlich an Studierende des Fachbereichs Architektur vergeben. Prämiert werden Arbeiten, die sich durch ihre Anwendungsorientiertheit, die Durchgängigkeit der Lösung bis ins letzte Detail und ein eigenes Profil in besonderem Maße auszeichnen. Die Preisverleihung fand Anfang November im Rahmen der „Sichten“-Ausstellung statt. sip

Unterstützung bei der Entwicklung sauberer Flugzeugtriebwerke

4. November 2022

Forschende der TU Darmstadt haben gemeinsam mit sechs internationalen Partnern vom 1. November 2018 bis zum 31. Oktober 2022 im Projekt ESTiMatE (Emissions SooT ModEl) geforscht und dieses nun erfolgreich beendet. Das von Barcelona Supercomputing Center-Centro Nacional de Supercomputación (BSC-CNS) koordinierte Forschungsprojekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung sauberer Flugzeugtriebwerke, indem es die grundlegenden Prozesse bei der Rußbildung besser versteht und Vorhersagemodelle für virtuelle Tests und die Konstruktion von Flugzeugtriebwerken entwickelt.

Die Luftfahrtindustrie ist ein Großverbraucher fossiler Brennstoffe und benötigt derzeit Hunderte von Milliarden Litern Treibstoff pro Jahr. Effizientere Flugzeugtriebwerke können nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und die negativen Auswirkungen der Emissionen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit mindern. Das Verständnis und die Vorhersage des Prozesses der Schadstoffbildung aus Flugzeugtriebwerken ist ein wichtiger Aspekt bei der Verringerung von Flugzeugemissionen und trägt dazu bei, dass die Europäische Union ihre klimaneutralen Ziele für 2050 erreicht. ESTiMatE entwickelte einen integrierten Ansatz, bei dem fortschrittliche Experimente und Computersimulationen eingesetzt wurden, um die Bildung und das Wachstum von Rußpartikeln vorherzusagen.

Das ESTiMatE-Projekt besteht aus sieben europäischen Institutionen: dem Barcelona Supercomputing Centre (BSC), der Technischen Universität Berlin (TUB), der Universitat Politècnica de València (UPV), der Technischen Universität Eindhoven (TUE), der Technischen Universität Darmstadt (TUDa), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universität Stuttgart (USTUTT), in Zusammenarbeit mit Rolls Royce (RR). Mit dem Projekt wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Hochschulen zur Entwicklung fortschrittlicher Simulationstechnologien etabliert, die zur Entwicklung sauberer und effizienter Antriebssysteme eingesetzt werden können.

BSC News/mho

Forschungserfolg: Helle Quantenlichtquelle mit niedrigem Energiebedarf

2. November 2022

Ein Physik-Team der TU Darmstadt hat in Kooperation mit Forschenden aus Taiwan und der Ukraine einen wichtigen Erfolg in der Quantenoptik erzielt. Es gelang den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, eine Quantenlichtquelle von bislang unerreichter spektraler Helligkeit pro Pumpleistung zu demonstrieren. Ihre Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Quantum Science & Technology“ veröffentlicht.

Nicht-klassische Photonenquellen stellen eine Schlüsselkomponente von Quantenkommunikationstechnologien dar. Sie sollen im Gegensatz zu klassischen Lichtquellen, die viele Photonen pro Zeitintervall aussenden, immer nur einzelne Photonen aussenden – dies allerdings möglichst häufig, um hohe Datentransferraten zu ermöglichen. Diese beiden Anforderungen widersprechen sich jedoch, da eine hohe Emissionsrate auch zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für die zeitgleiche Aussendung mehrerer Photonen führt. Da die exakten Zeitpunkte der Emission der einzelnen Photonen oftmals unbekannt sind, verwendet man physikalische Prozesse, die korrelierte Photonenpaare erzeugen. Wird eines der Photonen erkannt, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit fest, dass zeitgleich ein weiteres Photon erzeugt wurde, das für die Quantenkommunikation verwendet werden kann.

Im Rahmen des EU-Netzwerks „Light-Matter Interfaces for Quantum Enhanced Technologies“ konnten die TU-Forschenden und ihre Kolleginnen und Kollegen nun erstmals eine nicht-klassische Photonenpaarquelle durch Kopplung von kalten Atomen an eine Hohlfaser realisieren. Durch die starke räumliche Beschränkung von Atomen und Lichtfeldern auf wenige Mikrometer innerhalb der Faser konnte die Quelle bei gleichzeitig sehr niedriger Pumpleistung so effizient gemacht werden, dass die maximal mögliche Erzeugungsrate erreicht wurde, bei der aufeinanderfolgende Photonenpaare anfangen, zeitlich zu überlappen. Peters/mih

Neu an der TU Darmstadt: Professorin Myriam Koch

Professorin Myriam Koch

26. Oktober 2022

Seit Oktober ist Myriam Koch Professorin für hochspannungstechnische Betriebsmittel und Anlagen am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik. Zuvor war die 38-Jährige Professorin an der TU München. Koch war bereits von Oktober 2018 bis September 2019 im Rahmen des Pilotprojekts „Gastprofessorinnen-Programm“ für zwei Semester an der TU Darmstadt tätig. Wir haben bei Myriam Koch zu ihrem Start als Professorin an der TU Darmstadt nachgefragt.

Was ist das Spannende daran?

Der Strom kommt aus der Steckdose. Wie findet der Strom aber seinen Weg in unsere Steckdosen? Das ist für die meisten Deutschen ein Rätsel. Wir beschäftigen uns genau mit dieser Frage: wie schaffen wir es auch in Zukunft Infrastrukturen zu errichten, mit denen wir zuverlässig und nachhaltig elektrische Energie übertragen und den Endverbrauchern bereitstellen können. Dabei gibt es sehr viele neue (und altbekannte) Aspekte zu beachten: elektrische Energie soll für immer mehr Anwendungen einsetzen werden. Das heißt wir brauchen höhere Ströme und höhere Spannungen bei höherer Flexibilität. Gleichzeitig sollen die Geräte der Energieversorgung möglichst gut in unser Leben passen, umweltfreundlich und sehr zuverlässig sein. Gerade die aktuellen Geschehnisse zeigen uns, dass wir uns um unsere Energieversorgung zukünftig intensiv kümmern müssen. Eine Diskussion, die spätestens seit dem ersten Atomausstieg vor gut zwei Jahrzehnten aber auch immer mehr zur gesellschaftlichen Debatte wird.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Im Bereich der hochspannungstechnischen Betriebsmittel und Anlagen findet man zu sehr vielen Fachgebieten Schnittstellen: Zur allen Bereichen der Elektro- und Informationstechnik, zur Physik und Chemie zur Beantwortung von Grundlagenfragen, zur Chemie und den Werkstoffwissenschaften bei der Frage nach neuen und nachhaltigen Materialien sowie deren Eigenschaften, zum Maschinenbau bei der Frage nach alternativen Konstruktionsmöglichkeiten, zu den Gesellschaftswissenschaften bei der Frage nach der Akzeptanz und zur Biologie und Medizin bei der Frage der Wirkung von Strömen, Spannungen und Feldern auf Organismen.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

In den Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, da die Frage der Akzeptanz von Infrastruktur zur Energieerzeugung und -übertragung zu einer der wichtigsten Bausteine für das Gelingen der Energiewende geworden ist.
pb

THE Fächerrankings: Computer Science der TU Darmstadt wieder in den Top 100

26. Oktober 2022

In den am Dienstag (25.10.) veröffentlichten internationalen THE Fächerrankings ist die TU Darmstadt im Subject „Computer Science“ weltweit auf Platz 66. Damit gehört sie weiterhin zu der Spitzengruppe der Top 5 in Deutschland. Im Indikator „Research“, der Reputation, Publikationstätigkeit und Drittmitteleinwerbung auswertet, liegt sie hier sogar erstmals auf Platz 3 der deutschen Universitäten und damit weltweit in den Top 50. Ebenfalls international sehr gut sichtbar positioniert ist die TU Darmstadt in der Fächergruppe „Engineering“ mit Ranggruppe 151-175.

Die THE „World University Rankings by subject“ werden in elf Fächergruppen jährlich von der Rankingagentur Times Higher Education (THE) veröffentlicht und gehören zu den international bekanntesten Hochschulrankings auf Fächerebene. Die Rankings basieren auf Reputationsumfragen, Publikations- und Zitationsdaten sowie statistischen Angaben der Universitäten.

Alle Ergebnisse der Rankings 2022 sowie die jeweilige Methodik im Detail können auf der Webseite von THE eingesehen werden.

Zielbauer

Forschung meets Krimi-Dinner

26. Oktober 2022

Science and Crime an der TU: Am Samstag, den 12. November, findet im Lichtenberghaus die Uraufführung des Krimi-Dinners „Mord in Norwood Hall“ statt. Bei dem Dinner sollen die Teilnehmenden einen Mord, der vor ca. 150 Jahren geschehen ist, aufklären. Der Clou: Sie betrachten dabei Indizien, die etwas mit dem Phänomen der Benetzung zu tun haben. Benetzung ist das Thema des Wissenschaftskommunikationsprojektes CoWet („Complex wetting phenomena“), in dessen Rahmen das Krimi-Dinner entstanden ist.

CoWet ist mit dem „Ralf-Dahrendorf-Preis für den Europäischen Forschungsraum“ ausgezeichnet worden. Im Rahmen von CoWet ging es etwa um die Frage, wie sich Fluide wie Imprägniermittel oder Schäume auf komplexen, weichen oder mit Nanofasern beschichteten Oberflächen ausbreiten. Das genaue Verständnis solcher Benetzungsphänomene zwischen Fluiden und Oberflächen ist nötig, um neue industrielle Prozesse und Produkte zu entwickeln. Beim Projekt arbeiteten Wissenschaft und Industrie eng zusammen.

An dem Krimi-Dinner wirken Schauspielerinnen und Schauspieler mit und es werden Kurzfilme gezeigt. Die Anzahl der Plätze bei der Premiere ist auf ca. 40 Plätze begrenzt. Interessenten können sich bis 3. November . Der Eintritt ist für die Premiere frei. Weitere Vorstellungen werden voraussichtlich in 2023 stattfinden.

pg

Neue RMU-Förderung für Forschende in der frühen Karrierephase

21.10.2022

Die Rhein-Main-Universitäten (RMU) haben eine neue Förderlinie des RMU-Initiativfonds Forschung für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgeschrieben. Unterstützt wird die Vernetzung zwischen Forschenden nach der Promotion in der RMU mit bis zu 30.000 Euro je Projekt. Wenigstens zwei der drei Universitäten der Allianz müssen maßgeblich beteiligt sein, eine davon federführend.

Antragsberechtigt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der frühen Karrierephase (ab R2, bis R3) die zum Zeitpunkt der Antragstellung und über die Projektlaufzeit hinweg in einem Arbeitsverhältnis mit Universitäten der RMU stehen. Der maximale Förderzeitraum beläuft sich auf zwei Jahre. Anträge können zu zwei Stichtagen im Jahr, jeweils dem 15.03. und dem 15.09., digital unter koordination@rhein-main-unis.de eingereicht werden. Der Ende 2015 geschlossenen strategischen RMU-Allianz gehören die TU Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) an.RMU/mih

Neu an der TU Darmstadt: Professor Andreas Kaminski

Professor Andreas Kaminski

19. Oktober 2022

Seit Anfang Oktober ist Andreas Kaminski Professor am Fachbereich Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften. Seine Forschungsgebiete sind Wissenschafts- und Technikphilosophie sowie Philosophie von Vertrauen. Zuvor war der 47-Jährige Gastprofessor an der RWTH Aachen. Wir haben bei Professor Kaminski zu seinem Start an der TU Darmstadt nachgefragt.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

In der Wissenschafts- und Technikphilosophie geht es um Themen, die häufig grundlegende philosophische Fragen mit aktuellen Entwicklungen verbinden: Wir befassen uns beispielsweise mit Erkenntnis, aber im Kontext computerbasierter Methoden. Oder wir untersuchen das Verhältnis von Werten und Entscheidungen, aber im Rahmen von Modellen. Typische Fragen in unserem Fachgebiet sind daher: Wie verändert sich Erkenntnis, die durch Simulations- oder KI-Modelle gewonnen wird? Welche Rolle spielen Werte wie z.B. Gerechtigkeit etwa in Klima- oder Policing-Modellen?

Das gleiche gilt für die philosophische Analyse von Vertrauen: Auch hier kommen grundlegende Formen und aktueller technologischer Wandel häufig zusammen. Wir untersuchen, welche Form der Beziehung Vertrauen (im Unterschied etwa zu Prognosen über das Verhalten von Personen) charakterisiert, wir befassen uns aber auch mit neuen technologischen Möglichkeiten der Täuschung anderer, die etwa zur Desinformation genutzt werden.

Beide Arbeitslinien sind in den letzten Jahren enger zusammengerückt, wie man an der Diskussion um Vertrauen in Modelle als auch der Nutzung von KI-Ansätzen, um andere zu täuschen oder Täuschungen aufzudecken sehen kann.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Fast alle unsere Fragen sind in einem substanziellen Sinne interdisziplinär. Wenn wir die interne Struktur von Modellen oder ihre Ausführung auf Hochleistungsrechnern verstehen wollen, gelingt uns das am besten, indem wir sie mit den jeweiligen Fach- und den Computerwissenschaftler*innen untersuchen; wir haben dies beispielsweise bei Fragen der Reproduzierbarkeit computerintensiver Forschung getan. Das gleiche gilt auch die Philosophie von Vertrauen, die ganz eigenständige Fragen verfolgt, aber zugleich, wegen der Ubiquität von Vertrauen und Misstrauen in unterschiedlichen Disziplinen zum Thema geworden ist: in der Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie, Psychologie, Erziehungswissenschaft oder Informatik. Man denke nur an die Frage des Vertrauens in den Ausgang von Wahlen: Alle der genannten Disziplinen spielen hierbei eine Rolle.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich habe in den letzten 15 Jahre intensiv mit Computerwissenschaftler*innen zusammengearbeitet. Daher ist der Fachbereich für Informatik von großem Interesse für mich. Allerdings können etwa Simulations- oder KI-Modelle aus ganz unterschiedlichen Fachwissenschaften stammen. Daher hoffe ich auf offene Türen in den anderen Fachbereichen und bin mit Blick auf die Selbstverständlichkeit, mit der Interdisziplinarität an der TU Darmstadt praktiziert wird, mir auch sicher, dass es der Fall sein wird.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich …

… ich die Gelegenheit in Seminaren und Vorlesungen nutzen, alle möglichen Fragen zu stellen, ohne die Sorge zu haben, dass ich mich damit als unwissend zeige. Diese Lust etwas zu wissen und wissen zu wollen, sollte ungleich sein größer als die Scham, etwas nicht zu wissen. Dafür ist die Universität doch da.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… einem Fußball hinterher zu jagen. mih

TU-Delegation besucht Partneruniversität in Texas

Delegationsbesuch der TU in San Antonio

18. Oktober 2022

Eine engere Zusammenarbeit bei den Forschungsthemen Wasser, Umwelt und Infrastruktur stand im Mittelpunkt eines Delegationsbesuchs der TU Darmstadt an der Partneruniversität University of Texas at San Antonio (UTSA). Professor Holger Lutze vom Fachgebiet Umweltanalytik und Schadstoffe sowie Vizepräsident Jens Schneider verbrachten insgesamt drei Tage an der UTSA, wo die TU eines ihrer weltweit zwei Außenbüros unterhält. Beide Universitäten sind seit 2017 durch eine Partnerschaft verbunden, die die Kooperation im Bereich Lehre, Forschung und Third Mission/xchange fördern soll.

Im Fokus der Gespräche standen der fachwissenschaftliche Austausch sowie Optionen des Ausbaus und der Vertiefung der Partnerschaft auf übergeordneter organisatorischer Ebene. Wichtige Themen waren Data Science, Cybersecurity und Artificial Intelligence. Organisiert und vor Ort begleitet wurden die Gespräche von der Leiterin des TU-Außenbüros, Enkhsaruul Seixas Brito.

Jens Schneider, TU-Vizepräsident für Transfer und Internationalisierung, freut sich über einen „gelungenen Wissenschaftsdialog“ und führt aus: „Einmal mehr bewahrheitet sich, dass die persönliche Begegnung ein echter Katalysator für Kreativität und Innovation ist. Auch unter guten Freunden.“ Holger Lutze ergänzt: „Unser dynamischer Austausch hier in San Antonio hat ganz neue Forschungsperspektiven eröffnet. Daraus könnten sich auch Möglichkeiten der wissenschaftlichen Qualifizierung für unseren Nachwuchs ergeben, was mich persönlich besonders freut.“ Der Reise nach Texas waren zwei Besuche seitens der UTSA in Darmstadt in diesem Jahr vorausgegangen. Bradlaw/mih

Kochbuch von #studentsofTUdarmstadt erschienen

17. Oktober 2022

Wie wird man während des Studiums unkompliziert und gut satt? Die #studentsofTUdarmstadt haben sich des Themas „Verpflegung“ angenommen und ein internationales Kochbuch zusammengestellt. „Ständig Rührei, Nudeln mit Pesto oder der Döner von nebenan sind dann doch nicht das Gelbe vom Ei“, fanden die #studentsofTUdarmstadt und fingen an, Rezepte zu sammeln. Am Kochbuch wirkten Studierende aus aller Welt mit. Insgesamt 30 regionale sowie internationale Rezepte umfasst die fertige Sammlung: hessische, ghanaische oder luxemburgische Rezepte, vom kleinen Snack bis zur „Haute-Cuisine“, von der Vorspeise bis zur Nachspeise. „Frohes Kochen und ein noch viel froheres Schnabulieren“, wünschen die Herausgebenden. Das Kochbuch – übrigens nicht nur für Studierende interessant – steht zum Download (wird in neuem Tab geöffnet) auf der Webseite der #studentsofTUdarmstadt bereit. sip

Spendenaktion in Darmstädter Mensen für regionalen Wald – TU verdoppelt

14. Oktober 2022

In den Mensen des Studierendenwerks Darmstadt hat in den vergangenen eineinhalb Wochen (29. September bis 7. Oktober) eine Spendenaktion zur Waldaufforstung stattgefunden. Die Spenden, die in den Mensen Stadtmitte und Lichtwiese gesammelt wurden, wurden von der TU Darmstadt verdoppelt – so konnten in Summe 254 Bäume an das Darmstädter Forstamt zur Aufforstung von regionalen Wäldern gespendet werden. Dieser Beitrag erfolgte im Rahmen des Vorhabens „1000 Bäume in 6 Jahren“, das durch verschiedene Pflanz- und Pflegeaktionen im Namen der Technischen Universität zur Aufforstung an der TU und Umgebung beiträgt.

Das Spenden war ganz einfach: Durch das Essen eines Klimatellers konnte in der Aktionswoche ein doppelter Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Zum einen wurde ein Teil der Einnahmen als Spende für die Aufforstung gesammelt, und zum anderen erzeugte der Klimateller mindestens 50 Prozent weniger Emissionen als ein normales Gericht. Es konnte auch unabhängig vom Klimateller in einer Spendenbox oder an der Kasse gespendet werden.

Der Kanzler der TU Darmstadt, Manfred Efinger, probierte den Klimateller und zeigte sich mit dem Studierendenwerk einer Meinung, dass es „den Klimateller während des ganzen Semesters geben sollte!“ „Durch den Klimateller wird jedem von uns klar, wie viel CO2 durch den Konsum erzeugt wird, und da es jeden Tag verschiedene Essen gibt, bekommt man so eine gute Vorstellung davon, welche Nahrungsmittel welche Auswirkungen auf unser Klima haben“, sagte Efinger.

Viele Waldflächen in Hessen sind durch Stürme, Borkenkäferbefall und Dürren der vergangenen Jahre geschädigt, sodass umfangreiche Wiederaufforstungsmaßnahmen nötig sind, um auch für die Zukunft einen gesunden und stabilen Wald wachsen zu lassen. Alle Spenden helfen, um wieder ein zukunftsfähiges Gleichgewicht herzustellen. Schneider/mih

Neu an der TU Darmstadt: Professorin Li Zhang

Professorin Li Zhang

14. Oktober 2022

Seit Anfang Oktober ist Li Zhang Professorin am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik mit dem Forschungsgebiet Hardware für Künstliche Intelligenz. Zuvor war die 34-Jährige Gruppenleiterin an der TU München. Wir haben Professorin Zhang zu ihrem Start an der TU Darmstadt ein paar Fragen gestellt.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Im letzten Jahrzehnt hat die Künstliche Intelligenz große Durchbrüche erzielt und eine Reihe von Branchen verändert, z. B. Robotik, selbstfahrende Autos, Gesundheitswesen. Mein Thema ist die Erforschung neuer Paradigmen für KI und intelligentes Rechnen aus der Perspektive der Hardware. Die Studierenden werden durch die Beschäftigung mit diesem Thema ein Verständnis für Hardware, Schaltungsentwurfsmethoden und Hardware-Software-Codesign für KI entwickeln. Sie werden nicht nur auf Aufgaben in Forschung und Technik vorbereitet, sondern auch auf intelligentes Design in den nächsten Jahrzehnten.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Das Ziel meiner Forschung ist die Entwicklung effizienter Hardware für KI, die naturgemäß zwischen verschiedenen Forschungsbereichen angesiedelt ist, z. B. KI-Algorithmen und -Architekturen, Methoden des Hardware-Designs und neu entstehende Rechensysteme/Geräte. Dieses interdisziplinäre Thema erfordert die Zusammenarbeit mit Forschenden aus verschiedenen Abteilungen. So kann ich beispielsweise mit Forschenden aus dem Fachbereich Informatik an KI-Algorithmen und -Architekturen, mit Forschenden aus dem Fachbereich Materialwissenschaften an Hardware-Geräten und mit Forschenden aus dem Fachbereich Biologie am Gehirn-inspirierten Rechnen zusammenarbeiten.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Fachbereich Informatik: In diesem Fachbereich haben die Forschenden hervorragende Forschungsergebnisse im Bereich der KI erzielt. Wenn ich einen Tag in diesem Fachbereich verbringen könnte, würde ich gerne wissen, wie sie den Fachbereich organisieren, wie sie zusammenarbeiten, wie ihre Forschungsthemen aussehen und welche Verbindungen zu meinem Forschungsthema bestehen.

Wenn ich heute Studentin wäre, würde ich …

… mich intensiv mit der Entwicklung der Wissenschaft befassen, um herauszufinden, wie neue Konzepte und Theorien entwickelt wurden. Dies würde mir helfen, die aktuellen Probleme zu lösen, mit denen wir heute konfrontiert sind. Ich würde Kurse aus verschiedenen Fachbereichen wählen, um meinen Weg in der zukünftigen interdisziplinären Forschung zu finden. Ich würde mich auch für Astronomie interessieren, die mir die Möglichkeit bietet, über den Tellerrand zu schauen und die Forschung und das Leben besser zu verstehen.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag sind …

… Gespräche mit Freunden und Kollegen. mih

Neues Foodtruck-Angebot auf der Lichtwiese

14. Oktober 2022

Als Ergänzung des gastronomischen Angebots auf der Lichtwiese sollen zukünftig wechselnde Foodtrucks zentral am dortigen Campus ihre Speisen anbieten und dadurch für kulinarische Abwechslung sorgen. In der Zeit zwischen 11 und 14 Uhr werden die Imbisswagen jeweils auf einem dafür vorgesehenen Stellplatz in der Alarich-Weiss-Straße vor der Grünfläche Mensa stehen.

Den Auftakt macht ab Montag (17. Oktober) für zwei Wochen der Foodtruck „Brotkorb“, gefolgt von „420 Kitchen GreenStreetFood“, die beide vegetarische und vegane Speisen anbieten. Bakic

Moller-Preis an TU-Studierende verliehen

12. Oktober 2022

Der diesjährige Georg-Moller-Preis ist an die TU-Studierenden Melina Knapp, Clarissa Olbrich, Milena Dähne und Nicolas Sebastian gegangen.

Knapp und Olbrich wurden mit dem ersten Preis ausgezeichnet; Dähne und Sebastian erhielten den zweiten Preis. Sieben weitere Arbeiten wurden mit Anerkennungen prämiert. Alle Arbeiten stammen aus dem Sommersemester und widmen sich dem vom Fachgebiet „Entwerfen und industrielle Methoden der Hochbaukonstruktion“ herausgegebenen Entwurf „Hospiz Darmstadt“. Im Rahmen des Georg-Moller-Preises 2022 wird eine Preissumme von insgesamt 2.600 Euro vergeben.

In der Entwurfsaufgabe sollte ein Hospiz zwischen der Albert-Schweizer- und der Landgraf-Phillips-Anlage in zentraler Lage in Darmstadt entworfen werden – in einem forschenden Prozess und im Dialog mit Expertinnen und Experten, Fachkräften und Betreibenden, da es für die Entwurfsaufgabe eines städtischen Hospizes kaum Referenzen gibt. Ziel war es, Alternativen zur gesellschaftlichen Trennung der Sterbenden von den Lebenden aufzuzeigen und ein Hospiz so zu gestalten, dass einerseits die Gäste und Besucher am gesellschaftlichen Leben in der Stadt teilhaben können und andererseits ein schützender Raum für Rückzug und Ruhe entsteht. Der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch lobte anlässlich der Preisverleihung die kreative und einfühlsame Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Thema.

In Erinnerung an den bedeutenden hessischen Baumeister Georg Moller lobt die Wissenschaftsstadt Darmstadt jährlich den Moller-Preis für Architekturstudierende der TU Darmstadt aus. Der Preis wird für Studienarbeiten vergeben, die sich auf Darmstädter Bau- und Planungsaufgaben beziehen. Wissenschaftsstadt Darmstadt/sip

Neu an der TU Darmstadt: Professor Markus Gräfe

Professor Markus Gräfe

11. Oktober 2022

Seit Oktober ist Markus Gräfe am Fachbereich Physik Professor für „Experimentelle Festkörper-Quantenoptik“. Zuvor war der 35-Jährige Leiter der „Quantum-Enhanced Imaging“ Gruppe am Fraunhofer IOF in Jena. Wir haben bei Professor Gräfe zu seinem Start an der TU Darmstadt nachgefragt.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Weil wir Einsteins „spukhafte Fernwirkung“ als tägliches Werkzeug nutzen und damit spannende Forschung im Bereich der Quantentechnologie machen. Hier ein paar Stichpunkte: Spukhafte Bildgebung mit nicht-delektiertem Licht, Quantum Walks und Quantum Simulation, Quellen verschränkter Photonen für die sichere Quantenkommunikation (QKD), u.v.a.m..

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Quantenbildgebung findet Anwendung in der biomedizinischen Diagnostik. Quantenquellentwicklung hat einen Überlapp mit Engineering. Integrierte Quantenphotonik bietet Anschluss an Festkörperphysik, Topologie und Materialwissenschaften

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Biologie, um zu schauen, wo es Schnittstellen zur Quantenphysik gibt.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich …

… definitiv die Vorlesung „Quantum Imaging and Sensing“ im Wintersemester besuchen. Im Ernst, ein Besuch lohnt sich.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… Sport.

pb

TU-Architekturstudierende zeigen Entwürfe für „Innovationscampus Offenbach“

10. Oktober 2022

Studierende des Fachbereichs Architektur an der TU Darmstadt präsentieren ab dem 14. Oktober in Offenbach eine Ausstellung mit städtebaulichen Entwürfen. Gezeigt werden Ideen für einen nachhaltigen Innovationscampus auf dem ehemaligen Clariant-Gelände, einer 36 Hektar großen Industriebrache im Osten der Stadt. Sechs Studierendengruppen hatten sich in einer Lehrveranstaltung von Professor Jörg Dettmar am Fachgebiet Entwerfen und Freiraumplanung im Sommersemester 2022 mit dem Thema auseinandergesetzt.

Unterstützt von der Stadt Offenbach bearbeiteten sie unter dem Titel „Revitalisieren, Vernetzen, Experimentieren“ Themenfelder wie Bildung und Arbeit, Mobilität, Biodiversität und Bodenbehandlung. Die Ausstellung im Foyer des Rathauses zeigt bis zum 28. Oktober die entstandenen Entwürfe zur Transformation des Geländes in einen innovativen und nachhaltigen Standort für Bildung und Wirtschaft. Metzger/mih

TU9-Spitze fordert mehr Hilfen von Bund und Ländern in der Energiekrise

6. Oktober 2022

Die führenden Technischen Universitäten in Deutschland fordern angesichts der Energiekrise mehr Unterstützung von der Politik. Millionen Studierende, Forschende und Beschäftigte dürften jetzt nicht vergessen werden, schrieben die beiden Leiterinnen der TU9-Allianz in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ (Artikel mit Bezahlschranke). „Hochschulen leisten einen enormen Beitrag dazu, dass in Deutschland, dass in Europa Orte der Innovation existieren“, betonten die Präsidentinnen der Technischen Universitäten Darmstadt und Braunschweig, Tanja Brühl und Angela Ittel. „Die Zukunft Europas steht auf dem Spiel, wenn diese Orte ihre Antriebskraft verlieren.“ Wissenschaft sei die Zukunftsbranche schlechthin.

Die Energiekrise löse im deutschen Wissenschaftssystem Unsicherheit und große Besorgnis aus, hieß es weiter. Zwar habe die Kultusministerkonferenz Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine gewisse Versorgungssicherheit zugesagt. Nicht geschützt seien die Wissenschaftsinstitutionen aber vor den immensen zusätzlichen Energiekosten: Während Technische Universitäten wie Darmstadt oder Braunschweig in diesem Jahr nicht einmal ein Zehntel ihres Haushalts für Energie aufgewendet hätten, werde es 2023 vermutlich ein Viertel bis ein Drittel sein müssen. Auf jede Universität der TU9-Allianz kommen laut Brühl und Ittel jährliche Mehrkosten von mehr als 20 Millionen Euro zu.

Die Zukunft stehe in mehreren Bereichen auf dem Spiel, erklärten die Universitätspräsidentinnen: Notwendig seien geheizte Hörsäle sowie Seminar- und Lernräume, funktionierende Labore und Werkstätten, besonders für die Natur- und Ingenieurwissenschaften, und digitale Infrastruktur für Vernetzung und Datenmanagement. Bei den Milliarden-Hilfspaketen der Bundesregierung seien die Hochschulen jedoch bisher außer Acht gelassen worden, mahnten die TU9-Vorständinnen: „Die Politik muss jetzt sicherstellen, dass der Wissenschaft nicht die Energie für die Zukunft ausgeht.“ mih

Neu an der TU Darmstadt: Professorin Tabea Tscherpel

Professorin Tabea Tscherpel

4. Oktober 2022

Seit Anfang Oktober ist Tabea Tscherpel Professorin am Fachbereich Mathematik mit dem Schwerpunkt Numerik und Wissenschaftliches Rechnen. Ihr persönliches Forschungsgebiet ist die Numerik von partiellen Differentialgleichungen. Zuvor hat die 31-Jährige unter anderem in Oxford, Aachen und Bielefeld geforscht. Wir haben bei Professorin Tscherpel nachgefragt.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Zahlreiche Abläufe um uns herum werden durch partielle Differentialgleichungen beschrieben: die Strömung von Luft und Wasser in der Atmosphäre bzw. in den Ozeanen, die unser Wetter und Klima bestimmen; das Fließen von Farbe oder von Polymerschmelze in technischen Prozessen und der Blutfluss in unseren Adern. Die wenigsten dieser Gleichungen haben Lösungen, die wir explizit aufschreiben können. In den meisten Fällen können wir sie daher nur näherungsweise mit numerischen Verfahren berechnen.

Da immer mehr Rechenleistung zur Verfügung steht, rücken zunehmend komplexere und genauere Modelle in den Fokus. Die Herausforderung besteht darin, diese Modelle mathematisch zu verstehen und robuste numerische Verfahren zu entwickeln, die deren mathematischen Eigenschaften berücksichtigen. Sie bilden die Grundlage für zuverlässige Simulationen und sind damit essenziell für eine Vielzahl von Anwendungen.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Ich beschäftige mich schwerpunktmäßig mit numerischen Verfahren für Gleichungen aus der Strömungsdynamik. Für diese Themen gibt es an der TU Darmstadt zahlreiche Schnittstellen und Kooperationsmöglichkeiten, wie zum Beispiel mit der Strömungsdynamik am Fachbereich Maschinenbau und mit dem Fachbereich Material- und Geowissenschaften.

Wenn ich heute Studentin wäre, würde ich …

… das meiste aus Offline-Veranstaltungen und -Kommunikation, -Lerngruppen und Auslandsaufenthalten machen, da mir – viel mehr als früher – bewusst wäre, wie wichtig und wie wenig selbstverständlich diese Dinge sind. mih

Fünf TU-Teams im Rennen um beste Gründungsidee

30. September 2022

Gestern (29. September) hat das Online-Voting des landesweiten Hochschulgründungs-Wettbewerbs von Hessen Ideen begonnen. Für die TU Darmstadt gehen fünf Teams an den Start, von denen drei von der TU und zwei vom Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) nominiert wurden. Insgesamt kämpfen in dem zweistufigen Verfahren 29 Ideen um den Titel „Beste Gründungsidee aus einer hessischen Hochschule“.

Von der TU aufgestellt wurden die Projekte „HOPES – Windstrom clever speichern“, „Telekinesis“ und „Inflabi – inflatable bike helmet/aufblasbarer Fahrradhelm“. hessian.AI, das zum ersten Mal Gründungsvorhaben nominieren durfte, wählte von der TU die beiden Ideen „BirdMapper“ und „PanocularAI: Effiziente und vielseitige KI-basierte Wahrnehmung für autonome Systeme“ aus.

Für den Wettbewerb waren alle hessischen Hochschulen aufgerufen worden, bis zu drei ihrer besten Gründungsprojekte ins Rennen zu schicken. Elf Hochschulen folgten dem Aufruf. Das Online-Voting endet am 20. Oktober um Mitternacht. Die drei Ideen mit den meisten Stimmen kommen eine Runde weiter; bis zu zehn weitere Teams ziehen über ein Gutachtenverfahren ins Finale ein. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden bei der Preisverleihung am 1. Dezember 2022 bekanntgegeben. Hessen Ideen/mih

Mit „Klimateller“ und Waldspende doppelt aktiv für die Umwelt

29. September 2022

Mit umweltfreundlichem Mensa-Essen das Anpflanzen von Bäumen unterstützen: Das macht ab heute eine Aktion mit Beteiligung der TU Darmstadt möglich. Die Mensen Stadtmitte und Lichtwiese bieten bis zum 7. Oktober „Klimateller“ an, von denen jeweils zwölf einen Baum finanzieren. Die Herstellung der Gerichte auf den Tellern verursacht mindestens 50 Prozent weniger CO2-Äquivalente als die Produktion vergleichbarer durchschnittlicher Gerichte. Im Verkaufspreis sind 50 Cent Waldspende enthalten.

Die sechstägige Spenden- und CO2-Spar-Aktion unter dem Motto „Doppelt aktiv für das Klima“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Studierendenwerks mit der TU, der Hochschule Darmstadt und dem Landesbetrieb HessenForst. Die TU verdoppelt dabei das Spendenaufkommen aus den Mensen, das Forstamt Darmstadt als Spendenempfänger setzt den Gesamtertrag für die Aufforstung in lokalen geschädigten Wäldern ein. Die spendenfinanzierten Jungbäume sollen spätestens im Frühling 2023 gepflanzt werden.

Der Geschäftsführer des Studierendenwerks, Wolfgang Rettich, bezeichnete die engagierte Mitwirkung der TU und der Hochschule an der Aktion als „starkes Signal“. Nachhaltigkeitsmanager Georg Richarz betonte, dass die persönliche Ernährungsweise einen großen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise leisten könne. Bäume seien aber als natürliche Kohlenstoff-Speicher, Schattenspender und Sauerstoffproduzenten ebenfalls unverzichtbar für den Menschen – deshalb leiste das Studierendenwerk einen kombinierten Beitrag. Studierendenwerk/mih

Cardoso Lab veröffentlicht in „Nature Communications“

23. September 2022

Ein Forschungsteam um Erstautorin Dr. María Arroyo López und Professorin M. Cristina Cardoso, Fachgebiet Cell biology and epigenetics am Fachbereich Biologie der TU Darmstadt, hat eine Untersuchung zur Genregulierung und zur Rolle verschiedener Enzym-Formen bei der Genmodifikation vorgelegt und damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Entstehung von Krankheiten, insbesondere Krebs geleistet. Seine Ergebnisse publizierte das Team nun in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Modifikationen des fünften Kohlenstoffatoms der Nukleinbase Cytosin spielen in der Säugetier-DNA eine entscheidende Rolle für das zelluläre Gleichgewicht (Homöostase). Fehlerhafte Cytosin-Modifikationen werden mit einer Vielzahl von Krankheiten in Verbindung gebracht – insbesondere Krebs. Enzyme, die für diese Modifikationen verantwortlich sind oder mit ihnen interagieren können, sind wichtig für essentielle, physiologische und pathophysiologische zelluläre Prozesse. Dem Team um López und Cardoso gelang es zu zeigen, dass das an der Oxidation von Methylcytosin beteiligte Enzym Tet1 und seine verwandte Form (Isoform) Tet1s eine unterschiedliche nukleäre Lokalisierung während der DNA-Replikation aufweisen, was zu unterschiedlich starken Cytosin-Modifikationen in menschlichen und Mäusezellen führt.

Mit seinen Forschungsarbeiten klärte das Team einen dualen Regulierungsmechanismus des Enzyms Tet1 auf und zeigte, wie Gene zu verschiedenen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten durch die Aktivität von Tet1 stumm geschaltet werden. Die Ergebnisse tragen dazu bei, zu verstehen, wie epigenetische Informationen durch die Aktivität von Tet1 diversifiziert werden können. sip

„getTUgether“-Bänke eingerichtet

„getTUgether“-Bank vor dem Hochschulstadion

22. September 2022

Das Unisportzentrum der TU (USZ) hat auf den Campussen Stadtmitte, Lichtwiese, Hochschulstadion und Botanischer Garten mehrere Sitzbänke als „getTUgether"-Bänke gekennzeichnet. Die Bänke sollen Gelegenheit bieten, einander zu begegnen, in den Austausch zu kommen – oder ganz einfach ein Gespräch zu führen. Am Mittwoch (21. September) wurden die Bänke und das dahinterstehende Konzept durch verschiedene Aktionen und Gesprächsangebote vorgestellt, die das USZ gemeinsam mit verschiedenen Fachbereichen, Einrichtungen und Institutionen geplant hat. USZ/cst

Neu an der TU Darmstadt: Professor Michael Muma

Prof. Dr. Michael Muma

20. September 2022

Seit Anfang September ist Michael Muma Professor am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt mit dem Schwerpunkt „Robust Data Science mit Anwendungen in der Biomedizin“. Bisher war der 41-Jährige Nachwuchsgruppenleiter und „Athene Young Investigator“ am Fachgebiet Signalverarbeitung, Institut für Nachrichtentechnik der TU. Wir haben bei Professor Muma nachgefragt.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

In meiner Forschung entwickle ich neue Methoden zur Entdeckung von wertvollen medizinischen Informationen aus großen Biodatenbanken. Diese Methoden der robusten Signalverarbeitung und des statistischen Lernens sind grundlegend für die Entwicklung neuer personalisierter Medizin. Potenziell beschleunigen und verbessern meine Forschungsergebnisse zum Beispiel die Entwicklung der individualisierten Diagnostik und Therapie von Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herzinsuffizienz.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Meine Forschung ist von Grund auf interdisziplinär. Es bereitet mir große Freude, seit mehr als zehn Jahren interdisziplinäre biomedizinische Forschungsprojekte zu betreiben, z.B. mit Augenforschern, Psychologen, Start-ups für Wearable Devices, Kliniken und Universitätsmedizinern, Herstellern von medizinischen Geräten, Chemiekonzernen und herausragenden internationalen Wissenschaftlern aus den verschiedensten Disziplinen.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

Familie, Sport und Musik machen.

mih

TU Darmstadt unter besten Start-up-Unis in Deutschland

19. September 2022

Die Plattform „top50startups“ hat in ihrem zum ersten Mal herausgegebenen Hochschulranking „Founder von Start-ups“ die TU Darmstadt mit Rang elf der besten „Gründer-Universitäten in Deutschland“ ausgezeichnet. Harald Holzer, Geschäftsführer von HIGHEST, dem Innovations- und Gründungszentrum der TU, äußerte sich erfreut über die Auszeichnung. „Innovationen und Start-ups aus dem Umfeld der TU Darmstadt tragen dazu bei, Antworten auf die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen und ökologischen Fragestellungen zu geben“, sagte er. „Ein besonderer Dank gilt den erfolgreichen Gründerinnen und Gründern unserer Tech-Start-ups.“ Insgesamt wurden in dem Ranking zwölf Hochschulen aufgeführt.

Die Jury betonte, dass in den vergangenen fünf Jahren im Ranking der „Top 50 Start-ups“ elf aus Darmstadt kamen. „Für den Erfolg war zweifelsfrei die örtliche TU verantwortlich“, hieß es. „Mit Darmstadt haben es insgesamt fünf Technische Universitäten unter die zwölf besten Unis für Start-up-Gründer geschafft. Ein deutlicher Beleg, welche Bedeutung die naturwissenschaftlich-technische Forschung für die deutsche Start-up-Szene hat.“ Becker/mih

Medienschau: Professor Kersting bei „scobel“

16. September 2022

TU-Professor Kristian Kersting ist gestern (15. September) in der Sendung „scobel“ auf 3sat zum Thema „KI und der Spieltrieb“ zu Gast gewesen. Er diskutierte mit Moderator Gerd Scobel und zwei weiteren Gästen über die Möglichkeiten selbstlernender Künstlicher Intelligenz bei Brettspielen wie Schach und Go. Der Wissenschaftler äußerte die Hoffnung, dass KI über diesen Weg der Gesellschaft helfen könne, sich für Probleme der Zukunft aufzustellen: „Vielleicht sind Spiele ja das Tor zur Welt für die KI.“

Künstliche Intelligenz werde künftig „genauso gut reagieren können wie der Mensch oder sogar besser“, sagte Kersting. „Oder zumindest, und das ist das, was ich eigentlich hoffe, ein guter Partner sein oder uns unterstützen.“ Die große Frage laute dann, wo der Einsatz von KI gewollt sei. Der Forscher ist Professor für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen an der TU Darmstadt und leitet das Artificial und Machine Learning Lab am Fachbereich Informatik. Kersting ist außerdem Gründungsmitglied und Co-Direktor des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) mit Sitz an der TU. mih

BMBF-Verbundprojekt NEBULA gestartet

13. September 2022

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit Anfang Juli das auf drei Jahre ausgelegte Projekt „Nutzerzentrierte KI-basierte Erkennung von Fake News und Fehlinformationen“ (NEBULA) mit einem Gesamtvolumen von etwa 1,7 Millionen Euro. Das Verbundprojekt wird an der TU Darmstadt vom Fachgebiet Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit (PEASEC) der Technischen Universität Darmstadt unter Leitung von Professor Christian Reuter koordiniert.

Die Verbreitung falscher und irreführender Informationen – insbesondere über soziale Medien wie TikTok, Twitter, Facebook und Co. – wird in sicherheitsrelevanten Situationen zu einer immer größeren Herausforderung. Dabei können sowohl absichtliche als auch unabsichtlich irreführende Informationen eine Gefahr darstellen. Durch gezielte Desinformation sollen die öffentliche Meinung beeinflusst und die Glaubwürdigkeit seriöser Akteure untergraben werden. Aktuelle Beispiele dafür finden sich etwa in den Social-Media-Beiträgen zu den Themen Ukrainekrieg sowie COVID-19-Pandemie.

Ziel des interdisziplinären Verbundvorhabens NEBULA ist die transparente, KI-basierte Erkennung von Fake News und Fehlinformationen in sicherheitsrelevanten Situationen. Zudem geht es darum, die Medienkompetenz der Anwenderinnen und Anwender zu steigern: Innerhalb des Projekts entstehen Demonstratoren in Form von Smartphone-Apps, Browser-Plugins und Webanwendungen. Diese sollen Einzelpersonen und Behörden dazu befähigen, Fake News und Fehlinformationen selbst zu erkennen.

Dem Verbundprojekt NEBULA gehören fünf Verbundpartner sowie acht assoziierte Partner aus Forschung, Entwicklung und Anwendung an. sip

Neu an der TU Darmstadt: Professorin Nina Grünberger

Professorin Dr. Nina Grünberger

13. September 2022

Seit Anfang September ist Nina Grünberger Professorin für Pädagogik mit dem Schwerpunkt „Bildung im Kontext der Digitalisierung“ am Fachbereich Humanwissenschaften der TU Darmstadt. Zuvor hatte die 35-Jährige eine Vertretungsprofessur für Medienbildung an der PH Heidelberg inne. Wir haben Professorin Grünberger zum Einstand ein paar Fragen gestellt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? / Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Ich forsche zu den Themen Bildung, Nachhaltigkeit und Digitalität. Diese drei Aspekte sind aktuell gesellschaftlich viel diskutiert. Sie werfen dabei stets die Frage nach zukünftigen Entwicklungen auf. Im Zentrum stehen also etwa grundsätzliche Fragen wie: Was ist der Mensch (im Verhältnis zu digitalen Technologien)? Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie beeinflussen digitale Technologien (bspw. Artificial Intelligence oder Robotics) unser Selbstverständnis? Damit bearbeiten wir in diesem Forschungsgebiet grundsätzliche Fragen, die jede:n betreffen.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

In diesem Forschungsgebiet dreht sich alles um die Bildsamkeit des Menschen: Wie werden wir zu dem:r, die:der wir sind? Diese Frage ist von gesellschaftlichen Entwicklungen und gegenwärtig von digitalen Technologien geprägt; damit ist dieser Forschungsfokus per se interdisziplinär angelegt. Ich freue mich, dass ich mit meinen Forschungsinteressen nun an einer Technischen Universität auch das interdisziplinäre Feld zur Vernetzung vorfinde.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich finde sehr viele der Fachbereiche spannend und auch anschlussfähig zu meinen Forschungsarbeiten. Ich freue mich sehr auf Vernetzung und Austausch. Besonders spannend finde ich die Arbeiten des ZEWEDI – Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung.

Wenn ich heute Student/in wäre, würde ich …

… das Studium richtig genießen und neben den Pflichtkursen viele spannende Kurse belegen. Ich habe sehr gerne studiert und war geradezu enttäuscht, als ich fertig geworden bin. Daher habe ich vermutlich direkt im Anschluss mit dem Doktorat begonnen. Heute bin ich dankbar, dass ich – neben den organisationalen Aufgaben – in meinem Job immer noch viel lernen, erforschen und mich mit Gedanken und Arbeiten anderer auseinandersetzen darf.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… die Laufschuhe schnüren, die Kopfhörer aufsetzen, laut Musik anmachen und laufen, laufen, laufen… mih

Professor Steinmetz erhält Ehrendoktorwürde der RWTH Aachen

Laudator Prof. Wolfgang Effelsberg, RWTH-Rektor Prof. Ulrich Rüdiger, Prof. Ralf Steinmetz und Prof. Kai-Uwe Schröder, Senatsvorsitzender RWTH Aachen (v.l.n.r.).

12. September 2022

TU-Professor Ralf Steinmetz ist am Freitag (9. September) zum Ehrendoktor der RWTH Aachen ernannt worden. Der Leiter des Fachgebiets Multimedia Kommunikation wurde für seinen Beitrag zum Schutz von Kommunikationssystemen vor Angriffen, Ausfällen und Naturkatastrophen geehrt. Steinmetz zeigte sich sehr erfreut über die Auszeichnung. „Aachen ist eine sehr gute Universität und nicht nur in Deutschland ist sie eine der besten Technischen Universitäten“, sagte er.

Das Fachgebiet von Professor Steinmetz liegt an der Schnittstelle zwischen Elektrotechnik und Informatik. Auf seinen wissenschaftlichen Arbeiten zur Synchronisation multimedialer Datenströme und zur Peer-to-Peer-Technologie basieren heutige Streamingdienste und Mediatheken. Internationale Anerkennung erlangte der Wissenschaftler auch mit seiner Idee einer systemweiten Adaptivität durch Übergänge von Kommunikationsmechanismen. Dazu prägte er weltweit den Begriff der „Transition“ für verteilte und kommunizierende Systeme. mih

Auszeichnungen für zwei etit-Studierende

12. September 2022

Zwei Studierende des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) sind für ihre Forschungen mit Preisen ausgezeichnet worden. Greta Ruppert erhielt den „Young Scientist Award“ für ihre Arbeit zur Simulation von Hochspannungsequipment. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe „Quasistatics in Computational Engineering“ (QuinCE)“ von Dr.-Ing. Yvonne Späck-Leigsnering am Institut für Teilchenbeschleunigung und Elektromagnetische Felder (TEMF) bei Prof. Dr. Herbert De Gersem. Ruppert forscht an Simulationsmethoden, die zu einem besseren Verständnis und der Weiterentwicklung von Isolationssystemen beitragen.

Jonas Bundschuh wurde mit dem „Best Paper Award for a Young Researcher“ für seine Forschungsarbeit „Kontinuumsmodelle und analytische Lösungen für Folienwicklungen“ ausgezeichnet. Ihm gelang es mit seinem Beitrag zur Weiterentwicklung von Simulationsmethoden für Folienwicklungsprobleme, die Jury des „COMPEL Best Paper Award for a Young Researcher“ zu überzeugen. Bundschuh ist ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe „QuinCE“. In seiner Arbeit befasst er sich mit der Modellierung und Simulation von magnetoquasistatischen Folienwicklungen. etit/mih

600 Teilnehmende bei „Mensch und Computer 2022“ an der TU

9. September 2022

Nach der viertägigen Fachkonferenz „Mensch und Computer 2022“ an der TU Darmstadt haben die Ausrichter eine positive Bilanz gezogen. Mit fast 600 Teilnehmenden aus Wissenschaft und Industrie vor Ort sei die Resonanz groß gewesen, erklärten Professor Max Mühlhäuser und Professor Christian Reuter vom Fachbereich Informatik der TU. Der Fachbereich war im Jahr seines 50-jährigen Bestehens Gastgeber der Tagung.

Die „Mensch und Computer“ vom 4. bis 7. September stand unter dem Motto „Facing Realities“. Die 2001 ins Leben gerufene Veranstaltung ist die größte Tagungsreihe der Mensch-Computer-Interaktion in Europa. Träger sind der Fachbereich Mensch-Computer-Interaktion der Gesellschaft für Informatik und die German UPA, der Berufsverband der Deutschen Usability und User Experience Professionals. mih

TU-Studierende mit Otto-Bartning-Förderpreisen ausgezeichnet

Projekt „Ehrenfels – ein Haus für Gäste“

8. September 2022

Zwei Studierende des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt sind heute mit Otto-Bartning-Förderpreisen 2019 und 2020 ausgezeichnet worden. Eine der Ehrungen für 2019 ging an Diana Schlez für ihr Projekte „Ehrenfels – ein Haus für Gäste“, in dem sie ein Gästehaus entwickelt, das sich an den Bedürfnissen von Wanderinnen und Wanderern orientiert. Schlez hat 2016 ihr Bachelor- und 2020 ihr Masterstudium im Fachbereich Architektur der TU beendet. Seit 2020 ist sie als Architektin in Darmstadt tätig.

Einen Förderpreis 2020 erhielt Rongjun Zhou für sein Konzept „Bibliothek Astrid Lindgren – Zentrum für Internationale Kinder- und Jugendliteratur“. Er entwirft darin eine Kinder- und Jugendbibliothek am Junibacken, einem Literatur- und Museumspark für Kinder in Stockholm. Zhou wechselte nach Abschluss seines Grundstudiums an der Tongji-Universität in Shanghai an die TU Darmstadt und schloss dort sein Architekturstudium ab. Seitdem arbeitet er bei Waechter+Waechter Architekten.

Konzept „Bibliothek Astrid Lindgren – Zentrum für Internationale Kinder- und Jugendliteratur“

Neben den beiden TU-Studierenden wurden auch drei Studierende der Hochschule Darmstadt geehrt. Oberbürgermeister Jochen Partsch sagte bei der Preisverleihung in der Evangelischen Matthäusgemeinde Darmstadt: „Die preisgekrönten Arbeiten heben sich durch eine intensive und respektvolle Auseinandersetzung mit der Historie, dem Kontext und der Nutzung der verschiedenen Bauwerke hervor.“ Die prämierten Entwürfe unterstrichen außerdem das Potenzial, das die Architekturstadt Darmstadt mit ihren Hochschulen zu bieten habe, erklärte Partsch.

Die Otto-Bartning-Stiftung für Baukunst und Bildende Künste lobt seit 1998 jährlich einen Förderpreis aus für Studierende des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität und der Hochschule Darmstadt. Die Auszeichnung wird verliehen für das persönliche Werk, das durch hervorragende wissenschaftliche oder künstlerische Arbeiten/Entwürfe nachgewiesen ist. mih

Zwei TU-Professoren in neuer Folge der „Science Reporter“

8. September 2022

Wie können wir in der Zukunft klimaneutral fliegen? Wie können wir erneuerbare Energien wie etwa Windenergie speichern, um Strom auch bei Windstille bereitstellen zu können? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich TU-Professor Christian Hasse in einem neuen Video von „Hessen schafft Wissen“. Als Fachgebietsleiter für die Simulation reaktiver Thermo-Fluid Systeme forscht Hasse mit seinem Team an der Möglichkeit, chemische Energiespeicher für die Energiewende nutzen zu können.

An dem rund siebenminütigen Beitrag aus der Reihe „Science Reporter“ war auch Professor Andreas Dreizler vom Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt beteiligt. Der Leiter des Fachgebiets Reaktive Strömungen und Messtechnik erläutert konkrete Experimente zum Thema. mih

TU-Wald erneut zertifiziert

8. September 2022

Die TU Darmstadt besitzt 20 Hektar Wald in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Campus Lichtwiese. Auf den Flächen stehen überwiegend Laubbäume wie Buche, Eiche und Bergahorn. Um zu belegen, dass der Wald nach hohen ökologischen und sozialen Standards bewirtschaftet wird, wurde er mit dem FSC-Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft zertifiziert. 2019 hat sich die TU mit den Städten Darmstadt und Ober-Ramstadt sowie den Gemeinden Seeheim-Jugenheim, Mühltal, Erzhausen und Alsbach-Hähnlein zu einer kommunalen Waldgruppe zusammengeschlossen. Die nun anstehende Rezertifizierung bis zum Jahr 2027 wurde erfolgreich bestanden. Die Gruppe bewirtschaftet zusammen rund 3.900 Hektar Wald. HessenForst/cst

Neu an der TU Darmstadt: Professor Bernhard Urbaszek

Professor Bernhard Urbaszek

6. September 2022

Seit September ist Bernhard Urbaszek Professor für Hybride Quantensysteme am Fachbereich Physik. Zuvor war der 48jährige Forschungsdirektor am CNRS in Toulouse, Frankreich. Wir haben Professor Urbaszek zum Einstand ein paar Fragen gestellt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? / Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Wir erforschen die Wechselwirkung zwischen Licht und Materie an Materialien, die nur eine Lage von Atomen dick sind, wie etwa Graphen (eine Schicht Grafit) und MoS2. Die starke Wechselwirkung mit Licht gibt unterschiedliche Farbkontraste für Schichten aus ein-, zwei- oder drei atomaren Lagen. Schon mit einem normalen optischen Mikroskop kann also die Schichtdicke mit atomarer Präzision bestimmt werden.

Nicht nur die ersten Experimente, sondern auch die Herstellung der ultradünnen Proben ist robust und einfach: Die Proben werden aus Kristallen hergestellt, von denen wir mit Klebestreifen diese dünnen Lagen einfach abziehen. Da sich Elektronen in diesen atomar dünnen Schichten nur in zwei Dimensionen und nicht in drei Dimensionen bewegen können, unterscheiden sich die physikalischen Eigenschaften dieser 2D-Materialien grundlegend von den dickeren 3D-Kristallen.

Langfristig streben wir an, dass diese atomar dünnen Materialkombinationen aufgrund ihrer einzigartigen und kontrollierbaren Eigenschaften in der Elektronik, Optik, Energieumwandlung und in den Quantentechnologien Einsatz finden.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Unsere Projekte werden von der Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen an der TU profitieren: Wir forschen an neuen Materialien und viele Mikroskopietechniken und Verarbeitungsprozesse aus den Materialwissenschaften werden uns da weiterhelfen. Die Proben werden in moderne Bauteile der Mikroelektronik integriert, mit dem Knowhow des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik. Die Oberflächenqualität der atomar dünnen Proben ist für Energie- und Elektronentransfer wichtig, ein Thema für die Zusammenarbeit mit der Chemie. Die Familie der 2D-Materialien ist sehr groß (mehrere tausend Kandidaten) und viele Funktionalitäten wurden mit Algorithmen vorhergesagt, die auf Machine Learning basieren – ein Fachgebiet, das uns in vielen Aspekten helfen wird, zum Beispiel für die Optimierung von 2D-Materialien in photonischen Strukturen.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Direkte Besuche anderer Fachbereiche an der TU waren durch die Pandemie sehr eingeschränkt. Ich freue mich daher sehr darauf, persönlich die verschiedenen Fachbereiche zu besuchen und die Forschungskapazitäten und Projekte meiner neuen Kolleginnen und Kollegen persönlich zu sehen.

Promovierenden-Netzwerk SYNSENSO startet

6. September 2022

Das neue Netzwerk , das im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) gefördert wird, hat sich zum Ziel gesetzt, neuartige kombinatorische Biosensoren für die Diagnostik im Gesundheitswesen sowie für die Umwelt- und Bioprozessüberwachung zu entwickeln. Das Projekt, das im September 2022 beginnt, wird von der Technischen Universität Darmstadt geleitet und bringt sechs akademische Forschungseinrichtungen und acht Industriepartner zusammen. „Unser Ziel ist es, durch die Kombination von zellfreier synthetischer Biologie und molekularem Sensordesign eine Wende in der Biosensorik zu bewirken“, sagt Projekt-Koordinator, TU- Professor Heinz Koeppl.

Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen wurden von der Europäischen Kommission eingerichtet, um die länder- und sektorübergreifende Mobilität und die Karriereentwicklung von Forschenden zu fördern und die Attraktivität von wissenschaftlichen Laufbahnen zu steigern. SYNSENSO/cst

CDU-Delegation des Landtags zu Besuch an der TU

Besuch vom CDU-Arbeitskreis für Wissenschaft und Kunst des Hessischen Landtags in der ETA-Fabrik.

5. September 2022

Eine CDU-Delegation des Hessischen Landtags hat am Freitag (2. September) die TU Darmstadt besucht. Die Gäste vom CDU-Arbeitskreis für Wissenschaft und Kunst informierten sich auf dem Campus Lichtwiese zunächst über aktuelle Themen aus den Bereichen Forschung und Transfer. Anschließend besichtigten Sie die ETA-Fabrik, in der an Energiekonzepten für die Produktion der Zukunft geforscht wird. Seitens der TU nahmen an der Veranstaltung unter anderen Professor Jens Schneider, Vizepräsident für Transfer und Internationalisierung, Professor Peter Stephan, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, sowie Professor Matthias Weigold, Leiter Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen, teil. mih

Team der TU belegt ersten Platz beim diesjährigen Stadtradeln

5. September 2022

Das Team der TU Darmstadt ist von der Wissenschaftsstadt Darmstadt als kilometerstärkste Gruppe beim diesjährigen Stadtradeln ausgezeichnet worden. Die etwa 240 aktiven Teilnehmenden radelten insgesamt 38.585 Kilometer und sparten damit 5.942 Kilogramm CO2 ein. Die TU lag damit vor den Teams der Unternehmen GSI/FAIR und Merck. Insgesamt legten mehr als 4.500 Radelnde in 157 Teams und aus 18 teilnehmenden Schulen 711.535,7 Kilometer Strecke zurück und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die TU nahmen Edgar Dingeldein und Heiko Feuchter vom Baudezernat am Sonntag (4. September) die Auszeichnung von Klimaschutz- und Mobilitätsdezernent Michael Kolmer entgegen.

Die interne Spitzenleistung konnte ein Radler aus dem TU-Unterteam „Die Physiker“ verbuchen: Er legte im Aktionszeitraum vom 4. bis 24. Mai insgesamt 1.380 Kilometer zurück. Das erfolgreichste Unterteam war der Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften mit rund 8.325 Kilometern. Es folgten „Die Physiker“ mit 7.001 Kilometern sowie das Dezernat Baumanagement und Technischer Betrieb mit 5.195 km.

Als Preis erhielt die TU neben der Urkunde Spezial-Fahrradwerkzeug, eine Standpumpe und diverse Fahrrad-Ersatzteile, die an die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt an der Lichtwiese gehen. Die Auszeichnungen wurden beim Fahrradaktionstag auf dem Marktplatz überreicht.

Bei der vom Klima-Bündnis veranstalteten Kampagne Stadtradeln geht es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ziel der internationalen Veranstaltung, an der die Stadt Darmstadt zum sechsten Mal teilnahm, ist es, die urbane Mobilitätswende voranzubringen und nebenbei etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Im vergangenen Jahr hatte die TU mit 33.124 zurückgelegten Kilometern ebenfalls den ersten Platz in der Teamwertung belegt. mih

Medienschau: Professorin Knodt zu Gast bei scobel

2. September 2022

Professorin und geschäftsführende Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft der TU Darmstadt Michèle Knodt war zu Gast bei scobel im 3sat. Mit weiteren Gästen diskutierte sie das Thema „Notstand Energie“. Sie erläuterte unter anderem das Konzept der Erdgasbrücke, deren Bedeutung für unsere derzeitigen Energiesysteme sowie für die zukünftige Energietransformation und wie sie sich kurz- aber auch langfristig ersetzen lässt. Außerdem stellte sie Forschungsarbeiten an der TU Darmstadt zu einer neuen Technologie vor, die Energie in Eisen speichert.

mho

Medienschau: TU-Professor Loew in den tagesthemen

2. September 2022

Peter Oliver Loew ist Professor am Fachbereich für Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der TU Darmstadt und Direktor des Deutschen Polen-Instituts. Auf ARD-Anfrage ordnete er live im Interview mit Ingo Zamperoni in den tagesthemen am 1. September 2022 (ab Minute 04:08) die polnischen Reparationsforderungen an Deutschland ein. Die Bundesregierung solle gut zuhören und das Gespräch mit Polen nicht abbrechen lassen. Er riet dazu ein Gegenvorschlag zu machen. Denkbar wäre ein Zukunftsfonds für deutsch-polnische Projekte, um weiterhin an einer guten Nachbarschaft der beiden Länder zu arbeiten.

mho

Neu an der TU Darmstadt: Professor Benjamin Schleich

Professor Benjamin Schleich

1. September 2022

Seit heute ist Benjamin Schleich neuer Professor für Product Life Cycle Management am Fachbereich Maschinenbau. Wir haben bei Professor Schleich, der zuvor als Oberingenieur und Forschungsbereichsleiter am Lehrstuhl für Konstruktionstechnik (KTmfk) an der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig war, nachgefragt.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Das Product Life Cycle Management (PLCM) verfolgt das Ziel, den Produktlebenszyklus von Produkten und Prozessen im virtuellen und digitalen Raum abbilden und bewerten zu können. Dies erlaubt es unter anderem, Fragen hinsichtlich der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit beispielsweise von Mobilitätslösungen, Energiesystemen oder Investitionsgütern in einer Lebenszyklusperspektive zu beantworten. Das PLCM gestaltet hierzu die digitalen Technologien, die für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Produkten über den gesamten Produktlebenszyklus erforderlich sind und beschränkt sich dabei nicht auf spezifische Produkte oder Branchen. Damit ist dieser Forschungsbereich nicht nur inhaltlich spannend, sondern trägt gleichzeitig zur ressourcenschonenden und nachhaltigen Entwicklung in Deutschland und Europa bei.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Die digitale Abbildung und Bewertung von Produkten und Prozessen in einer Lebenszyklusperspektive hat natürlich vielfältige Schnittstellen zu verschiedenen Fachgebieten des Maschinenbaus, wie beispielsweise der Produktionstechnik, der Werkstoffkunde oder den Arbeitswissenschaften. Weiterhin bestehen aber ebenso starke Schnittstellen zur Informatik, insbesondere zur Wissensverarbeitung, dem maschinellen Lernen und der graphischen Datenverarbeitung. Daneben können meiner Überzeugung nach viele grundlegende Fragestellungen zur Zukunft technischer Systeme und der Mensch-Technik-Interaktion nur in enger Zusammenarbeit mit den Geistes- und Sozialwissenschaften beantwortet werden.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… Zeit mit meiner Frau und meiner Familie an der frischen Luft zu verbringen – egal ob zu Fuß, auf dem Mountainbike oder im Biergarten.

cst

„Die Erinnerung der Zukunft“: Podcast mit Dr.-Ing. Marc Grellert

31. August 2022

In einem Podcast von „Hessen schafft Wissen“ befasst sich Dr.-Ing. Marc Grellert vom Fachgebiet Digitales Gestalten des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt mit der virtuellen Rekonstruktion von Gebäuden in 3D. In dem knapp einstündigen Gespräch unter dem Titel „Die Erinnerung der Zukunft“ erläutert er, welchen Beitrag solche Rekonstruktionen zur Erinnerungskultur leisten können und wie diese angefertigt werden.

Grellerts Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind virtuelle Rekonstruktionen und Simulationen von Architektur, Wissensvermittlung mit Hilfe digitaler Medien sowie Entwicklung und Realisierung von Installationen und Exponaten für Ausstellungen. Besonders engagiert er sich für die virtuelle Rekonstruktion von Synagogen, die in der NS-Zeit zerstört wurden. mih

Medienschau: Architekturprofessorin Meyer-Grohbrügge im DLF

29. August 2022

Die TU-Architekturprofessorin Johanna Meyer-Grohbrügge ist in der Sendung „Tacheles“ des Deutschlandfunks zu Gast gewesen. Thema war zeitgemäße Architektur am Beispiel des Bauprojekts Kurfürstenstraße 142 in Berlin. Die Architektin, die seit Oktober 2021 das Fachgebiet Entwerfen und Raumgestaltung am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt leitet, konzipiert Raumkonzepte, die gemeinschaftliches Leben ermöglichen, aber nicht aufzwingen sollen. Gemeinsam mit Sam Chermayeff entwarf Meyer-Grohbrügge in der Kurfürstenstraße 142 ein Baugruppenhaus.

Das 25 Einheiten umfassende Wohnhaus besteht aus sechs Türmen, die sich vertikal und horizontal überschneiden. Durch diese räumliche Verzahnung entstand ein komplexes Raumkontinuum aus hohen und niedrigen Räumen sowie Raumeinstülpungen, die den Innenräumen den Charakter von Stadtplätzen verleihen. Einige Einheiten sind auch durch einen gemeinsamen Raum miteinander verbunden. Die Flexibilität soll es den Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglichen, private und gemeinsame Räume nach ihren eigenen Bedürfnissen zu gestalten. pb

„Grenzland“: Masterarbeiten zur Gedenkstätte Marienborn

26. August 2002

Architektur-Studierende der TU Darmstadt haben sich unter dem Motto „Grenzland“ in ihren Master-Abschlussarbeiten mit dem Areal der ehemaligen Grenzübergangsstelle Marienborn auseinandergesetzt. Sie erarbeiteten Entwürfe für ein neues Besucherzentrum und ein Museum sowie Vorschläge für einen denkmalgerechten Umgang mit dem gesamten Gelände. Im Mittelpunkt der Masterthesis, die vom Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetypologie unter Leitung von Professorin Elke Reichel herausgegeben wurde, stand die Frage, wie eine historisch so wichtige Stätte der Erinnerung auch in Zukunft als Mahnmal und Ort des politischen Diskurses funktionieren kann.

Marienborn war die größte DDR-Grenzübergangsstelle an der innerdeutschen Grenze und der einzige Straßenzugang für die westlichen Alliierten in ihre Berliner Sektoren. Die Abschlussarbeiten der TU-Studierenden werden zum Tag des offenen Denkmals am 11. September in einer Ausstellung in der Gedenkstätte Marienborn gezeigt. Metzger/mih

Besuch von Partneruniversität an der TU

24. August 2022

Prof. Dr. Saugata Datta von der University of Texas at San Antonio (UTSA) hat die TU Darmstadt besucht. Er ist der Direktor des Institute of Water Research Sustainability and Policy an der dortigen Partneruniversität der TU. Das Institut zeichnet sich durch ein breites Forschungsspektrum aus und forscht zu Themen wie Wasserqualität und damit verbundenen Infektionskrankheiten sowie zu (nachhaltigem) Wassermanagement unter Berücksichtigung politischer, gesellschaftlicher und geographischer Gesichtspunkte.

Während des zweitägigen Besuchs Anfang August lernte Prof. Datta den Forschungsschwerpunkt zum Themengebiet Wasser und das Institut IWAR an der TU Darmstadt näher kennen. Der Besuch wurde von Prof. Dr. Christoph Schüth, Prodekan des Instituts für Angewandte Geowissenschaften und Leiter des Fachgebietes Hydrogeologie, sowie Prof. Dr. Holger Lutze, Leiter des Fachgebiets Umweltanalytik und Schadstoffe, fachlich betreut. Beim wissenschaftlichen Austausch ging es auch darum, gemeinsame Forschungsthemen zu identifizieren und mögliche Kooperationsprojekte auszuloten. Daneben stand auch die bereits bestehende Kooperation zwischen der TU Darmstadt und der UTSA auf dem Programm. Seixas Brito/mih

Forscher entdeckt seltenes historisches Buch in der ULB

Eine der zahlreichen Abbildungen des seltenen Buches.

23. August 2022

Die großformatigen Druckwerke in den historischen Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB) haben sich wieder einmal als Schatzkammer erwiesen: Ein Biologe an der Universität Bonn stieß bei Recherchen im Online-Katalog der ULB auf das unter Expert:innen weltweit bekannte Standardwerk zur Anatomie der Schildkröten „Anatome testudinis Europaeae: indagavit, depinxit, commentatus est“ (deutsch: Anatomie der europäischen Schildkröten: untersucht, beschrieben, kommentiert) von Ludwig Hinrich Bojanus (1776-1827). Erschienen sind die beiden Bände in den Jahren 1819 bis 1821 in der damals bekannten litauischen Druckerei von Józef Zawadzki in Vilnius. Es ist berühmt für seine detaillierten, grafisch anspruchsvollen Ansichten und Schnitte der Schildkrötenkörper. Die Forschung war schon seit längerem auf der Suche nach einer weiteren, extrem seltenen Ausgabe mit kolorierten Darstellungen, von denen bisher nur eine in Privatbesitz bekannt war. Das Darmstädter Exemplar erwies sich nun als erste bekannte teilkolorierte Ausgabe in öffentlichem Besitz.

Dies ist kein Zufall: Durch Bojanus’ ersten Biographen ist bezeugt, dass Bojanus das Exemplar Großherzog Ludwig I. widmete und ihm persönlich übersandte: „In dankbarer Anerkennung dessen, was für ihn seiner Jugend der Groß-Herzog von Hessen-Darmstadt gethan, überschickte Bojanus dem dortigen Museaeo ein Exemplar seines Werkes mit kolorirten Kupfern“ (Adamowicz, A.J. (1839) Biographische Skizze von Bojanus).

Die ULB hat das bis heute als maßgebliche Fachliteratur geltende Werk nun vollständig digitalisiert, womit es für die Forschung uneingeschränkt verfügbar ist. ULB

Professor Dreizler in Mainzer Wissenschaftsakademie aufgenommen

22. August 2022

Professor Andreas Dreizler vom Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt ist als ordentliches Mitglied in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz aufgenommen worden. Er leitet das Fachgebiet Reaktive Strömungen und Messtechnik und ist Sprecher des Sonderforschungsbereichs/Transregios 150 („Turbulente, chemisch reagierende Mehrphasenströmungen in Wandnähe“).

Für seine Forschungsleistungen wurde Dreizler bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis (2014) und dem Preis der Fritz und Margot Faudi-Stiftung (2012). Seit dem vergangenen Jahr ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, außerdem gehört er unter anderem der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie und der Optical Society an.

Insgesamt nahm die Akademie sechs neue Mitglieder auf. Die 1949 auf Initiative von Alfred Döblin gegründete außeruniversitäre Forschungseinrichtung und Gelehrtengesellschaft ist eine von acht Wissenschaftsakademien in Deutschland. Ihre Ziele sind die Pflege der Wissenschaften und der Literatur sowie die Bewahrung und Förderung der Kultur. Die Mainzer Akademie umfasst drei Klassen (mathematisch-naturwissenschaftlich, geistes- und sozialwissenschaftlich sowie die Klasse der Literatur und der Musik) mit je bis zu 50 ordentlichen und 50 korrespondierenden Mitgliedern. mih

TU Darmstadt erfolgreich bei den European Championships

22. August 2022

Die TU Darmstadt war erfolgreich bei den European Championships in München vertreten. An der Veranstaltung, die bis zum vergangenen Wochenende neun verschiedene europäische Wettbewerbe unter einem Dach vereinte, nahmen insgesamt drei Mitglieder der TU teil: Professorin Susanne Lackner vom Fachgebiet Wasser und Umweltbiotechnologie holte mit dem Deutschen Mixed-Vierer eine Bronzemedaille im Pararudern. Miguel Heidemann, der an der TU Wirtschaftsingenieurwesen studiert, belegte als bester Deutscher den 16. Platz im Einzelzeitfahren im Straßenradfahren. Dritte TU-Teilnehmerin war Roxana Wienand, die Mathematik und Sport auf Lehramt für Gymnasien studiert, und in München am Boulder-Wettbewerb teilnahm. cst

Wissenschaftliche Expertise in Krisenzeiten – neue Publikation der RMU

16. August 2022

Krisen gehören (mittlerweile) zum politischen Alltag – doch was bedeuten Krisen für die Wissenschaft und die Wissenschaftler:innen? In der neuen Ausgabe Science Policy Paper der Rhein-Main-Universitäten (RMU) reflektieren Forschende aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und Medizin sowie Praktiker:innen aus Medien und Politik den Einfluss wissenschaftlicher Expertise in Krisenzeiten. Dabei gehen sie auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Covid-19-Pandemie, der Finanz- und Wirtschaftskrise, der Flüchtlingskrise und der Klimakrise ein.

In der Science-Policy-Paper-Reihe des Mercator Science-Policy Fellowship-Programms diskutieren Fellows und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Rhein-Main-Universitäten aktuelle Themen von hoher gesellschaftlicher und politischer Relevanz. RMU

Medienschau: TU-Physiker Markus Roth im Deutschlandfunk

12. August 2022

Der Deutschlandfunk sprach kürzlich mit TU-Professor Markus Roth über Laser-Kernfusion als eine mögliche Energiequelle der Zukunft. In dem Interview erklärt Roth, Professor am Fachbereich Physik und Experte für Laserfusion, das technische Verfahren und wie mit der Technologie der laserbasierten Kernfusion in Zukunft im zivilen Bereich Energie erzeugt und gewonnen werden könnte. Roth selbst ist Mitgründer und Chief Science Officer des aus der TU Darmstadt ausgegründeten deutsch-amerikanischen Start-ups Focused Energy.

Das Unternehmen errichtet derzeit in Darmstadt ein Target-Labor und eine Laser-Versuchsanlage. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts will Focused Energy eine größere Demonstrationsanlage als „Proof of Concept“ bauen – für seinen neuartigen Ansatz, eine kontrollierte Kernfusion durch Laser zu zünden . Fünf Jahre später sollen dann die ersten kommerziellen Kraftwerke preisgünstigen Strom aus der Fusion von Wasserstoff zu Helium erzeugen. pb

TU Darmstadt am Projekt „Corona Datenlage“ beteiligt

11. August 2022

Die Entwicklung der Corona-Pandemie besser verstehen. Das ist Anlass für das Projekt „CoDa – Corona Datenlage Darmstadt“. Mit diesem will die Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam mit weiteren Beteiligten, darunter auch die TU Darmstadt, Erkenntnisse zu Infektionsherden gewinnen, die bereits frühzeitig und gegebenenfalls lokal begrenzt konkrete Maßnahmen ermöglichen. Das Land Hessen unterstützt das Projekt durch die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ mit 270.000 Euro. Digitalministerin Professorin Dr. Kristina Sinemus hat heute im Rahmen ihrer Sommerreise durch Hessen die Zusage an Oberbürgermeister Jochen Partsch überreicht.

Kern des Projekts ist die digitale Verknüpfung der Gesundheits- und Mobilitätsdaten mit den Daten aus Abwasserproben, die Nachweise einer vorhandenen Virenlast erbringen. Konkret entnimmt die Entega AG drei Mal pro Woche Abwasserproben an den beiden Kläranlagen der Stadt, bei Bedarf auch aus Pumpstationen. Diese werden am Fachgebiet Wasser und Umwelttechnologie (Professorin Dr. Susanne Lackner), Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der TU Darmstadt, ausgewertet. Die Visualisierung der Daten und die Prognoseberechnung erfolgt durch Fraunhofer IGD. Analyse und Interpretation der Ergebnisse übernimmt dann der Zweckverband Gesundheitsamt Stadt Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg zusammen mit dem Klinikum Darmstadt.

Die Mobilitätsdaten kommen vom Mobilitätsamt sowie der Datenplattform der Digitalstadt Darmstadt und werden um weitere externe Daten wie zum Beispiel des stadteigenen WLANs oder Besucherfrequenzen ergänzt. Durch die Kombination von Abwasserproben sowie Mobilitäts- und Bewegungsdaten versprechen sich die Projektverantwortlichen einen besseren Aufschluss über die Verbreitungswege der Viren. Die automatisierte Erfassung, Visualisierung und Auswertung von anonymisierten Gesundheits- und Mobilitätsdaten lasse Rückschlüsse auf die Entwicklung von Pandemiegeschehen zu. HMinD/pb

Medienschau: Prof. Lackner zur Corona-Datenerhebung im Abwasser

8 August 2022

Gerade im Gespräch: Die Corona-Früherkennung durch Abwasseruntersuchungen. Im Interview „Datenerhebung zu Corona“ mit dem Deutschlandfunk (DLF) erläutert TU-Professorin Susanne Lackner den Stand der politischen Entwicklung. Der flächendeckenden Einführung von Abwassertests stehe in Deutschland oft die fehlende Erfahrung in der Zusammenarbeit von Umwelt- und Gesundheitssektoren im Wege, so Lackner. In anderen Ländern wie den Niederlanden, Österreich, USA oder Kanada habe sich das Prinzip bereits bewährt. Die Früherkennung durch Abwasseruntersuchung sei unabhängig von Teststrategien oder der Zahl der durchgeführten Tests und erlaube zeitnahe Erfassung und Analyse von Infektionen. „Wenn jemand Viren ausscheidet, kann man diese fünf bis zehn Stunden später in der Kläranlage feststellen“, so Lackner.

Susanne Lackner leitet an der TU das Fachgebiet Wasser und Umweltbiotechnologie am Institut IWAR des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. sip

Medienschau: Professor Lehmann zu sinkenden Pegelständen

2. August 2022

TU-Professor Boris Lehmann hat sich auf Anfrage des Science Media Centers zur anhaltenden Dürre und zu den sinkenden Wasserständen in Deutschland geäußert. Er hob die große Bedeutung der hiesigen Binnenschifffahrt für den internationalen Güterverkehr in Europa hervor. Aufgrund der niedrigen Pegelstände von Flüssen müssten die Frachtmengen reduziert oder die Schifffahrt auf betroffenen Strecken sogar ganz eingestellt werden, erklärte der Leiter des Fachgebietes Wasserbau und Hydraulik: „Niedrige Pegelstände bedeuten einen verringerten Güterverkehr entlang der Wasserstraßen.“

Extremes Niedrigwasser habe zudem in mehrerlei Hinsicht Auswirkungen auf die prozesswasserabhängige Industrie und bewirke dort auf einen Produktionsrückgang oder gar -stopp, sagte Lehmann. Um die Schifffahrt künftig resilienter zu machen, sollten Niedrigwasserperioden früh und verlässlich vorhergesagt werden, Fahrwasserrinnen für eine bessere Befahrbarkeit auch bei niedrigen Pegelständen vorbereitet und Schiffe mit geringem Tiefgang entwickelt werden. Das Science Media Center hatte insgesamt vier Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zu den Folgen der diesjährigen Trockenheit befragt. mih

Medienschau: Hochschulgruppe TUDSaT im Hessischen Rundfunk (HR)

28. Juli 2022

In der Raumfahrt ist ein neues Zeitalter angebrochen: Junge Unternehmen entwickeln kleine Raketen, bauen Satelliten oder nutzen deren Daten, um zum Beispiel Gasnetze und Wälder zu überwachen. Der Hessesische Rundfunk widmet diesem spannenden Thema eine eigene Reportage.

Gleich am Anfang mit dabei: Die Hochschulgruppe TUDSaT. Hier entwickeln Studierende der TU Darmstadt eigene Satelliten. Das 30-minütige Feature ist in der ARD-Mediathek abrufbar. pg

„Residenzschloss 1“: Neue Adresse fürs Schloss

28. Juli 2022

Das Darmstädter Schloss hat eine neue Adresse bekommen. Dem Grundstück mit dem markanten historischen Bauwerk in der Stadtmitte wurde eine neue Straßen- und Hausnummernbezeichnung zugeteilt. Aus der alten Anschrift „Marktplatz 15“ wurde „Residenzschloss 1“. Das Schloss wird derzeit saniert; sukzessive kehren die bisherigen und neuen „Bewohnerinnen und Bewohner“ zurück. Bereits in sanierten Räumen und damit jetzt auch unter neuer Adresse zu finden sind zum Beispiel das Deutsche Polen-Institut und Teile des Fachbereichs Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften. sip

Im Porträt: „Körperwissenschaften, Mode und Ästhetik“

25. Juli 2022

„Von chemischen Reaktionen bis hin zur Mode“ – so lautet der erste Teil eines Porträts, mit dem „Hessen schafft Wissen“ den Studiengang „Körperwissenschaften, Mode und Ästhetik“ an der TU vorstellt. Zu Wort kommen TU-Professorin Alexandra Karentzos, Leiterin des Arbeitsbereichs Mode und Ästhetik, sowie Studierende. Körperwissenschaften sind ein Studiengang, der auf das Berufsschullehramt vorbereitet. Die Absolventinnen und Absolventen bilden ihrerseits einmal Friseurinnen und Frisöre, Kosmetiker und Kosmetikerinnen oder Maskenbilderinnen und Maskenbilder aus. Dementsprechend vielseitig ist auch der Studiengang aufgestellt. Neben pädagogischen und fachdidaktischen Grundlagen umfasst er Kunst, Kultur, Politik, Biologie und Chemie. Im Mittelpunkt: Der Körper, der aus verschiedenen, natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Perspektiven heraus analysiert wird.

In drei Teilen beleuchtet „Hessen schafft Wissen“ die verschiedenen Fassetten des Studiengangs ausführlich. Als Auftakt geht es um den Arbeitsbereich Mode und Ästhetik, der sich mit Körperpraktiken und ihren Visualisierungen befasst: Wie entstehen Schönheitsideale? Woher kommen sie und warum? Wie hängen Mode, Körper, Ästhetik, Kunst und Gesellschaft zusammen? Welche kulturelle Bedeutung haben Kleidungsstücke oder Frisuren?

Das Porträt über den Studiengang wird am 15. August und 12. September mit Beiträgen über die Bereiche Biologie und Chemie fortgesetzt. sip

Shanghai Subject Ranking erschienen

19. Juli 2022

Im aktuellen Shanghai-Fächerranking 2022 wird die TU Darmstadt im Fach „Metallurgical Engineering“ unter den Top 50 weltweit geführt. An der TU fallen darunter vor allem Themen aus dem Bereich der Materialwissenschaft. In den Top 200 weltweit liegen außerdem wieder die Fächer Maschinenbau, Materialwissenschaften sowie „Energy Science & Engineering“. Wie in den vergangenen Jahren erhalten die Fächer der TU Darmstadt die höchsten Punktzahlen beim Anteil der Publikationen mit internationaler Beteiligung.

Das Ranking, das jährlich von der Agentur Shanghai Ranking Consultancy erstellt wird, basiert ausschließlich auf bibliometrischen Daten und hochrangigen Preisen. Es enthält in diesem Jahr Ranglisten in 54 Fächern und listet etwa 1.800 internationale Universitäten. Zielbauer

Schülerbesuch aus Mexiko an der TU

Die Gruppe der mexikanischen Alexander von Humboldt-Schule an der TU.

15. Juli 2022

Eine Schülergruppe aus Mexiko-Stadt ist am 13. Juli an der TU Darmstadt und am Studienkolleg zu Gast gewesen. Die 25 Schülerinnen und Schüler der mexikanischen Alexander von Humboldt Schule erhielten bei einer Veranstaltung des Studienkollegs und der Zentralen Studienberatung am 13. Juli umfangreiche Informationen zu den Studienmöglichkeiten an der TU und am Studienkolleg. Es folgten unter anderem eine Campustour mit einem studentischen Botschafter von Students@School und ein gemeinsames Mittagessen in der Mensa des Campus‘ Stadtmitte.

Die Deutsche Schule Alexander von Humboldt wurde 1894 von deutschen Einwanderern gegründet und ist Teil eines weltweiten, aus 140 deutschen Auslandsschulen bestehenden Netzwerks. Der enge Austausch der TU mit deutschen Schulen im Ausland ist ein wichtiger Bestandteil der Förderung internationaler Mobilität junger Menschen. Dehn/mih

TU-Professorin Jutta Hanson mit Heinrich-Hertz-Preis ausgezeichnet

Prof. Jutta Hanson bei der Preisverleihung.

15. Juli 2022

Die Energiewende-Expertin Jutta Hanson hat den diesjährigen Heinrich-Hertz-Preis erhalten. Die Professorin am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) der TU Darmstadt wurde für ihre Arbeit zu Energienetzen ausgezeichnet, die sie in zahlreichen hochrangigen Forschungsprojekten vorangetrieben hat. Sie nahm den Preis gestern auf der Jahrestagung des KIT-Zentrums Energie entgegen. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Transformation der Energieversorgung in Deutschland.

Hanson unterstrich in einem Vortrag die Bedeutung einer schnellen Energiewende. „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber leider viel zu langsam“, sagte die Leiterin des Fachgebiets Elektrische Energieversorgung unter Einsatz Erneuerbarer Energien. „Was wir brauchen, sind schnelle Entscheidungen und die Akzeptanz der Bevölkerung. Es braucht einen gesellschaftsübergreifenden Energiewendedialog.“

Der Heinrich-Hertz-Preis ist eine Auszeichnung der EnBW-Stiftung, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert und von den Vorgängerunternehmen und -institutionen der EnBW und des KIT gegründet wurde. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis ist nach dem Physiker Heinrich Hertz (1857–1894) benannt und wird in der Regel alle zwei Jahre für hervorragende wissenschaftliche oder technische Leistungen auf dem Gebiet der Erzeugung, Verteilung und Anwendung elektrischer Energie vergeben. KIT/mih

Fachmagazin verleiht Trust Award an Professor Riedel

15. Juli 2022

TU-Professor Ralf Riedel ist mit dem Trust Award des „Journal of the European Ceramic Society“ (JECS) ausgezeichnet worden. Er nahm den Preis am 13. Juli auf der Tagung der European Ceramic Society (EcerS) in Krakau entgegen. Mit der Auszeichnung würdigt der Verband Forschende für ihre herausragenden Veröffentlichungen im Fachmagazin JECS.

Riedel leitet das Fachgebiet Disperse Feststoffe am Fachbereich Material- und Geowissenschaften der TU Darmstadt.

Die EcerS wurde 1987 gegründet. Sie setzt sich unter anderem für die Förderung von Forschung, Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung im Bereich Keramik ein. Zu den Mitgliedern gehört die Deutsche Keramische Gesellschaft (DKG). mih

TU-Team gewinnt Preis für Nachwuchsingenieure

12.07.2022

Ein Studierendenteam der TU Darmstadt rund um Nick Philippi und Florian Geister hat beim StudienAWARD für Innovationen am Stahlstandort Deutschland den zweiten Platz belegt. Die Einreichung zur Nanostrukturierung von Edelstahl für die Medizintechnik wurde mit 1.500 Euro Preisgeld prämiert. Die Auszeichnung wird jährlich von dem nordrhein-westfälischen Edelstahl-Unternehmen Dörrenberg verliehen. Vor einer Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft hatten Studierende ihre Projekte zu werkstofftechnischen Fragen rund um die Themen Stahl, Wärmebehandlungen, Oberflächentechnik und Verfahrensprozessen präsentiert.

„In unseren Arbeiten haben wir erforscht, wie wir die Oberflächen von Edelstahl gezielt mit einer Nanostruktur versehen können, sodass Bakterien oder Viren auf medizinischen Geräten nicht anhaften können“, erklärte Maschinenbaustudent Geister. Der biologische Nachweis sei im Labormaßstab bereits gegeben, allerdings fehle bisher ein industrieller Fertigungsprozess, der eine breite Anwendung ermögliche. „Mit unserem Umformprozess am Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen haben wir es geschafft, die Nanostruktur kontinuierlich in einer großen Materialmenge und mit einer industriellen Maschine herzustellen“, sagte Philippi. „Ein Implantatdemonstrator aus unserem Nano-Edelstahl macht die abstrakte Forschung anschaulich und greifbar.“ Die beiden Studenten schreiben derzeit an einer Veröffentlichung, damit möglichst viele Menschen von ihren Ergebnissen profitieren können. Kluy/mih

TU-Doktorand Stefan Volz erhält Otto-Kienzle-Preis

12. Juli 2022

Stefan Volz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) am Fachbereich Maschinenbau der TU Darmstadt, ist mit dem Otto-Kienzle-Preis des Industrieverbands Massivumformung ausgezeichnet worden. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die durch ihre Mitarbeit in der Gemeinschaftsforschung in besonderem Maße zur Erarbeitung von Ergebnissen und deren praxisgerechten Umsetzung beigetragen haben. Die Auszeichnung wurde Volz am 24. Juni verliehen.

Der Doktorand untersuchte im Rahmen eines Projekts der industriellen Gemeinschaftsforschung die simulationsgestützte Auslegung von Profilwalzprozessen. Das Profilwalzen, oft besser bekannt als Gewindewalzen, ist ein weitverbreitetes Verfahren der Kaltmassivumformung, das in der Produktion von Verbindungsteilen zum Einsatz kommt. Die von Volz erzielten Ergebnisse ermöglichen es, komplexe Reibphänomene mit Hilfe von Simulationen abzubilden, wodurch der Prozess des Profilwalzens zukünftig flexibler und effizienter eingesetzt werden kann. Kluy/mih

Medienschau: TU-Experte Egner zu Rücktrittsankündigung des Frankfurter OB

7. Juli 2022

Der TU-Politikwissenschaftler Björn Egner hat sich im Hessischen Rundfunk zum angekündigten Rücktritt des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann geäußert. Feldmanns politische Bilanz habe sich in den vergangenen Monaten und Jahren aufgrund mehrere Skandale „langsam, aber sicher ins Negative verkehrt“, sagte der außerplanmäßige Professor gestern im Radiosender hr-iNFO. Mit jedem Skandal habe Feldmann an Unterstützung verloren, bis nun offenbar ein kritischer Punkt erreicht worden sei.

Egner verwies darauf, dass Feldmanns Partei, die SPD, die Zeit bis zu dem für Januar 2023 angekündigten Rücktritt nutzen könne, um einen neuen Kandidaten aufzubauen. Von einer langen Hängepartie könne allerdings auch der politische Gegner profitieren, erklärte der Politikwissenschaftler. Der Frankfurter Oberbürgermeister steht unter anderem wegen des Verdachts der Vorteilsannahme unter Druck. mih

Ausstellung zeigt Brücken aus Papier – stabil, leicht, nachhaltig

„Schwebende Bank“ – eine der beiden ausgestellten Paper Bridges.

6. Juli 2022

Zwei besondere Ausstellungsstücke sind zurzeit im Foyer des Hörsaal- und Medienzentrums der TU auf der Lichtwiese zu sehen: Die „Paper Bridges“ – Demonstratoren eines Tragwerks, die das Institut für Konstruktives Gestalten und Baukonstruktionen und Studierende konstruiert haben.

In der Lehrveranstaltung „Konstruktives Gestalten“ hatten Studierende im vergangenen Wintersemester verschiedene effiziente und besonders leichte Brückenkonstruktionen entwickelt, die nahezu ganz aus Pappe bestehen. Zwei der Entwürfe wurden im Sommersemester im Modul „Konstruktives Gestalten Projekt“ von zwei Studierendengruppen zur Fertigungsreife ausgearbeitet und nun als Prototyp im Foyer des Hörsaal- und Medienzentrums aufgebaut. Beide Projekte wurden unter anderem von zentralen QSL-Lena Mitteln der TU Darmstadt unterstützt.

Die beiden ausgestellten Brücken haben eine Spannweite von etwa sechs Metern und sind aus zweilagiger Wellpappe gefertigt. Teilweise kaum sichtbar gibt es noch passgenaue 3D-Druckformteile und sehr dünne Spannseile, um die Tragwirkung zu maximieren. Pappe oder Karton als Primärwerkstoffe haben das Potenzial, einen sehr wertvollen Beitrag zu einem nachhaltigeren Bauen in der Zukunft zu leisten. Sie sind kostengünstig herstellbar und bestehen darüber hinaus überwiegend aus einem nachwachsenden Rohstoff. Beide „Paper Bridges“ sollten möglichst hohe Lasten tragen können und gleichzeitig intelligent und materialsparend konstruiert sein. Die ansprechenden und zugleich zweckmäßigen Konstruktionen sollten sich durch Stabilität und Langlebigkeit auszeichnen und ein geringes Eigengewicht aufweisen.

Die Ausstellung der Paper Bridges „Schwebende Bank“ und „Bogen“ dauert bis Freitag, 15. Juli (Gebäude L4|02, Franziska-Braun-Str. 10). sip

iCE: Erster Internationaler Studiengang der TU Darmstadt feiert Jubiläum

6. Juli 2022

Der Masterstudiengang Information and Communication Engineering (iCE), der vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) angeboten wird, war vor mehr als 20 Jahren der erste internationale Studiengang der TU Darmstadt. Nun feierte er sein 21-jähriges Bestehen. Die eigentlich bereits zum 20. Geburtstag vorgesehene Feier musste letztes Jahr pandemiebedingt abgesagt werden.

Der interdisziplinär ausgerichtete Studiengang spricht Studierende an, die bereits einen Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik, Nachrichtentechnik oder ähnlichen Disziplinen vorweisen können und hohe Karriereziele haben. Alle vier Semester werden ausschließlich auf Englisch angeboten. Der starke internationale Fokus zeigt sich auch an der Vielfältigkeit der Herkunftsländer der Studierenden: Diese kommen zu großen Teilen aus Indien, Pakistan, Bangladesch und China. Mit 18 Prozent ist der Frauenanteil für einen technischen Studiengang überdurchschnittlich hoch.

Insgesamt haben bis jetzt 711 Studierende diesen Studiengang absolviert, aktuell sind 179 Studierende eingeschrieben. Gegründet wurde iCE von Professor Manfred Glesner. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen und der Bedeutung von internationalen Studiengängen. Die jährlich 30 bis 40 Absolventinnen und Absolventen profitieren neben der guten Ausbildung an der TU Darmstadt von den zahlreichen über die Jahre aufgebauten weltweiten Verbindungen zu Industriepartnern und Forschenden – und haben nicht zuletzt durch diese Kontakte beste Chancen auf eine Karriere in Industrie und Wissenschaft. etit

Patente für Anteile: TU Darmstadt und Focused Energy unterzeichnen Vertrag

Verrtragsunterzeichnung (v.l.): Prof. Markus Roth, Thomas Forner (CEO Focused Energy), Prof. Tanja Brühl und Prof. Jens Schneider.

6. Juli 2022

Das aus der TU Darmstadt ausgegründete deutsch-amerikanische Unternehmen Focused Energy und die TU Darmstadt haben einen „IP for Shares“-Vertrag geschlossen. Damit überträgt die TU die Rechte an ihrem geistigen Eigentum an Focused Energy. Im Gegenzug wird die TU Teilhaberin an dem Kernfusions-Unternehmen. Mit ihrem innovativen Beteiligungsmodell, das vom Gründungszentrum Highest der TU mitentwickelt wurde, ist die TU Vorreiterin in Deutschland. Denn bei Ausgründungen spiele insbesondere der Transfer von „Intellectual Property“, also geistigem Eigentum, eine tragende Rolle, so TU-Präsidentin Tanja Brühl. Verfügten Start-ups nicht über das Recht, Patente zu übertragen und zu nutzen, seien sie oft handlungsunfähig und für Investoren unattraktiv. „Die Start-ups leisten einen wertvollen Beitrag für die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft; wir schaffen bestmögliche Rahmenbedingungen, die sie für die Konzentration auf den Erfolg ihrer Geschäftsidee benötigen,“ ergänzt Professor Jens Schneider, TU-Vizepräsident für Transfer und Internationalisierung.

„Dank diesem Beteiligungsmodell können wir die Ergebnisse meiner langjährigen Forschungsarbeit an der TU Darmstadt und das Target-Labor für unser Unternehmen nutzen“, sagt Markus Roth, Professor am Fachbereich Physik der TU sowie Experte für Laserfusion und Mitgründer von Focused Energy. „Wir dürfen in Deutschland nicht unsere Zukunftschancen verspielen.“ Durch den IP-for-Shares-Vertrag profitieren nun beide Seiten: Wenn Focused Energy durch die Kommerzialisierung der laserbasierten Kernfusion in einigen Jahren erfolgreich ist, zahlt sich das auch für die TU aus. Interesse an dem Unternehmen mit Sitz in Darmstadt und Austin (Texas) und seiner Technologie besteht weltweit. Im März war das Team von Focused Energy sogar zu Gesprächen ins Weiße Haus und ins Kapitol eingeladen.

Bis zum Ende dieses Jahrzehnts will Focused Energy eine größere Demonstrationsanlage als „Proof of Concept“ bauen – für seinen neuartigen Ansatz, eine kontrollierte Kernfusion durch Laser zu zünden . Fünf Jahre später sollen dann die ersten kommerziellen Kraftwerke preisgünstigen Strom aus der Fusion von Wasserstoff zu Helium erzeugen. Focused Energy

Coronaviren im Abwasser: TU-Projekt wird weiter gefördert

5. Juli 2022

Ein Projekt der TU Darmstadt zur hessenweiten Untersuchung von Abwasser auf Varianten und Mutationen des Coronavirus kann bis Ende 2022 weitergeführt werden. Ermöglicht wird das durch eine zusätzliche Förderung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, wie das Ministerium heute mitteilte.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU liefern bereits seit September 2021 regelmäßig aktuelle Zahlen zum Auftreten besorgniserregender Varianten des Virus‘ SARS-CoV-2. So konnte bereits im November ein erster Nachweis der Omikron-Variante BA.1 erbracht und deren Ausbreitung in Hessen dokumentiert werden. In der aktuellen Phase der Pandemie mit hohen Infektionszahlen und einer Anpassung der nationalen Teststrategie gewinne die Beprobung und Analyse von Abwasser weiter an Bedeutung, erklärte das Ministerium.

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose sagte, er gehe von wichtigen zusätzlichen Erkenntnissen insbesondere mit Blick auf den Herbst aus, für den wieder deutlich ansteigende Infektionszahlen erwartet werden. Auch Professorin Susanne Lackner, Projektverantwortliche des Fachgebiets Wasser- und Umweltbiotechnologie an der TU Darmstadt, betonte, dass die Genomanalyse von Abwasserproben wichtige zusätzliche Informationen über die Ausbreitung von Mutationen und Varianten liefern könne. Die Ergebnisse der Proben werden vom Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen epidemiologisch bewertet und an die hessischen Gesundheitsämter weitergegeben. HMSI/mih

Professor Jens Schneider wird neuer Rektor der TU Wien

Professor Dr. Jens Schneider

01. Juli 2022

Jens Schneider , seit Anfang 2020 Vizepräsident der TU Darmstadt für Transfer und Internationalisierung, ist heute vom Universitätsrat der TU Wien einstimmig zum neuen Rektor der Technischen Universität in der Hauptstadt Österreichs gewählt worden. Schneider, der eine Professur für Statik im Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der TU Darmstadt innehat, tritt sein neues Amt ab 1. Oktober 2023 an. Die Amtsperiode beträgt vier Jahre.

„Ich gratuliere Jens Schneider sehr herzlich zu der Wahl und dem damit verbundenen großen Vertrauensbeweis“, sagte TU-Präsidentin Professorin Tanja Brühl. „Ich freue mich auf die künftig sicherlich enge Zusammenarbeit in den europäischen Netzwerken Technischer Universitäten.“ Die Präsidentin gab jedoch auch zu verstehen, dass der Abschied im kommenden Jahr schwerfallen werde. „Jens Schneider hat mit der die im vorigen Jahr verabschiedeten Internationalisierungsstrategie sowie mit der jetzt in Kraft getretenen xchange-Strategie den Zukunftskurs der TU Darmstadt maßgeblich mitgeprägt. Er wird uns im Präsidiumsteam fehlen. Gleichwohl freue ich mich, dass wir im Präsidium im nächsten halben Jahr noch einige ambitionierte Vorhaben gemeinsam vorantreiben und abschließen.“ feu

TU-Absolvent gewinnt Preis für beste Robotik-Dissertation in Europa

1. Juli 2022

Dr. Michael Lutter, Absolvent des Fachbereichs Informatik der TU Darmstadt, hat den Preis für die beste Robotik-Dissertation in Europa gewonnen. Der ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachgebiet Intelligente Autonome Systeme promovierte im November 2021 über Deep Learning für intelligente Roboter. Seine Dissertation mit dem Titel „Inductive Biases in Machine Learning for Robotics and Control“ wurde mit dem Georges Giralt Ph.D. Award 2022 der Europäischen Gesellschaft für Robotik (euRobotics) ausgezeichnet.

Vor seinem Wechsel an die TU Darmstadt im Jahr 2017 hatte Lutter an der TU München für das Human Brain Project zu biologisch inspirierten Lernalgorithmen geforscht. Seinen Master-Abschluss in Elektrotechnik hatte er an der TU München abgeschlossen und zuvor das Bachelor-Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Duisburg-Essen absolviert. Seit Mai dieses Jahres arbeitet Lutter bei dem Robotik-Unternehmen Boston Dynamics in den USA. mih

Neu an der TU: Professor Jan Gugenheimer

Professor Jan Gugenheimer

30. Juni 2022

Seit Juni ist Jan Gugenheimer neuer Professor für Mensch-Computer-Interaktion am Fachbereich Informatik. Nach seiner Promotion an der Universität Ulm mit Aufenthalten bei Microsoft Research in Redmond und am MIT Media Lab in Cambridge war der 36-jährige Wissenschaftler Assistant Professor bei Télécom Paris. Wir haben bei Professor Gugenheimer nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Das Thema Human-Computer Interaction (HCI) und speziell Augmented und Virtual Reality (AR/VR) ist für mich persönlich extrem spannend, da man in diesem Forschungsgebiet die Möglichkeit hat, zukünftige Technologien zu verstehen und selber zu formen. AR/VR hat das Potential, eine Technologie zu werden, welche wir mit dem selben Energie- und Zeitaufwand nutzen wie unsere Handys. Daher ist es umso spannender, die Möglichkeit zu haben, zukünftige Interaktionskonzepte zu beeinflussen, jedoch auch kritisch zu hinterfragen, wie sich diese Technologie in unseren Alltag integrieren sollte und wie nicht.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

HCI-Forschung funktioniert selbst nur interdisziplinär. Das Feld besteht aus verschiedenen Gebieten (Informatik, Design, Psychologie, Kunst, usw.), welche gemeinsam an Problemen arbeiten. Daher habe ich mich sehr gefreut, diese Interdisziplinarität an der TU Darmstadt zu finden und sehe sehr viele Möglichkeiten für Kollaborationen innerhalb der Informatik, jedoch auch in anderen Fachbereichen, wie etwa der Psychologie, E-Technik und Humanwissenschaften.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich würde sehr gerne einen Einblick in die Bereiche Cognitive Science und Philosophie haben. Beides Thematiken, die ich persönlich unglaublich spannend finde und welche mir auch in meiner eigenen Forschung viel helfen können.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich …

… jede Möglichkeit nutzen, ins Ausland zu gehen und mir verschiedene Gruppen auf der Welt anschauen. Es ist sehr spannend zu sehen, wie die Lehr- und Forschungsansätze in anderen Teilen der Welt funktionieren.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

cst

TU-Professorin Mezini in Senat der DFG gewählt

29. Juni 2022

Die TU-Informatikprofessorin Dr.-Ing. Mira Mezini ist heute als neues Mitglied in den Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewählt worden. Die DFG-Mitgliederversammlung wählte in Freiburg insgesamt vier Wissenschaftlerinnen und einen Wissenschaftler neu in das Gremium, nachdem fünf Mitglieder ausgeschieden waren, wie die DFG mitteilte. Der Senat der DFG ist das zentrale wissenschaftliche Gremium, in dem über alle Angelegenheiten der Forschungsgemeinschaft von wesentlicher Bedeutung beraten und beschlossen wird, soweit sie nicht dem Hauptausschuss vorbehalten sind.

Insgesamt gehören dem Senat 39 Mitglieder an. Von ihnen werden 36 von der Mitgliederversammlung gewählt; sie sind zugleich auch die wissenschaftlichen Mitglieder des Hauptausschusses. Darüber hinaus gehören die Präsidentinnen beziehungsweise Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Max-Planck-Gesellschaft dem Senat kraft ihres Amtes an. Die DFG ist die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft in Deutschland. DFG/mih

Gewinner des internationalen Studierendenwettbewerbs „Designing Resilience Global“ gekürt

28. Juni 2022

Am Freitag (24.7.) wurden die Gewinner des internationalen Studentenwettbewerbs Designing Resilience Global bekannt gegeben, der in diesem Jahr vom Fachgebiet Entwerfen und Stadtentwicklung (Prof. Annette Rudolph-Cleff) der TUDa organisiert wurde. Das Wettbewerbsgebiet befand sich in Singapur und umfasste ein weitläufiges Küstenareal im Süden der Insel. Die Aufgabe bestand darin eine hochverdichtete Wohnbebauung zu entwickeln, die nicht nur auf den Standort zugeschnitten ist, sondern auch auf die Herausforderungen des Klimawandels unter den Leitlinien der Nachhaltigkeit.

Die international besetzte Jury tat sich mit der Entscheidung nicht leicht. Am Ende standen das studentische Team „Institut Teknologi Bandung“ aus Indonesien mit ihrer Arbeit „InfiNATURE“, das studentische Team die „South China University of Technology“ mit ihrer Arbeit „Weaving with Nature“ und das studentische Team der “Université de Montréal“ mit ihrer Arbeit „Bending the Current“ als Preisträger fest. Mit einer Honorierung wurde noch die „Kyushu University“ mit ihrer Arbeit „Embracing City“ ausgezeichnet.

Der Wettbewerb war Teil einer ganzen Themenwoche zu urbaner Resilienz, die mit einem drei tägigen Symposium ihren Auftakt fand. In Vorträgen und Interviews international bekannter Experten wie Herbert Dreiseitl, Flemming Rafn Thomsen, Kopenhagen, und Kongjian Yu, Beijing, wurden vielfältige Themenschwerpunkte der urbanen Resilienz beleuchtet. Durch die Einbindung in das Programm der „emergenCITY week“des LOEWE Zentrums emergenCITY ist es darüber hinaus gelungen, ein sehr breites Publikum unterschiedlichster Fachdisziplinen zusammenzubringen. Joachim Schulze / pg

Schülerinnen und Schüler aus Athen besuchen TU Darmstadt

28. Juni 2022

40 Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Athen haben kürzlich die TU Darmstadt besucht.

Das Dezernat Internationales hatte für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 in Kooperation mit der Zentralen Studienberatung- und Orientierung (ZSB) das Programm erstellt. Thema unter anderem: wie man sich auf der TU-Webseite detailliert über einen Studiengang informieren kann. In einer lockeren „Vier-Ecken-Talk-Runde“ standen internationale TU-Studierende aus den Studiengängen Cognitive Science, Biomolecular Engineering und Informatik sowie eine Auszubildende aus dem Ausbildungsgang „Verwaltungsfachangestellte“ der Gruppe aus Athen Rede und Antwort, auf dem Campus Lichtwiese berichtete eine Architekturstudentin von ihrer Studienwahl und ihren bisherigen Erfahrungen mit ihrem Studienfach.

In den kommenden Sommerwochen ist die TU Gastgeberin für Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule aus Lomas Verdes/ Mexiko-Stadt sowie der TU9-ING-Woche 2022, einer Schnupperstudienwoche für Schülerinnen und Schüler Deutscher Auslandsschulen weltweit zum Thema „Mint für eine nachhaltige Zukunft“. Babette Chabilan/sip

International Ceramics Prize für Professor Riedel

28. Juni 2022

TU-Professor Ralf Riedel ist mit dem International Ceramics Prize ausgezeichnet worden. Der Preis wurde beim 15. International Ceramics Congress CIMTEC in Perugia (Italien) übergeben. Er wird alle vier Jahre von der World Academy of Ceramics verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Riedel erhielt den Preis für seinen bahnbrechenden Beitrag zur Entwicklung von Oxid- und Nichtoxid-Materialien, polymerbasierten Keramiken, Hochdruck-Materialsynthese und Materialien für die Energiespeicherung.

Riedel leitet das Fachgebiet Disperse Feststoffe am Fachbereich Material- und Geowissenschaften der TU Darmstadt.

Die World Academy of Ceramics wurde 1987 gegründet. Sie zielt darauf, den Fortschritt auf dem Gebiet der Keramik zu fördern und ein besseres Verständnis für die sozialen Auswirkungen und kulturellen Wechselwirkungen der Keramikwissenschaft, -technologie, -geschichte und -kunst zu schaffen. sip

Neu an der TU: Professor Massimo Rolle

Professor Massimo Rolle

23. Juni 2022

Seit Juni ist Massimo Rolle Professor für Aquatische Geochemie am Fachbereich Material- und Geowissenschaften. Wir haben bei Professor Rolle, der zuvor an der Technischen Universität Dänemark als Associate Professor tätig war, nachgefragt:

Was ist der größte Meilenstein Ihrer bisherigen Karriere?

Meine Forschungstätigkeit konzentriert sich auf die Qualität des Grundwassers sowie den Verbleib und die Sanierung von Schadstoffen. Ich arbeite auf verschiedenen Skalen (von der Porenskala bis zur Feldskala) und mein Forschungsansatz basiert auf der Kombination von experimentellen Techniken und Modellierungstechniken, um ein quantitatives Verständnis der gekoppelten physikalischen und biogeochemischen Prozesse im Untergrund zu gewinnen. Zu den wichtigsten Meilensteinen meiner wissenschaftlichen Arbeit gehören:

  • Neue Parametrisierung der Dispersion und neue Mischungsmetriken für den Transport von gelösten Stoffen in porösen Medien;
  • Einführung von Konzepten und Modellierungsansätzen auf der Grundlage der Nernst-Planck-Gleichung für den Mehrkomponenten-Transport von Ionen im Grundwasser;
  • Beweis von spiralförmiger Strömung in heterogenen und anisotropen porösen Medien;
  • Weiterentwicklung innovativer mehrdimensionaler Versuchsaufbauten zur Untersuchung von Schadstofffreisetzung, -transport und -abbau;
  • Eingehende Untersuchung elektrokinetischer Sanierungsprozesse.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Die aquatische Geochemie ist ein Forschungsgebiet von großer wissenschaftlicher und praktischer Bedeutung, das aufgrund der zunehmenden Anspannung bei der Verfügbarkeit und Qualität der Wasserressourcen immer wichtiger wird. Das Verständnis der Prozesse, die die Wasserqualität, die Wechselwirkungen zwischen Wasser und Gestein und den reaktiven Transport von Schadstoffen steuern, sowie das Erlernen von Instrumenten zur Beschreibung dieser zentralen Umweltprozesse und zum Schutz und zur Bewirtschaftung der Wasserressourcen ist eine gewaltige und spannende Herausforderung.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Mein Forschungsgebiet hat viele Schnittstellen zu anderen Fachgebieten der TU Darmstadt. Zum Beispiel gibt es am Institut für Angewandte Geowissenschaften Schnittpunkte und klare Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Gruppen Hydrogeologie, Bodenmineralogie und Bodenchemie, Angewandte Sedimentgeologie und Angewandte Geothermie.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich würde gerne einen Tag am Fachbereich für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften verbringen, da ich ein großes Potenzial für die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen der Umweltwissenschaft und -technik sehe.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich …

… mich für einen Studiengang entscheiden, der sich auf Umweltprozesse, Wasser und Energie konzentriert, da ich glaube, dass diese interessanten Themen in den kommenden Jahren von wachsendem internationalem Interesse sein werden und dass mir ein Studienplan mit einem solchen Schwerpunkt viele Türen in meiner zukünftigen beruflichen Laufbahn öffnen würde.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… eine Pause mit einer sportlichen Aktivität im Freien, die einen Ausgleich zum Stress eines vollen Arbeitstages darstellt.

pb

Studie für EU-Parlament mit Beteiligung von PEASEC

15. Juni 2022

Eine neue Studie unter Beteiligung der Forschungsgruppe Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit (PEASEC) am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt bietet einen systematischen Überblick über aktuelle Sicherheitsbedrohungen für das Unterseedatenkabelnetz der EU. Die Erhebung im Auftrag des EU-Parlaments gibt laut PEASEC eine Reihe von Empfehlungen, wie die Resilienz dieser wichtigen Infrastruktur verbessert werden kann. Die weltweite digitale Kommunikation läuft bis zu 99 Prozent über das globale Unterwasser-Datenkabelnetz – Weltwirtschaft und digitale Dienste sind vollständig von ihm abhängig.

PEASEC-Wissenschaftler Jonas Franken sagte, aus sicherheitspolitischer und regulativer Sicht seien maritime Kommunikationsinfrastrukturen lange Zeit zu wenig erforscht worden, obwohl der Alltag und Wohlstand in Europa in hohem Maße vom Internet abhängig sei. Die neue Analyse werfe „ein Licht auf das enorme noch ungenutzte Potenzial der Kabelsicherheitspolitik auf EU-Ebene und darüber hinaus“.

Der Beitrag von PEASEC wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Rahmen der gemeinsamen Förderung des Nationalen Forschungszentrums für Angewandte Cybersicherheit ATHENE und von der LOEWE-Initiative des Landes Hessen im Rahmen des emergenCITY-Zentrums gefördert. Reuter/mih

TU beteiligt sich an bundesweitem Digitaltag

15. Juni 2022

Die TU Darmstadt beteiligt sich in diesem Jahr mit vier spannenden Angeboten am bundesweiten Digitaltag am 24. Juni 2022. Geplant sind folgende Veranstaltungen: „Verantwortungsbewusste Datenanalyse: Wie geht man ethisch reflektiert mit KI Systemen um?“ (online, 14–16 Uhr), „Hochleistungsrechnen an der TU Darmstadt – Wie und Wofür?“ (online, 13–14 Uhr), ,„Forschungsdatentag 2022 – Forschungsdatenmanagement kennenlernen und erproben“ (online, mehrere Veranstaltungen) und „Robot Talk Installation: Zwei humanoide Furhat-Roboterköpfe unterhalten sich auf Basis eines KI-Sprachmodells“ (vor Ort: 21. Juni.2022, 12–13.30 Uhr).

Der Digitaltag findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Er soll eine Plattform bieten, um verschiedene Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen. Der Aktionstag soll die Digitalisierung mit zahlreichen Formaten erklären, erlebbar machen, Wege zu digitaler Teilhabe aufzeigen und auch Raum für kontroverse Debatten schaffen.

Getragen wird der Digitaltag von der Initiative „Digital für alle“, einem Bündnis von 28 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand. Die Hessischen Hochschulen beteiligen sich – im Rahmen des Digitalpakts Hochschulen – auch in diesem Jahr aktiv am Programm. Jurasz-Kischka/mih

AI Startup Rising zeichnet zwei kreative TU-Ideen aus

Die Gewinner*innen der Open Idea Competition 2022 zusammen mit Mitgliedern der Jury, Marie Ossenkopf, Günter Kraft und Carlotta von Ulm-Erbach (1.-3.v.r.) und Tobias Kehl (1.v.l.).

10. Juni 2022

Zwei Projekte aus der TU Darmstadt sind beim ersten Ideenwettbewerb von AI Startup Rising des Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) mit Preisen ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb stand unter der Leitfrage „Welches Problem würdest du gerne mit Künstlicher Intelligenz lösen?“

Den zweiten Platz erreichte das Projekt „PanocularAI“, eingereicht von einem Postdoc am Fachgebiet Parallele Programmierung (Fachbereich Informatik). PanocularAI ist eine Deep-Tech-Lösung und beschäftigt sich mit dem energieeffizienten Training von Computer-Vision-Modellen, das vor allem für sogenannte „Edge-Devices“ wie Drohnen und andere batteriebetriebene Geräte relevant ist.

Platz 3 ging an „Bird Mapper“, eine Idee eines Computational-Engineering-Masterstudenten und begeisterten Ornithologen. Sein Traum ist es, mit Hilfe von KI Vogelpopulationen schneller und besser zu lokalisieren als es im Moment durch Vogelbeobachtungen meist ehrenamtlich helfender Menschen möglich ist. Bird Mapper schafft Transparenz über lokale Biodiversität und kann darüber hinaus als Warnsystem für die Folgen des Klimawandels eingesetzt werden.

Mehr als 25 Teams hatten ihre Ideen eingereicht. Verliehen wurden drei Haupt- und vier Sonderpreise. Alle Ideen-Teams werden von AI Startup Rising weiter betreut. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Projekts AI Startup Rising von hessian.AI statt. AI Startup Rising ist eines von vier KI-Modellprojekten, das durch das EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit 3,7 Mio. Euro über vier Jahre gefördert wird.

„AI Startup Rising ist ein ganz wesentlicher Baustein in einem System, welches wir mit hessian.AI aufbauen, mit dem Anspruch, dass KI in die Gesellschaft, in die Wirtschaft und Politik getragen wird.“, unterstrich die Präsidentin der TU Darmstadt, Professorin Tanja Brühl, in ihrem Grußwort. Unterstützt wird das Projekt auch von den Gründerzentren der beteiligten Hochschulen wie HIGHEST an der TU Darmstadt. An hessian.AI sind 13 hessische Hochschulen beteiligt, darunter federführend auch die TU Darmstadt. sip

Zwei TU-Projekte für offene Bildungsmaterialien ausgezeichnet

9. Juni 2022

Bei der ersten Verleihung eines Preises für die besten Open Educational Resources (OER) im Rahmen des Digitalpakt-Projekts „HessenHub – Netzwerk digitale Hochschullehre“ ist die TU Darmstadt gleich zwei Mal erfolgreich gewesen. Pascal Mosler, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Numerische Methoden und Informatik im Bauwesen am Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, wurde für seine Erklärvideos zu Konstruktionsverfahren aus der Darstellenden Geometrie ausgezeichnet. Paul Hermann und Tristan Schulz, studentische Tutoren der Lehrveranstaltung „Rechnerorganisation“ am Fachbereich Informatik, erhielten einen Preis für ihre Lernvideos zu Themen der Rechnerorganisation, wie die E-Learning-Arbeitsgruppe an der TU Darmstadt mitteilte.

OER sind Lernmedien, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden. Sie ermöglichen den freien Zugang zu Bildung und vereinfachen gleichzeitig die Verwendung von Medien in der Lehre. Die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern hessischer Hochschulen legte bei der Preisvergabe nach eigenen Angaben besonderen Wert auf die Originalität und Offenheit der Beiträge. Ziel soll sein, einen Kulturwandel in den hessischen Hochschulen anzuregen. Insgesamt wurden sechs Preise vergeben. Hoppe/mih

hr berichtet über 50 Jahre Informatik an der TU

9. Juni 2022

Der Hessische Rundfunk hat gestern über das 50-jährige Bestehen des Fachbereichs Informatik an der TU Darmstadt berichtet. In dem Radiobeitrag von hr4 erinnerte sich unter anderem einer der ersten Professoren des Fachbereichs, José Luis Encarnação, an die Anfangsjahre. Ohne die damaligen Entwicklungen in der grafischen Datenverarbeitung wären viele heutige Multimedia- und Spiele-Anwendungen nicht möglich, sagte Encarnação, der von 1975 bis 2009 Professor in Darmstadt war.

Der Fachbereich Informatik an der TU Darmstadt war am 15. Mai 1972 gegründet worden. Am 12. Mai 2022 wurde das 50. Jubiläum mit einem Festakt gefeiert. mih

QS Ranking 2023 veröffentlicht: TU Darmstadt behält gute Position

9. Juni 2022

Im gestern erschienenen internationalen QS World University Ranking 2023 belegt die TU Darmstadt Platz 275 und ist damit ähnlich gut wie im Vorjahr gerankt. Auch in diesem Jahr hat sich die Anzahl der gelisteten Universitäten weiter erhöht, so dass nun etwa 1.400 Universitäten weltweit gelistet sind.

Die Methodik des Rankings basiert vor allem auf Reputationsumfragen unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Zudem werden von den Hochschulen zur Verfügung gestellte statistische Daten sowie bibliometrische Daten der Datenbank Scopus ausgewertet. Das Ranking wird vom britischen Unternehmen QS Quacquarelli Symonds erstellt und soll nach Aussage von QS insbesondere internationalen Studieninteressierten Orientierung bei der Wahl einer Universität bieten. Zielbauer/mih

Medienschau: TU-Politikwissenschaftler Stecker im DLF

8. Juni 2022

Der TU-Politikwissenschaftler Professor Christian Stecker hat sich im Deutschlandfunk zur Bundestags-Abstimmung über das Sondervermögen für die Bundeswehr geäußert. In der Sendung „Das war der Tag“ würdigte er das Votum als „weitgehend einvernehmlich, nicht nur zwischen der Ampel, sondern auch mit der Union“. Angesichts der Krise in der Ukraine seien die Konflikte zwischen den Parteien in den Hintergrund getreten, sagte Stecker. Das sei bei verteidigungspolitischen Themen nicht immer so gewesen, etwa bei der Bewaffnung von Drohnen.

Der Parteienforscher wies jedoch zugleich darauf hin, dass auf die Ampel künftig einige konfliktreichere Themen zukämen, bei denen sie vermutlich keine Einigkeit werde demonstrieren können. Als Beispiel nannte er die Verhandlungen über den nächsten Haushalt. Der Bundestag hatte am 3. Juni mit großer Mehrheit den Weg frei gemacht für die Einrichtung eines Bundeswehr-Sondervermögens 100 Milliarden Euro. mih

TU-Professorin Gurevych in Berliner Wissenschaftsakademie aufgenommen

03. Juni 2022

Die TU-Informatik-Professorin Iryna Gurevych ist in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) aufgenommen worden. Im Rahmen ihrer Gremiensitzungen zum Leibniztag 2022 nahm die Akademie heute insgesamt 13 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Ordentliche Mitglieder neu auf. Gurevych lehrt und forscht seit 2006 an der TU Darmstadt in der Automatischen Sprachverarbeitung und Künstlichen Intelligenz – mit dem Fokus auf Anwendungen in Geistes-, Human- und Sozialwissenschaften.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist eine Fach- und Ländergrenzen überschreitende Vereinigung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit mehr als 300-jähriger Tradition. Sie dient der unter anderem Förderung der Wissenschaften, nimmt Aufgaben der Gesellschafts- und Politikberatung wahr und fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Insgesamt gehören der Akademie rund 400 Mitglieder an. mih

Aktionswoche der Botanischen Gärten vom 11. bis 19. Juni

Der Botanische Garten der TU Darmstadt

02. Juni 2022

Jedes Jahr Anfang Juni laden die Botanischen Gärten in Deutschland und Österreich, die Mitglied des Dachverbandes Botanischer Gärten e.V. sind, zu einer Aktionswoche ein. Führungen, Workshops, Vorträge und eine gemeinsame Ausstellung geben Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die faszinierende Welt der Pflanzen zu entdecken. Neben über 30 Gärten nimmt auch der Botanische Garten der TU Darmstadt vom 11. bis 19. Juni an der Woche der Botanischen Gärten teil. Diese steht in diesem Jahr unter dem Thema „Neue Wilde – Globalisierung in der Pflanzenwelt“.

Pflanzen können viel schneller und weiter reisen, als es ihre natürlichen Ausbreitungsmechanismen zulassen. Mit Hilfe des Menschen und den modernen Transportmitteln überwinden Pflanzen nämlich spielend natürliche Barrieren. Die unbeabsichtigt eingebrachten Pflanzenarten finden häufig in urbanen Lebensräumen einen neuen Standort. Aber auch in natürlichen und naturnahen Lebensräumen breiten sich einige Arten aus.

Wie reisen Pflanzen? Welche Eigenschaften lassen Pflanzen invasiv werden? Welche Bedeutung haben Botanische Gärten, aber auch Privatgärten für die Ausbreitung von Neophyten? Zu dem spannenden Thema der Aktionswoche rund um biologische Invasionen wird Dr. Kerstin Reifenrath am Donnerstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr im Botanischen Garten der TU Darmstadt einen Vortrag halten. Am Freitag, 10. Juni, wird Kanzler Dr. Manfred Efinger dann um 13 Uhr die Ausstellung zur diesjährigen Aktionswoche eröffnen. Die Ausstellung mit 14 Thementafeln erklärt alles Wissenswerte über Reisewege und Pflanzeneigenschaften. Rund 35 Pflanzensteckbriefe stellen die „Neuen Wilden“ vor. Die Ausstellung ist bis 19. Juni im Botanischen Garten der TU Darmstadt in der Schnittspahnstraße zu sehen.

pb/vbg

Zwei TU-Mitglieder in Denkmalbeirat der Stadt berufen

30. Mai 2022

Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat jetzt den Denkmalbeirat neu berufen. Unter den neuen Mitgliedern sind auch zwei TU-Angehörige: Dr. Sandra Sieber und Dr. Clemens Brünenberg aus dem Fachbereich Architektur gehören zu den elf sachverständigen Bürgerinnen und Bürgern, die für die Legislaturperiode die Untere Denkmalschutzbehörde bei ihren Aufgaben beraten.

Dr. Sandra Sieber ist Landschaftsarchitektin und hat sich in ihrem Studium mit Freiraumplanung und Gartendenkmalpflege auseinandergesetzt. Sie ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Architektur tätig und setzt sich insbesondere mit der Thematik Klimaanpassung, Landschafts- und Freiraumentwicklung mit regenerativen Energien sowie Gebäudebegrünung auseinander. Fachlich ergänzt sie den Beirat im Bereich Gartendenkmalpflege wie auch hinsichtlich Fragen des Klimaschutzes. Dr. Clemens Brünenberg ist ebenfalls als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Architektur beschäftigt, mit den fachlichen Schwerpunkten Archäologie, Bauforschung und Digitale Rekonstruktionsmodelle. Neben der grundsätzlichen Thematik der Denkmalpflege ist er auch mit Fragen der der Rekonstruktionsdebatte vertraut, was im Bereich der Welterbestätte Mathildenhöhe von Bedeutung ist. Darüber hinaus ergänzt er den Beirat fachlich im Bereich archäologischer Themen.

Der Denkmalbeirat berät die Untere Denkmalschutzbehörde. Er arbeitet unabhängig und ist an Weisungen nicht gebunden. Das Gremium tritt am 27. Juli zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Wissenschaftsstadt Darmstadt/sip

Bienenstock im Schlossgraben zerstört

25. Mai 2022

Mutmaßliche Randalierer haben einen an der TU Darmstadt beheimateten Bienenstock im Schlossgraben umgeworfen und zerstört. Er sei kürzlich von TU-Beschäftigten auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden, sagte der zuständige Imker Udo Drees. Bei einer anschließenden Kontrolle habe er keine Bienen mehr vorgefunden. Die Einzelteile der Insektenbehausung, der sogenannten Bienenbeute, seien auf der Grünfläche am Residenzschloss verstreut gewesen.

„Der entstandene Sachschaden von etwa 200 Euro für ein neues Bienenvolk ist das geringste Problem“, sagte Drees. „Viel trauriger ist, dass womöglich mehrere Tausend Bienen gestorben sind, sofern sie keine neue Heimat bei einem anderen Volk finden konnten.“ Der Standort im Schlossgraben sei vermutlich nicht haltbar, nachdem dort bereits im vergangenen Jahr ein Bienenvolk zerstört worden sei.

Auch TU-Kanzler Manfred Efinger äußerte Bedauern über den Vandalismus. „Ich bin schockiert über diese Tat sinnloser Zerstörung im Schlossgraben“, sagte er. „Dass der Imker diesen Standort vorerst aufgeben möchte, kann ich verstehen. Ich bedaure es sehr.“ Die TU werde Drees bei der Suche nach einem neuen Platz auf dem Unigelände – möglicherweise in der Umgebung des Herrngarten oder der Mensa – behilflich sein. Der Hobby-Imker hat auch bereits mehrere Bienenvölker im Hochschulstadion an der Lichtwiese. mih

Medienschau: Podcast mit Prof. Martin Knöll zur „barrierefreien Stadt“

23. Mai 2022

Angenommen, Deutschland wäre barrierefrei. Wie würden dann die Städte aussehen? Wie würde ein barrierefreies Deutschland die Gesellschaft ändern? Gäbe es vielleicht dann mehr Chefinnen und Chefs mit Behinderung? Der ARD-Tagesschau Zukunfts-Podcast „mal angenommen“ spielt das Szenario „eines barrierefreien Deutschlands“ in seiner aktuellen Episode in einem Gedankenexperiment durch. Zum Thema „barrierefreie Stadt“ spricht das Moderationsteam Justus Kliss und Vera Wolfsskämpf mit dem Architekten Martin Knöll, Professor für Entwerfen und Stadtplanung am Fachbereich Architektur an der TU Darmstadt. Mit über zehn Forschenden arbeitet er am Fachbereich Architektur daran, die notwendigen Transformationsprozesse hin zu nachhaltigen, inklusiven und lebenswerten Städten voranzubringen. 2020 wurde Knöll mit seinem Projekt „Gesundheitsfördernde Stadtgestaltung“ als erster Architekt in das Heisenberg Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen. pb

Treffen zu Cybersicherheit an der University of Texas at San Antonio

23. Mai 2022

Expertinnen und Experten der University of Texas at San Antonio (UTSA) und der TU Darmstadt trafen sich am 20. Mai auf Einladung des Fachbereichs Informatik der UTSA, um dort die bestehenden Kooperationsaktivitäten der beiden Partneruniversitäten im Bereich der Cybersicherheit zu besprechen und mögliche Felder der Zusammenarbeit auszuloten. Als Ausgangspunkt galt dabei der erfolgreiche Austausch von Studierenden und Doktoranden zu verschiedenen Forschungsprojekten, die zunächst virtuell durchgeführt wurden. Darüber hinaus beruht das Interesse an der Etablierung und Umsetzung gemeinsamer Kooperationsprojekte in Lehre und Forschung auf dem Forschungsschwerpunkt und der Interdisziplinarität beider Universitäten.

Beide Hochschulen zeichnet sich zudem durch ihre exzellenten Forschungsbedingungen aus: Die TU Darmstadt gilt als international herausragender Forschungsstandort auf dem Gebiet der Cybersicherheit. Die UTSA und die Stadt San Antonio sind ein wichtiger Knotenpunkt für Cybersicherheit in den USA nach Washington D. C.. Außerdem ist die UTSA eine forschungsstarke Universität und gehört mit ihren Bachelor- und Masterstudiengängen im Bereich der Cybersicherheit zu den Besten in den USA.

An diesem regen Austausch nahmen seitens der UTSA neben den Vertreterinnen und Vertretern des Fachbereichs Informatik auch Mitarbeitende des Fachbereichs Information Systems and Cyber Security und der Abteilung Global Initiatives teil. Die TU Darmstadt wurde durch Professor Ahmad-Reza Sadeghi, Leiter des Fachgebiets Systemsicherheit, fachlich vertreten. Frau Enkhsaruul Brito repräsentierte die TU Darmstadt als Leitung des Nordamerikabüros , das seit Anfang Mai 2022 auf dem Campus der UTSA besetzt ist. Brito / pb

1100 Interessierte bei „hobit contact“

20. Mai 2022

Rund 1100 interessierte Schülerinnen und Schüler haben am 17. Mai im Rahmen der „hobit contact“ die Stände der TU Darmstadt besucht und sich über das Studienangebot der TU informiert. Bis zur letzten Minute vor der Schließung um 17.00 Uhr wurden Gespräche geführt. „Das Präsenzformat ist bei der Zielgruppe mithin sehr gut angekommen“, so das Fazit des TU-Organisationsteams.

Die Qualität der Gespräche gibt ebenfalls Anlass zur Zufriedenheit. Vertreterinnen und Vertreter der Fachbereiche registrierten tiefes Interesse, intensive und detaillierte Nachfragen und gute Vorbereitung der jungen Besucherinnen und Besucher. „Dazu mag auch die „hobit online“ vom Januar beigetragen haben, die ebenfalls sehr gut besucht gewesen war und die sozusagen eine Wissensbasis gelegt hat, auf der die Schüler:innen jetzt gezielt aufbauen konnten“, so das Veranstaltungsteam.

Neben Gesprächen mit Studierenden und Forschenden gab es während der „hobit contact“ im karo 5 auch handfeste Exponate zu erleben, so zum Beispiel ein Hoverboard, das auf einem Supraleiter schwebte und von den Besucherinnen und Besuchern ausprobiert werden konnte.

Die Hochschul- und Berufsinformationstage (hobit) hatten in diesem Jahr erstmals als zweiteiliges Format stattgefunden. Auf die „hobit online“ Ende Januar folgte nun im Mai die „hobit contact“, bei der sich die beteiligten Einrichtungen an ihren jeweiligen Standorten präsentierten. Insgesamt besuchten etwa 2.500 junge Menschen die Präsenz-Informationsangebote von TU, Hochschule Darmstadt, Evangelischer Hochschule, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und Agentur für Arbeit Darmstadt. Die digitale Plattform der hobit online hatte etwa 40.000 Besuche verzeichnet. sip

Lehrprojekt „DiPlan" gefördert

18. Mai 2022

Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert das Projekt „DiPlan – Digitales Planspielkolloquium“ von Professorin Katja Adl-Amini aus dem Fachbereich Humanwissenschaften im Kontext der Ausschreibung „Freiraum 2022”. In diesem Rahmen werden experimentelle Projekte in der Hochschullehre von der Konzeption über die Durchführung bis zur Reflexion gefördert, die durch ihr hohes Innovationspotential überzeugen. Das Projektvorhaben DiPlan läuft über zwölf Monate und wird gemeinsam mit Dr. Silke Haas von der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt. Es zielt durch die Initiierung eines Kolloquiums auf die nachhaltige Vernetzung von Lehrenden in der Lehrkräftebildung zum Planspieleinsatz, um innovative Lehrformate zu konzipieren, erproben und zu reflektieren. Melanie Hanel

TU Darmstadt gehört zu „Digital Leaders in Higher Education“

18. Mai 2022

Im kürzlich erschienenen Ranking Digital Leaders in Higher Education belegt die TU Darmstadt den 34. Platz im weltweiten Vergleich. Innerhalb der deutschen Hochschulen erreicht sie den siebten Rang. Der Gesamtrangliste liegen verschiedene Teilrankings zugrunde. In der Kategorie „Digital Entrepreneurship Programs“ schneidet die TU Darmstadt dabei am besten ab und wird weltweit auf Platz 17 geführt. In den Bereichen „Online Degrees“, „Computer Science“ und „Data Science“ gehört sie global gesehen ebenfalls zu den Top 30.

Das Ranking soll ermitteln, welche Hochschulen führend in der Vermittlung digitaler Kompetenzen sind und ihre Studierenden somit optimal auf Führungsaufgaben im digitalen Umfeld vorbereiten. Das Ranking wurde von dem französischen Beratungsunternehmen Emerging erstellt und von „Times Higher Education“ (THE) veröffentlicht. Grundlage für die Rangliste sind Analysen der Lebensläufe von Führungskräften im digitalen Bereich ergänzt durch Befragungen ausgewählter IT-Expertinnen und -Experten. Müller/mih

Akaflieg erhält Silberne Ehrenplakette des Ministerpräsidenten

17. Mai 2022

Die Akademische Fliegergruppe (kurz Akaflieg) der TU Darmstadt hat zu ihrem 100-jährigen Bestehen heute die Silberne Ehrenplakette des Landes Hessen entgegengenommen. Die Auszeichnung war der Hochschulgruppe bereits im Jahr 2020 verliehen worden, aufgrund der Corona-Einschränkung überreichte Bürgermeisterin Barbara Akdeniz die Plakette aber erst jetzt, wie die Wissenschaftsstadt Darmstadt mitteilte. „Ich gratuliere der Akaflieg Darmstadt zu dieser hohen Auszeichnung“, sagte sie. „Diese würdigt den wichtigen Beitrag, den die Akaflieg zur Weiterentwicklung der Fliegerei geleistet hat und leistet.“

Akaflieg Darmstadt ist eine der ältesten Hochschulgruppen an der TU Darmstadt. Sie gehört außerdem zu den ersten drei in Deutschland gegründeten Akademischen Fliegergruppen – neben der Akaflieg in Aachen und der in Berlin-Charlottenburg. Seit 1920 widmet sie sich unter dem Motto „Forschen, Bauen, Fliegen“ dem Planen, Konstruieren, Fertigen und Erproben von Segelflugzeugen sowie dem Entwickeln neuer Prototypen.

Die Silberne Ehrenplakette hatte der damalige Hessische Ministerpräsident Georg August Zinn 1951 gestiftet, um das ehrenamtliche und kulturelle Wirken von Gesangs- und Sportvereinen zu würdigen. mih

Land fördert Kooperations-Studiengang an vietnamesischer Partneruniversität

16. Mai 2022

Das Land Hessen fördert den Masterstudiengang „Water Technology, Water Reuse and Water Management“, den die Vietnamese-German-University (VGU) in Ho-Chi-Minh-City in Kooperation mit der TU Darmstadt anbietet. Das Studienfach widmet sich der Wasser- und Abwasserbehandlung in Gebieten mit schwacher Infrastruktur und forscht in enger Zusammenarbeit mit Dozierenden der TU Darmstadt an Lösungen, um Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) fördert den Aufbau und die Weiterentwicklung des im November 2020 eingeführten Studiengangs in diesem Jahr mit 127.600 Euro. Eine jährliche Anschlussfinanzierung bis zum Jahr 2028 ist vorgesehen.

„Wasser ist unser wichtigstes Gut und lebensnotwendig. Der neue Masterstudiengang an der VGU nimmt Aufbereitung, Wiederverwendbarkeit und den Umgang mit Wasser in den Blick – das ist in Zeiten drohender Wasserknappheit enorm wichtig“, erklärt Wissenschaftsministerin Angela Dorn in einer Pressemeldung des HMWK. Der Fluss Mekong ist eine der wichtigsten Wasserquellen Vietnams. Eingeleitete Schadstoffe, der Sandabbau am Untergrund des Flusses sowie der wachsende Salzgehalt durch den steigenden Meeresspiegel haben drastische Einflüsse auf seine Wasserqualität. Die Studierenden und Dozierenden suchen Lösungen für Wasser- und Abwasserprobleme und dafür, Flüsse und Gewässer sauber zu halten.

Die 2008 auf gemeinsame Initiative von Vietnam und Hessen gegründete Universität nahe Ho-Chi-Minh-City ist die erste staatliche vietnamesische Universität mit einem internationalen Partner, die weitgehende Autonomie nach dem Vorbild der TU Darmstadt genießt. Mit einem Lehr- und Forschungsbetrieb von rund 2.000 Studierenden bietet die Hochschule aktuell 16 Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen in Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften an. Mittlerweile haben mehr als 1.300 Studierende nach erfolgreichen Prüfungen einen deutschen Universitätsabschluss und einen VGU-Abschluss erhalten. HMWK/pb

Medienschau: DLF berichtet über TU-Projekt zu sozialen Konflikten

13. Mai 2022

Der Deutschlandfunk hat gestern in seiner Sendung „Aus Kultur- und Sozialwissenschaften“ über ein am Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt angesiedeltes Projekt berichtet. In dessen Fokus steht der Umgang intellektueller Eliten mit sozialem Protest und sozialen Konflikten in der Demokratie: Werten sie die oppositionellen Forderungen ab, versuchen sie mit einem Entgegenkommen, den Protest abzuschwächen? Das Projekt „Der Blick nach unten. Soziale Konflikte in der Ideengeschichte der Demokratie“ soll systematisch-historisch untersuchen, wie die Wahrnehmung sozialer Konflikte in der theoretischen Verarbeitung zu bestimmten, die Demokratie einhegenden Positionen führt. Verantwortlich sind Professor Dr. Dirk Jörke (TU Darmstadt), PD Dr. Oliver Eberl (Leibniz-Universität Hannover) sowie Dr. David Salomon (TU Darmstadt, Universität Hildesheim). mih

Prof. Anderl im Führungsteam der Akademienunion

10. Mai 2022

Professor Reiner Anderl, Leiter des Fachgebiets Datenverarbeitung in der Konstruktion (DiK) am Fachbereich Maschinenbau der TU, ist Teil des neuen Führungsteams der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. Anderl wurde Anfang Mai zum Vizepräsidenten gewählt; er und die übrigen neu bestimmten Vorstandsmitglieder werden für drei Jahre an der Spitze der Akademienunion stehen. Der neue Vorstand erklärte als Ziel, die Sichtbarkeit der Akademienunion im deutschen Wissenschaftssystem nachhaltig zu steigern.

Die Akademienunion ist der Zusammenschluss von acht deutschen Wissenschaftsakademien. Insgesamt sind in den Mitgliedsakademien mehr als 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertreterinnen und Vertretern ihrer Disziplinen gehören.

Anderl, der 2021 in den Ruhestand trat, ist neben seiner Professur in diversen Funktionen tätig. Unter anderem ist er Mitglied der wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung e.V., der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech) und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Plattform Industrie 4.0. Seit 2017 ist Anderl Präsident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. sip

Ausstellung zeigt virtuelle Rekonstruktionen aus dem antiken Köln

Virtuelle Rekonstruktion des Nordtors – Blick von außerhalb der Stadt.

09. Mai 2022

Das Fachgebiet Digitales Gestalten des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt hat für die Archäologische Landesausstellung Nordrhein-Westphalens „Rom am Rhein“ Bauten des antiken Kölns virtuell in Szene gesetzt. Statthalterpalast, Tempel, Prachtstraßen und Plätze – bis heute zeigen die Spuren dieser Monumente die Bedeutung Kölns als Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermanien. Highlight-Funde und digitale Rekonstruktionen zeigen das spannende Leben im „Rom am Rhein“.

In einem Forschungsteam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“, dem Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln sowie der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest, Fakultät für Architektur, entstanden an der TU Darmstadt zahlreiche virtuelle Rekonstruktionen, die in einem Film zu sehen sind. Auch neu erforschte Bereiche wie die Vorstadtbebauung mit ihren Töpferwerkstätten sind Bestandteil der Forschung gewesen. Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober 2022 im Kulturzentrum am Neumarkt in Köln zu sehen. Fachgebiet Digitales Gestalten

Medienschau: SWR Umweltmagazin berichtet über Projekt „WieBauin“

09. Mai 2022

Wie können wir nachhaltig bauen und notwendige Bauressourcen schonen? Am Fachgebiet für Landmanagement, Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, wird alte Bausubstanz nicht als Bauschutt, sondern als Fundgrube gesehen. Das SWR Umweltmagazin „Aktuell Global“ sprach mit Professor Joachim Linke über das Forschungsprojekt „WieBauin“.

Das Projekt „WieBauin“, das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung im Rahmen der Maßnahme Stadt-Land-Plus gefördert wird, verfolgt das Ziel, die knappen natürlichen Ressourcen des ländlichen Raums zu sparen und Wege zu finden, um alternative Quellen für Bauteile und -materialien nutzbar zu machen. Leerstehende und im Sinne des Eigentümers nicht mehr nutzbare Gebäude eignen sich hierbei hervorragend für die Gewinnung und Wiederverwendung von Bauteilen sowie die Verwertung von Baumaterialien.

Am Beispiel des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit den Gemeinden Münster und Otzberg sowie der Stadt Darmstadt entwickelt „WieBauin“ neue Herangehensweisen und Instrumente, um das Stoffstromsystem der Baumaterialien zwischen Stadt und Land so zu gestalten, dass für die Region ökologische und ökonomische Vorteile entstehen. So wurde die Internetplatform „Bauteilkreisel Region Darmstadt-Dieburg“ konzipiert und aufgebaut. Nach dem Motto „Wiederverwenden statt verschwenden“ können dort unter anderem gezielt und vor Ort gebrauchte oder übrige gebliebene Bauteile und andere Baumaterialien angeboten und gesucht werden. pb

Digitales Kontrollzentrum für Krisen

06. Mai 2022

Unsere Städte werden digitaler, und mit zunehmender smarter Infrastruktur können sogenannte digitale Zwillinge einen umfassenden Überblick über den Zustand einer Stadt geben. Überall im städtischen Raum verteilte Sensoren erfassen dabei das Umfeld – und das kann gerade in Krisenfällen nützlich sein, um den Überblick zu behalten. Vielfältige Informationen – rechtskonform erhoben, effizient verarbeitet und benutzungsfreundlich angezeigt – können Notfalleinsatzdienste in der Planung ihrer Maßnahmen unterstützen. Rettung und Hilfe können so im Ernstfall besser koordiniert und umgesetzt werden.

Daher arbeitet die emergenCITY-Querschnittsmission SCC an einem „Smart Digital Situation Control Center“. „Ziel der Mission ist es, die menschlichen Rettungskräfte und Entscheider bei einem Einsatz möglichst gut unterstützen zu können“, erklärt Teammitglied Marius Schnaubelt. Dabei spielen stationäre Sensoren und mobile Agenten eine Schlüsselrolle. Unbemannte Bodenfahrzeuge, die aufgrund ihrer Ausstattung kooperierend arbeiten können und manövrierfähig bleiben, auch in gefährlichen und unwegsamen Umgebungen, und unbemannte Luftfahrzeuge sind dabei mit solchen mobilen Sensoren ausgestattet. Ein Netzwerk von intelligenten Straßenlampen liefert ergänzende Daten.

„In der Krise gilt es, die Lage durch die stationären und mobilen Agenten aufzunehmen und möglichst gut zu visualisieren und zu steuern“, erläutert Schnaubelt. Dabei sind datenschutzrechtliche Frage zu bearbeiten, relevante Informationen und Informationspunkte zu identifizieren und eine wandlungsfähige Kommunikationsinfrastruktur zu entwerfen. Dafür arbeitet die Mission SCC mit der emergenCITY Mission Knowledge Base zusammen, die an einer Plattform zur Bereitstellung verschiedener Daten forscht. „Aktuell arbeiten wir an der Einbindung der Knowledge Base für die mobilen Agenten sowie an der VR-Steuerung der Roboter,“ erklärt Schnaubelt.

Langfristig sollen die verfügbaren Ressourcen eine optimale Datenlage für Entscheidungen in verschiedensten Krisensituationen liefern. Der nächste Meilenstein, auf den die Teammitglieder der Mission aus allen vier Programmbereichen des LOEWE-Zentrums emergenCITY aktuell hinarbeiten, ist die diesjährige emergenCITY-Week im Juni. Ziel ist laut Schnaubelt, dort eine erste Visualisierung ausgewählter Roboterdaten im Kontrollzentrum unter Nutzung der Knowledge Base als Kommunikationsplattform zu demonstrieren. Svenja Andresen/mih

Muschel-inspirierte „klebende“ Gele

Mikrogele, die auch unter Wasser besonders gut an Oberflächen haften (links), da sie ähnliche chemische Gruppen enthalten, wie sie auch im klebenden Fuß von Muscheln (rechts) verwendet werden.

04. Mai 2022

Die Arbeitsgruppe um Physik-Professorin Regine von Klitzing hat in Kooperation mit Forschenden der East China University of Science and Technology in Shanghai muschel-inspirierte „klebende“ Gele entwickelt. Diese könnten in der Biomedizin, Elektronik oder als adhäsive Beschichtungen Verwendung finden. Die Forschungsarbeit wurde kürzlich im Journal „Langmuir“ publiziert und auf der Titelseite des Journals gewürdigt.

So genannte Hydrogele begegnen uns im Alltag beispielsweise in Form von Kontaktlinsen oder in der Wundbehandlung. Außerdem werden sie als Oberflächenbeschichtungen in der Mikroelektronik verwendet. Hydrogele sind miteinander verknüpfte Polymere, die stark in Wasser quellen können. Haben Hydrogele kleinere, kolloidale Dimensionen, werden sie Mikrogele genannt. Diese sind vor allem in der Medizin als „Drug Delivery Systeme“ beliebt. Dabei ist es von Vorteil, wenn diese Mikrogele über äußere Reize wie die Temperatur schaltbar sind. Das heißt, sie schrumpfen in ihrer Größe, durchlaufen also einen Volumenphasenübergang, wenn sie über eine gewisse Temperatur erhitzt werden. Oft werden Mikrogele aus N-Isoproylacrylamide verwendet (PNIPAM Mikrogele).

Die Kombination von PNIPAM Mikrogelen mit den adhäsiven „klebenden“ Eigenschaften von maritimen Systemen wie Muscheln ist ein hoch interessantes Forschungsgebiet. Das Forschungsteam um von Klitzing und Doktorandin Sandra Forg vom Arbeitsgebiet „Weiche Materie an Grenzflächen“ konnten eine bestimmte Komponente der Muschelseide (DMA) erfolgreich in PNIPAM Mikrogele einbauen. Um den Einbau in Zukunft besser kontrollieren zu können, untersuchten sie die Reaktionskinetik während der Mikrogel-Synthese. Dabei konnten sie feststellen, dass die zu frühe Zugabe von DMA die Synthese stoppte, wobei eine spätere Zugabe den Einbau zwar verlangsamte, aber dennoch zum erwünschten Ergebnis führte. Erste Adhäsionsexperimente zeigten, dass der Einbau von DMA eine verbesserte „Klebefähigkeit“ gegenüber herkömmlichen PNIPAM Mikrogelen zeigte. Sandra Forg

TU macht wieder beim „Stadtradeln“ mit

29. April 2022

Studierende und Angehörige der TU können sich vom 4. Mai an wieder an der internationalen Kampagne „Stadtradeln“ beteiligen. Bei dem vom Klima-Bündnis veranstalteten Wettbewerb geht es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Jeder bis zum 24. Mai gefahrene Kilometer wird online in ein „km-Buch“ eingetragen oder direkt über eine App getrackt.

Ziel der Kampagne, an der die Wissenschaftsstadt Darmstadt zum sechsten Mal teilnimmt, ist es, die urbane Mobilitätswende voranzubringen und nebenbei etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Teilnehmende der TU können als Teams oder Einzelstartende im Gesamtteam „TU Darmstadt“ antreten, wie das Büro für Nachhaltigkeit der TU erklärte. Im vergangenen Jahr wurden in Darmstadt beim „Stadtradeln“ insgesamt ca. 530.000 Kilometer zurückgelegt und damit ungefähr 78 Tonnen CO2-Emission vermieden. mih

Mathematik-Preis für TU-Professor Moritz Egert

27. April 2022

Der Mathematik-Professor Moritz Egert ist mit dem Ferran-Sunyer-i-Balaguer-Preis ausgezeichnet worden. Der Forscher der TU Darmstadt teilt sich die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung mit dem französischen Mathematiker Pascal Auscher von der Université Paris-Sud. Beide wurden für ihre Monografie mit dem Titel „Boundary value problems and hardy spaces for elliptic systems with block structure“ geehrt.

Die Auszeichnung wird seit 1993 jährlich für eine mathematische Monografie verliehen und ist benannt nach dem spanischen Mathematiker Ferran Sunyer i Balaguer (1912-1967). Sie wird von der Fundació Ferran Sunyer i Balaguer in Barcelona vergeben. Die diesjährigen Preisträger wurden am 22. April bekanntgegeben. mih

Neu an der TU: Professorin Lisa Horstmann

Professorin Dr. Lisa Horstmann

27. April 2022

Zum Sommersemester hat Lisa Horstmann eine neu eingerichtete Akademieprofessur für Mediävistische Bild- und Kulturwissenschaft am Fachbereich Architektur an der TU Darmstadt angetreten. Die Professur ist in die Mainzer Arbeitsstelle des Akademievorhabens „Die Deutschen Inschriften“ eingebunden. Wir haben bei Professorin Horstmann, die zuvor als Forscherin an der Universität Heidelberg tätig war, nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Kulturelle Zusammenhänge werden in der Kunstgeschichte buchstäblich anschaulich. Dabei ist das Mittelalter als Epoche für uns noch heute identitätsstiftend. Viele Traditionen und Konventionen, die uns in Architektur, Gemälden, Skulpturen und nicht zuletzt in Büchern begegnen, wurden im Mittelalter angelegt. Spannend zu beobachten ist dabei sicherlich auch, wie sehr religiöse Vorstellungen in unserer Gesellschaft verankert sind.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Für meine Forschung ist Interdisziplinarität unumgänglich. Der Austausch mit anderen Disziplinen der Geisteswissenschaften, wie Geschichte, Germanistik, Theologie oder den Philologien, bereichert mich nicht nur in meiner Arbeit, sondern ist notwendig, um kulturelle Zusammenhänge, Motivationen von Künstlern oder ihre Werke überhaupt verstehen zu können. Daneben spielt das Begreifen technischer Aspekte eine ebenso entscheidende Rolle. Der disziplinenübergreifende Austausch ermöglicht mir tiefere Einsichten und Erkenntnisse in vergangene Zeiten und Kulturen, die uns wiederum helfen, aktuelle Fragen der Gesellschaft zu beantworten.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

Zeit mit Freunden und Familie – ob nun beim Sport, draußen in der Natur, ein Feierabendgetränk oder mit Pizza auf der Couch.

mih

Weiter Spitzenplätze im Hochschulranking der „WirtschaftsWoche“

25. April 2022

Das aktuelle Universitätenranking der Zeitschrift „WirtschaftsWoche“ ist erschienen. Wie im Vorjahr ist die TU Darmstadt fünfmal in der Spitzengruppe vertreten. Auch die Platzierungen sind nahezu unverändert geblieben. Am besten schneidet die TU Darmstadt im Fach Wirtschaftsinformatik ab, in dem sie nach der TU München den zweiten Platz behaupten konnte. In den Fächern Wirtschaftsingenieurwesen und Elektrotechnik belegt die TU Darmstadt jeweils Platz vier, im Fach Informatik Platz fünf. Im Fach Maschinenbau hat die TU im Vergleich zum Vorjahr einen Platz eingebüßt und ist nun auf Platz sechs zu finden.

Jedes Jahr werden für das Hochschulranking der „WirtschaftsWoche“ Personalverantwortliche in Unternehmen befragt, Absolventinnen und Absolventen welcher Hochschulen sie besonders gern einstellen. Die TU Darmstadt wird dabei seit Jahren besonders häufig genannt. Für das diesjährige Ranking wurden durch die Agentur Universum mehr als 500 Personalverantwortliche von Unternehmen befragt. cst

Auszeichnung für Professorin Andrieu-Brunsen als „Outstandig Reviewer“

25. April 2022

Professorin Annette Andrieu-Brunsen, Leiterin der Arbeitsgruppe Smart Membranes am Fachbereich Chemie, ist von der Royal Society of Chemistry für das Jahr 2021 als „Outstanding Reviewer“ für die Fachzeitschrift Nanoscale Horizons ausgezeichnet worden. Die Gesellschaft ehrt jährlich Forschende, die als Gutachterinnen und Gutachter für eine ihrer Fachzeitschriften besonders in Erscheinung getreten sind. Diese Auszeichnung erhielt Andrieu-Brunsen bereits 2017 (Journal „Materials Horizons“) und 2018 (Journal „Nanoscale Horizons“). pb

Apl.-Professur für Kai Schulze

Apl.-Professor Dr. Kai Schulze

20. April 2022

Kai Schulze ist neuer außerplanmäßiger Professor an der TU Darmstadt. Der 41-jährige Politikwissenschaftler forscht am Institut für Politikwissenschaft des Fachbereichs Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften im Bereich der Energie-, Klima- und Umweltpolitikanalyse. Zudem arbeitet er im neuen Verbundprojekt „Clean Circles“ der TU Darmstadt. In dem Projekt erforschen Wissenschaftler*innen fachübergreifend wie das Metall Eisen zusammen mit seinen Oxiden in einem Kreislauf als kohlenstofffreier chemischer Energieträger genutzt werden kann, um Wind- und Sonnenergie zu speichern. Frühere wissenschaftliche Stationen von Kai Schulze waren die Universitäten Potsdam, Mannheim und Konstanz. Ab September 2016 war er zudem bereits als Juniorprofessor an der TU Darmstadt tätig. Wir haben bei Apl.-Professor Kai Schulze nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren?

Energie-, Umwelt und Klimapolitik sind allgegenwärtig und betreffen vielfältige Bereiche wie etwa wirtschaftliche, soziale und sicherheitspolitische Fragen. Dieser Querschnittscharakter bedeutet, dass Studierende mit sehr unterschiedlichen Interessen mit diesen Fragen auch im Alltag in Berührung kommen. In vielen dieser Bereiche überschlagen sich zudem momentan die Ereignisse und gut ausgebildete Arbeitskräfte werden dringend benötigt.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

An der TU Darmstadt arbeite ich in einem neuen Verbundprojekt – Clean Circles – das sich mit Eisen als Energieträger einer Energietransformation beschäftigt. Dabei arbeiten wir eng mit anderen Fachbereichen wie etwa dem Maschinenbau und der Mathematik zusammen.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich …

… mich auf das Präsenzsemester freuen!

pb

Medienschau: Professorin Jutta Hanson über elektrische Energieversorgung

19. April 2022

Damit Deutschland seine Klimaziele rechtzeitig erreichen und die Energiewende so kosteneffizient wie möglich umsetzen kann, müssen die deutschen Stromnetze ausgebaut werden. Wo hierbei die größten Herausforderungen liegen und wie sie gemeistert werden können, damit beschäftigt sich TU-Professorin Jutta Hanson, Leiterin des Fachgebiets Elektrische Energieversorgung unter Einsatz erneuerbarer Energie am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik. Als Expertin für elektrische Energieversorgung erklärt Hanson in der aktuellen Folge des „Hessen schafft Wissen“-Podcasts, wie sensibel das Geflecht ist, das Europa mit Strom versorgt, wie das serbische Stromnetz vor einigen Jahren Uhren in ganz Europa durcheinanderbrachte und wie wir unsere Energieversorgung fit für die Zukunft machen können. pb

Digitale Daten über Städte organisieren

19. April 2022

Informationen können zum Schlüsselaspekt in einem Krisenfall werden – gerade im ereignisreichen städtischen Kontext. Längst liegen immense Datenmengen zu digitalen Städten und zu vergangenen Krisen vor und täglich werden mehr Informationen gesammelt, die auch in kommenden kritischen Situationen neue Blickwinkel für präventive Ansätze und akute Strategien liefern können. Doch wie können solche Daten resilient, sicher und eingängig zur Verfügung gestellt werden?

Forschende aus mehreren Fachbereichen der TU Darmstadt entwickeln daher am LOEWE-Zentrum emergenCITY die Plattform „Knowledge Base“, die verschiedenste digitale Informationen aus allen Bereichen einer Stadt einerseits über vielfältige Sensoren zusammenträgt und diese anderseits übersichtlich und sinnvoll vernetzt mit bestehenden Informationen bereitstellt. Dazu gehören beispielsweise auch Daten aus Wasser-, Energie-, und Kommunikationsnetzen. Über die Knowledge Base soll eine große Menge an Daten gespeichert, verarbeitet, geteilt und abgerufen werden können – von historischen Informationen bis hin zu Echtzeitdaten. Ziel ist es, die Informationsgewinnung und den Informationsaustausch aus verschiedenen Bereichen der Stadt zu erleichtern und übersichtlich sowie gezielt zu gestalten.

Eine der Grundvoraussetzungen für ein solches Vorhaben ist, dass die „Knowledge Base“ als Plattform selbst resilient konzipiert ist und ihre Funktionalität auch im Krisenfall mit begrenzten technischen Ressourcen aufrechterhalten kann. Ihre Architektur ist daher dezentralisiert und robust angelegt. Aktuell arbeitet die Forschungsmission daran, ein funktionsfähiges Beispiel einer solchen „Knowledge Base“ unter Verwendung vorhandener Plattformen auszuarbeiten und in Anwendungsbeispielen zu testen. Auch die Datenerfassung über multiple Sensoren in der Stadt, wie beispielsweise aus intelligenten Lichtmasten, ebenso wie die Anbindung mobiler Agenten, wie Robotern – insbesondere in Krisen- und Katastrophenszenarien –, ist Teil der Forschungsarbeit. Svenja Andresen/pb

Medienschau: BR zu Gast im Centre for Synthetic Biology

14. April 2022

Was ist synthetische Biologie und was kann sie heute schon leisten? Seit etwa 20 Jahren erst gibt es diese Disziplin, und doch ist sie mit ihren Produkten aus Medizin, Kosmetik oder Industrie nicht mehr wegzudenken. Und kann sie am Ende neue Lebensformen aus dem Labor liefern? Die Sendung „IQ – Wissenschaft und Forschung“ des Bayerischen Rundfunks stellt die noch junge Wissenschaft in einem Beitrag vor und war dafür auch zu Gast an der TU Darmstadt im Centre for Synthetic Biology. Reporterin Daniela Remus ließ sich von Professor Heinz Koeppl erklären, dass synthetische Biologie vom Ansatz her weit über reine Gentechnik hinausreicht. Elementare Komponenten würden verknüpft, um biologische Zellen mit komplexen, neuen Funktionalitäten auszustatten. Professorin Beatrix Süß beschreibt die „neuen Wege“, die durch das interdisziplinäre Arbeiten am Centre for Synthetic Biology beschritten werden. Die Forschenden designen hier komplett neue RNA-Strukturen. Zum Einsatz kommen diese besipielsweise in Testsystemen, etwa um Verunreinigungen im Wasser aufzuspüren.

Mit dem Centre for Synthetic Biology wird die Synthetische Biologie als ein definierter Schwerpunkt der TU Darmstadt etabliert. Das Centre vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Biologie, Chemie und Elektro- und Informationstechnik, Materialwissenschaften und Physik, Maschinenbau und Gesellschaftswissenschaften. sip

Förderung für Logistik- und Mobilitätsprojekte an der TU Darmstadt

13. April 2022

Das Frankfurter House of Logistics and Mobility (HOLM) fördert zwei neue Logistik- und Mobilitätsprojekte an der TU Darmstadt. Bewilligt wurden für die Förderperiode 2022/23 die Forschungsvorhaben „ADI: Automated Delivery Individualization“ und „DePP: Dezentrale Planung von Platoons im Straßengüterverkehr mit Hilfe einer KI auf Basis einzelner LKW“, wie HOLM mitteilte.

Ziel des Innovationsprojekts „ADI“ ist die Entwicklung eines Systems zur Optimierung von Zustellungszeiten. Es soll die Anwesenheit zu beliefernder Konsumenten vorhersagen und somit erfolglose Zustellversuche durch Lieferdienste verhindern. Antragstellerin war Dr. Christiane Hübner vom Self-Organizing Systems Lab unter Leitung von Professor Heinz Koeppl. Projektpartner ist das Start-up Green Convencience, das seit Januar 2021 im unternehmenseigenen Start-up-Accelerator der HOLM GmbH gefördert wird. Das Forschungsvorhaben wird mit 277.900 Euro gefördert.

Im Rahmen des Projekts „DePP“, das ebenfalls den Zuschlag der HOLM-Innovationsförderung erhielt, sollen Grundlagen für die dezentrale Bildung von unternehmensübergreifenden Platoons geschaffen werden. Zudem ist die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz vorgesehen, die Entscheidung zur Bildung eines Platoons auf Grundlage frei verfügbarer Verkehrsdaten trifft. Das Vorhaben wird verantwortet von Professor Ralf Elbert vom Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik der TU Darmstadt. Projektpartner ist das Center for Cognition and Computation an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Fördersumme beträgt 99.600 Euro.

Die HOLM-Innovationsförderung unterstützt seit 2014 im Auftrag des Landes Hessen Projektvorhaben in den Bereichen Logistik und Mobilität. Die Förderung richtet sich an Hochschulen und Forschungsinstitutionen sowie an Kooperationen aus Hochschulen und Unternehmen. Bis heute wurden fast 200 Projektskizzen eingereicht, 75 davon wurden bewilligt und mit einem Fördervolumen von bisher 6,35 Millionen Euro unterstützt. mih

Auszeichnung für Professorin Anke Weidenkaff

8. April 2022

Für ihre bedeutenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien erhält Anke Weidenkaff, Professorin für Werkstofftechnik und Ressourcenmanagement am Fachbereich Material- und Geowissenschaften der TU Darmstadt sowie Leiterin des Fraunhofer IWKS, den ersten Karl Böer Renewable Energy Mid-Career Award. Das teilte die Universität von Delaware, die den Preis verleiht, auf ihrer Webseite mit.

Mit der Auszeichnung, die mit 25.000 Dollar dotiert ist, werden aktive Forschende geehrt, die innerhalb von 20 Jahren nach Erlangung ihres höchsten akademischen Grades durch Forschung, Entwicklung oder wirtschaftliches Unternehmertum bedeutende und vielversprechende Beiträge auf dem Gebiet der Solarenergie, Windenergie oder anderer Formen erneuerbarer Energien geleistet haben. „Professor Weidenkaffs Beiträge zu Materialien für eine Reihe von Nachhaltigkeitsanwendungen legen die Messlatte für den ersten Preisträger des Renewable Energy Mid-Career Award unglaublich hoch“, sagte William Shafarman, Direktor des 1972 an der Universität von Delaware von dem Solarpionier Karl Böer gegründeten Institute of Energy Conversion. Der Preis soll am 3. Mai an der Universität von Delaware verliehen werden.

Nominiert worden war Weidenkaff von David Cahen, emeritierter Professor am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel, für ihre „visionäre Führungsrolle und ihre wegweisenden Leistungen in den Bereichen erneuerbare Energien und Nachhaltigkeitstechnologien mit bedeutenden Beiträgen zu Materialien für Solartreibstoffe, thermoelektrische Wandler, Katalysatoren und selbstregenerative Funktionen“. In seinem Nominierungsschreiben bezeichnete Cahen Weidenkaff als „eine der besten und interdisziplinärsten Wissenschaftlerinnen im Bereich der Festkörpermaterialien, die sich mit Technologien für erneuerbare Energien beschäftigt und deren Forschung nicht nur von Exzellenz und Einfallsreichtum zeugt, sondern auch Auswirkungen auf die Gesellschaft hat“. pb

Neu an der TU: Professor Vahid Jamali

7. April 2022

Seit April ist Vahid Jamali neuer Professor am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (Resilient Communications Group). Wir haben bei Professor Jamali, der zuvor als Forscher an der Stanford University, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Princeton University tätig war, nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Kommunikation ist heute aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Allein mit unseren Smartphones können wir jetzt mit unseren Freunden, Familienangehörigen und Kollegen am anderen Ende der Welt sprechen, im Supermarkt bezahlen, die Geräte in unserer Küche steuern und vieles mehr. Aber das ist erst der Anfang des Zeitalters der Kommunikation und Konnektivität, und viele weitere aufregende Anwendungen, die man sich früher nur in Science-Fiction-Filmen vorstellen konnte, werden jetzt Realität. Autonomes Fahren, intelligente Städte, virtuelle Realität, Fernoperationen und Kommunikation im Nanobereich (z. B. für die gezielte Abgabe von Medikamenten) sind nur einige Beispiele.

Um diese Anwendungen zu realisieren, sind neue Kommunikationstechnologien (z. B. gemeinsame Kommunikation und Sensorik, rekonfigurierbare Funkumgebung, durch künstliche Intelligenz unterstützte Kommunikation und molekulare Kommunikation) und neue Designüberlegungen (z.B. Geheimhaltung, Ausfallsicherheit, hohe Zuverlässigkeit und geringe Latenz) erforderlich.

Ich interessiere mich für den Aufbau solcher fortgeschrittenen Kommunikationssysteme und für das Verständnis der Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Im Gegensatz zu konventionellen Kommunikationssystemen, für die physikalische Modelle, Beschränkungen durch die Hardware und Anwendungsszenarien gut bekannt sind, sind bei den oben erwähnten fortgeschrittenen, neu entstehenden Kommunikationssystemen viele Rahmenbedingungen noch nicht vollständig bekannt. Das macht die Zusammenarbeit von Forschenden aus verschiedenen verwandten Disziplinen erforderlich. Ich rechne beispielsweise mit einer Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Biologie (zur Erforschung der molekularen Kommunikation), den Fachbereichen Physik (zur Erforschung der rekonfigurierbaren Funkumgebung), dem Fachbereich Informatik (zur Erforschung der KI-gestützten Kommunikation) sowie mit verschiedenen Kooperationen innerhalb des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik, dem ich angehöre.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

Zeit mit meiner Familie verbringen, Musikinstrumente spielen und Bücher lesen.

QS Subject Rankings: TU-Fächer behaupten gute Platzierungen

7. April 2022

Auch in diesem Jahr belegen Fächer und Fächergruppen der TU Darmstadt wieder führende Plätze in den internationalen QS Subject Rankings. Platzierungen unter den 150 Besten erreichen in diesem Jahr die Fächergruppe der Ingenieurwissenschaften sowie die Fächer Informatik, Maschinenbau, Materialwissenschaften und Physik. Außerdem in den Top 200 liegen die Fächergruppe der Naturwissenschaften sowie die Fächer Architektur und Elektrotechnik.

Die jährlich von dem britischen Unternehmen Quacquarelli Symonds (QS) erstellten Fächerrankings gehören international zu den bekanntesten Hochschul-Ranglisten. Sie basieren je nach Fächergruppe zu unterschiedlichen Anteilen auf Befragungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Personalverantwortlichen von Unternehmen und auf bibliometrischen Daten der Datenbank Scopus. Erstmals einbezogen wurde 2022 für die Fächergruppen ein Indikator, der die Diversität der internationalen Forschungsnetzwerke der Universitäten abbilden soll. Gerankt wurden in diesem Jahr rund 1.500 Universitäten in 51 Fächern und fünf Fächergruppen. Zielbauer/mih

Architektur-Absolventin mit Förderpreis ausgezeichnet

5. April 2022

Die Absolventin Julia Kemkemer hat den Preis für die beste Masterabschlussarbeit des Fachbereichs Architektur im Wintersemester 2021/22 erhalten. In ihrer freien Masterthesis widmete sie sich der aktuell bundesweit geführten Debatte zur Zukunft des ländlichen Raumes am Beispiel einer Gemarkung im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Ziel der Arbeit war es, das verdeckte Potenzial ländlicher Räume sinnvoll einzusetzen und zu bündeln. Julia Kemkemer entwickelte dazu ein Konzept, das eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft ermöglichen und Ortsteile stärker strukturell miteinander verbinden soll. Betreut wurde sie durch das Fachgebiet Entwerfen und Stadtentwicklung von Professorin Annette Rudolph-Cleff. Der Fachbereichspreis versteht sich als Reiseförderung und ist mit 1.000 Euro dotiert.

Außerdem gingen drei Förderpreise der Zeitschrift „wettbewerbe aktuell“ an Lukas Koser, Marco Padberg sowie gemeinsam an Ivo Birzel und Paula Tempel. mih

Medienschau: Flow for Life bei ProLOEWE News

4. April 2022

Dreidimensionale Nachbildungen von Geweben oder Organen gelten als vielversprechende Alternativen zu Tierversuchen. Allerdings reicht ihre Qualität bislang noch nicht aus. Vor allem mangelt es an einem Gefäßsystem, durch das Flüssigkeiten strömen können. Hier setzt der LOEWE-Schwerpunkt Flow for Life an der TU Darmstadt an: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf verschiedenen Fachrichtungen wollen gemeinsam für die Zellverbände ein Versorgungsnetzwerk entwickeln, durch das Nährstoffe und Sauerstoff zugeführt werden können. Auf diesem Weg sollen künftig die Toxizität und Wirksamkeit von Medikamenten zuverlässiger getestet werden können, und Tierversuche sollen reduziert werden. ProLOEWE News (wird in neuem Tab geöffnet) berichtet über das seit Januar 2022 geförderte Forschungsvorhaben. mih

„Europan 16: Living Cities“: zwei Beiträge aus der Architektur ausgezeichnet

4. April 2022

Beim städtebaulichen Ideenwettbewerb „Europan 16: Living Cities“ wurden zwei Beiträge des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt ausgezeichnet. Ziel des Wettbewerbs war die Entwicklung von Ideen für vernachlässigte, brachliegende, leere, stigmatisierte oder monofunktional genutzten Flächen, um diese wieder zu lebendigen, integrativen und durchmischten Stadträumen zu transformieren.

Ein Preis ging an den Entwurf „ETTLINGEN QUERBEET“ von Marleen Wenkow, Isabel Gierok, Nina Pfeiffer und Todor Nikolaev Nachev. Der Entwurf entstand im Sommersemester 2021 am Fachgebiet Entwerfen und Städtbau.

Außerdem wurde der Beitrag „Rise“ von Huyen Trang Dao, Mai Quynh Lai, Young Eun Ha und Simon Gehrmann mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet. „Rise“ befasst sich mit der Entwicklung eines neuen gemischt genutzten Quartiers als westliches Stadttor von Schwäbisch Gmünd.

Europan ist ein architektonischer und städtebaulicher Ideenwettbewerb, der europäische Städte mit den Nachwuchsgenerationen von Architektinnen und Architekten, Stadtplanenden und Freiraumplanenden zusammenbringt. Zu diesem Zweck führt Europan alle zwei Jahre einen internationalen Planungs- und Architekturwettbewerb durch. Jeder Wettbewerb wird zu einem aktuellen Thema ausgelobt, das für die Entwicklung der europäischen Stadt von zentraler Bedeutung ist. An den Wettbewerben sind jeweils über 50 europäische Städte und mehr als 2000 Teams beteiligt.

cst

Neu an der TU: Professor Steven Peters

1. April 2022

Seit heute ist Steven Peters neuer Professor für Fahrzeugtechnik am Fachbereich Maschinenbau. Vor dem Ruf an die TU Darmstadt war der 35-jährige Leiter der KI-Forschung bei der Mercedes-Benz AG. Zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Stationen zählt seine Funktion als Oberingenieur am wbk Institut für Produktionstechnik des KIT. Wir haben bei Professor Peters nachgefragt.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Das Automobil ist nach meiner Kenntnis das anspruchsvollste Produkt, das in die Hände von privaten Nutzern gegeben wird und das wir alle jeden Tag erleben können – dies alleine finde ich schon faszinierend. Aktuell ist die Dynamik in der Forschung und Entwicklung besonders hoch, denn es geht darum, noch nachhaltiger über den gesamten Lebenszyklus zu werden. Die deutsche Industrie ist immer noch führend – in den weiterhin wichtigen traditionellen Bereichen aber v.a. auch in den Zukunftsfeldern.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Innovationen im Fahrzeug entstehen heute oft an der Schnittstelle zur Informatik und in engem Schulterschluss mit Design & Psychologie. Aber auch die Rechtswissenschaften sind ein wichtiger Partner – z. B. wenn wir an automatisiertes Fahren mit vielen noch offenen Fragen der Sicherheitsfreigaben, der Haftung und des Datenschutzes denken.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Neben den oben genannten: Physik! Aber darf es denn wirklich nur ein Tag sein? Ich habe so viele Verständnisprobleme mit der Quantenmechanik, obwohl ich in meinem früheren Team zwei begnadete Quantenphysiker hatte, die hervorragend erklären können… Es muss also an mir liegen, daher wird ein Tag vielleicht knapp…

Drei TU-Startups erhalten Hessen Ideen Stipendium

1. April 2022

Zum 1. April startet das landesweite Gründungsstipendium Hessen Ideen in eine neue Runde. Insgesamt werden zwölf innovative unternehmerische Ideen aus hessischen Hochschulen unterstützt, drei davon stammen aus der TU Darmstadt. Sie werden vom TU-Innovations- und Gründungszentrum HIGHEST betreut.

Das Team Centified möchte mit innovativen Technologien dazu beitragen, dass Unternehmen von digitalen Incentives (Anreizen) profitieren. Firmen sind oft nur eingeschränkt in der Lage, Incentives in den Arbeitsalltag zu integrieren. Komplexe Zielsetzungen, Vergütungsmodelle und Kommunikationswege machen den effektiven Gebrauch nahezu unmöglich. Nun ist es an der Zeit, Unternehmen bei der digitalen Transformation von Incentives zu helfen: Centified ist ein Serviceanbieter, mit dem Unternehmen Incentives digitalisieren können.

PlanCo – „Die Werksnachbarschaft” bringt New Work in den Schichtbetrieb: Mit der Plattform können Unternehmen aus Produktion, Logistik oder Verpackungswesen ihre Schichtmitarbeitenden an Industriestandorten dabei unterstützen, Arbeit und Privates besser zu vereinbaren. Wie in einer Nachbarschaft können Mitarbeitende am selben Standort nun über die PlanCo-App teamübergreifend Gefallen austauschen, sei es, sich Werkzeug von Kolleginnen oder Kollegen zu leihen oder die richtige Fahrgemeinschaft zu finden. Die Verbindung zu lokalen Geschäften ermöglicht zudem die Bestellung von Supermarkteinkäufen oder frischen Snacks zur Arbeit, auch zur Spät- und Nachtschicht. Beginnend mit der Schaeffler AG in Süddeutschland, trägt PlanCo mit der Werksnachbarschaft so dazu bei, Arbeitsplätze und Arbeitgeber in der Industrie für heutige und zukünftige Fachkräfte attraktiver zu gestalten.

Mit Satelliten und künstlicher Intelligenz (KI) zu einer regenerativen und klimaresistenten Landwirtschaft: Das Team SPACEnAI – Space and AI for Climate unterstützt Landwirtinnen und Landwirte mit einer Kombination von Technologien dabei, genau zu ermitteln, wie Kohlendioxid, Methan, Nitrat und andere Treibhaus-Gase von ihren Feldfrüchten und Ackerflächen freigesetzt werden. Die Ergebnisse können dann für eine präzise Entscheidungsfindung herangezogen werden, um zum Beispiel Düngung und andere chemischen Anwendungen umweltfreundlich und klimaneutral zu gestalten.

Mit dem Hessen Ideen Stipendium wird die Weiterentwicklung von Gründungsideen aus den hessischen Hochschulen mit monatlich bis zu 2.000 Euro pro Stipendiat:in finanziell gefördert. Gleichzeitig werden die Gründungsteams durch einen „Ideen Akzelerator“ inhaltlich intensiv begleitet und beraten. In Workshops greifen Expertinnen und Experten Themen wie Finanzierung, Marketing oder Pitchen auf. Zudem erhalten die Teams Unterstützung durch Coaches aus den teilnehmenden Hochschulen. Während des Förderzeitraums von sechs Monaten können die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Gründungsidee durch die finanzielle und inhaltliche Unterstützung intensiv voranbringen und die Aufnahme einer Geschäftstätigkeit vorbereiten.

Hessen Ideen/cst

TU-Doktoranden helfen mit Rettungsroboter nach Großbrand in Essen

Der Rettungsroboter DRZ Telemax „D2" vor der Brandruine.

31. März 2022

In Essen geriet Ende Februar ein Wohnkomplex in Brand. Nach den Löscharbeiten war das Gebäude akut einsturzgefährdet und die Brandursache unklar. Um die Einsatzkräfte bei der Ursachenermittlung zu unterstützen, waren die Doktoranden Marius Schnaubelt und Kevin Daun vom Fachgebiet Simulation, Systemoptimierung und Robotik (SIM) des Fachbereichs Informatik an der TU Darmstadt als Teil der Robotik Task Force des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums (DRZ) vor Ort. Ihr Rettungsroboter D2 kann durch intelligente, autonome Assistenzfunktionen einsturzgefährdete Bereiche erkunden und wertvolle 3D-Modelle der Innenräume liefern.

Durch den Brand war die Gebäudestruktur massiv beschädigt, so dass weite Bereiche nicht ohne großes Risiko betreten werden konnten. In enger Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter des DRZ und Einsatzkräften der Feuerwehr Dortmund lenkten Daun und Schnaubelt ihren Roboter durch das Gebäude. Trümmer, versperrte Türen, Nässe durch die Löscharbeiten und eine schlechte Funkverbindung erschwerten den Einsatz. Ein Flugroboter des DRZ erstellte parallel eine weitere Perspektive auf den Roboter und unterstützte so die Steuerung des Roboters in besonders schwierigen Situationen. Am Ende des Tages konnten alle geforderten Wohnungen erfolgreich befahren werden. Die Wissenschaftler haben die Daten zeitnah aufbereitet und anschließend der Polizei übergeben.

Das Fachgebiet SIM unter Leitung von Professor Oskar von Stryk erforscht seit 2009 die Unterstützung von Rettungskräften durch mobile Roboter mit intelligenten autonomen Assistenzfunktionen. Viele Tätigkeiten werden im Rettungsroboter-Team Hector gebündelt, das aus wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Studierenden der TU Darmstadt besteht und regelmäßig bei internationalen Robotikwettbewerben erfolgreich ist. ag/Kevin Daun

Medienschau historisch: „Sinner Treppe“

31. März 2022

Zersiedlung und wachsender Flächenbedarf für Wohnhäuser sind kein neues Problem. Bereits Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre stellte der Lehrstuhl für Städtebau und Siedlungswesen an der damaligen TH Darmstadt eine Lösung vor, die in der Gemeinde Sinn verwirklicht wurde. Es entstand die „Sinner Treppe“, eine moderne Hangsiedlung im hessischen Dilltal. Das Wohnprojekt nutzte die Hanglage und verband sparsamen Bodenverbrauch mit Platz, Privatsphäre und freien Ausblick für die Familien in den Einfamilienhäusern. Der hessische Rundfunk berichtete am 23. November 1960 über die neue Siedlung in Sinn und wiederholte den historischen Beitrag im Rahmen seiner Reihe „hr Retro“. sip

Psychologisches Experiment zum Effekt des generischen Maskulinums

30. März 2022

Ein Forschungsteam um Professorin Nina Keith vom Fachbereich Humanwissenschaften der TU Darmstadt hat in einer psychologischen Untersuchung gezeigt, dass die Verwendung des sogenannten generischen Maskulinums im Vergleich zu geschlechterinklusiven Formen zu einem deutlich stärkeren gedanklichen Einbezug von Männern als von Frauen führt.

Das Experiment war als Umfrage „getarnt“. 344 Teilnehmende wurden an öffentlichen Orten angesprochen und schriftlich gebeten, jeweils drei Persönlichkeiten aus bestimmten öffentlich bekannten Bereichen zu nennen, die ihnen als erstes einfallen. Alle Teilnehmenden erhielten denselben Fragebogen. Der einzige Unterschied bestand in der Frageformulierung, nämlich ob diese das generische Maskulinum enthielt („Nennen Sie drei Politiker“) oder eine von drei geschlechterinklusiven Alternativen. Diese waren die Beidnennung („Nennen Sie drei Politikerinnen oder Politiker“), das Binnen-I („PolitikerInnen“) und das Gendersternchen („Politiker*innen“). Ausgewertet wurde dann der Anteil genannter Frauen an allen Nennungen.

Die Analyse zeigte, dass das generische Maskulinum einen klaren male bias erzeugt hat. Hier wurden mit durchschnittlich etwa 23 Prozent wesentlich weniger Frauen genannt als bei den geschlechterinklusiven Alternativen. Bei den geschlechterinklusiven Alternativen stieg der Frauenanteil auf Werte zwischen 32,5 und 40,6 Prozent, blieb aber ebenfalls unter der theoretischen Parität von 50 Prozent. Dabei zeigten sich auch Unterschiede innerhalb der geschlechterinklusiven Alternativen: Das Binnen-I und Gendersternchen waren in der Lage, den male bias stärker abzuschwächen als die Beidnennung. Auch das Geschlecht der Teilnehmenden spielte eine Rolle: Die Teilnehmer nannten im Schnitt deutlich weniger Frauen als die Teilnehmerinnen (26 Prozent im Vergleich zu 39 Prozent über alle Versuchsbedingungen hinweg), was als Bevorzugung des eigenen Geschlechts interpretiert werden könnte.

„Dieses Ergebnis ist an sich nicht überraschend“, sagt Keith, da dieser Effekt schon seit Jahrzehnten bekannt sei. Das Besondere an der Untersuchung sei aber, dass eine 20 Jahre alte Untersuchung mit einer größeren Personenstichprobe nachgestellt worden sei und praktisch dieselben Ergebnisse geliefert habe. Zudem sei als Erweiterung der Originaluntersuchung zusätzlich das Gendersternchen („Autor*innen“) mituntersucht worden, das es vor 20 Jahren so noch nicht gegeben habe. Hierbei haben sich noch deutlichere Effekte als bei der Beidnennung aufzeigen lassen. „Das deutet darauf hin, dass Prozesse des Sprachverstehens so stark automatisiert sind, dass die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten 20 Jahre keinen Einfluss darauf haben“, so Keith.

Keith/cst

TU-Startup LocateRisk belegt dritten Platz bei „SpeedUpSecure“

Die Gewinner des finalen Pitch-Events von „SpeedUpSecure“.

25. März 2022

Die TU-Ausgründung LokateRisk hat beim Abschlussevent des Förderprogramms „SpeedUpSecure“ des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit (ATHENE) den mit 1.000 Euro dotierten dritten Platz belegt. LocateRisk verfolgt den Ansatz, die IT-Sicherheitssituation über das Internet, also von außen und ohne zusätzlichen Aufwand durch Administratoren der betrachteten Einrichtungen zu scannen. Die auf einem nicht-invasiven Scan basierende Analyse zeigt Cyberrisiken auf, wobei die Ergebnisdarstellung für jeden leicht verständlich ist. Die Jury honorierte die innovative Lösung, Cybersicherheit und Risiken von außen messbar zu machen und entsprechende Zahlen zu liefern.

Das Programm „SpeedUpSecure“ unterstützt Startups mit innovativen Lösungen im Bereich Cybersecurity. Für das Programm hatten sich zehn Teams aus ganz Deutschland qualifiziert. Mit Polycrypt war eine weitere Ausgründung der TU Darmstadt beteiligt. Die Startups haben bei „SpeedUpSecure“ ein zweimonatiges Trainingsprogramm durchlaufen und wurden dabei von Mentorinnen und Mentoren aus der Wirtschaft begleitet.

Das Programm „SpeedUpSecure“ wird angeboten vom Gründungsinkubator StartUpSecure des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE in Darmstadt, an dem auch die TU beteiligt ist. Ziel ist es, forschungsnahe Gründungsvorhaben im Bereich Cybersecurity in einer frühen Phase zu unterstützen. ATHENE/cst

„Kubenturm“ von Vera Röhm schmückt neue Wendeschleife

Ein „Kubenturm“ für die neue Wendeschleife: Vera Röhm und TU-Kanzler Manfred Efinger bei der Abnahme des Kunstwerks.

25. März 2022

Der Ausbau der neuen Wendeschleife, welche die Lichtwiesenbahn mit dem TU-Campus Lichtwiese verbindet und den Rückweg zur Nieder-Ramstädter Straße einleitet, ging in den letzten Monaten stetig voran. Die Wendeschleife erfüllt eine essentielle Aufgabe in der Campus „Zentrale“ am Hörsaal- und Medienzentrum (HMZ) und der Mensa. Durch die dortige Haltestelle wird sie auch Aufenthaltsort vieler Passanten sein und das neue Bild der Campusmitte mitprägen. Ein solcher Ort verdient neben der landschaftlichen Verschönerung auch eine Würdigung durch Kunst, was der TU Darmstadt durch die Aufstellung des „Kubenturm“ von Vera Röhm gelungen ist.

Der über acht Meter hohe Turm aus Cortenstahl, 2019 ausgestellt im Designhaus Darmstadt im Rahmen des Jubiläumsfestivals „Den Bogen spannen – 100 Jahre Darmstädter Sezession“, findet nun mit Abschluss der Bauarbeiten an der Wendeschleife seinen finalen Platz. Manfred Efinger, Kanzler der TU Darmstadt, war bei der Ausstellung auf das Kunstwerk aufmerksam geworden. Da er den Wunsch hatte, an der Wendeschleife ein passendes Kunstwerk zu platzieren, war die Idee geboren und mit Vera Röhm der Ankauf des Kubenturmes beschlossen.

Bei der Standortwahl kam man gemeinsam überein, neben den notwendigen Sicherheitsaspekten bezüglich Infrastruktur und Sichtfreiheit der Straßenbahnfahrer*innen auch eine zentrale Lage mit Beleuchtungsmöglichkeit zu berücksichtigen, die sich in die Freianlagen und geplanten Bepflanzungen perfekt eingliedert. Nach Vorarbeiten durch das Baudezernat der TU Darmstadt konnte das Kunstwerk Anfang Februar in mehreren Schritten aufgestellt und befestigt werden. Am vergangenen Mittwoch (23. März) fand gemeinsam mit der Künstlerin Vera Röhm nun die offizielle Abnahme statt. Schneider/pb

Lothar-Cremer-Preis für Dr. Christian Adams

Dr. Christian Adams (rechts) bei der Preisverleihung.

23. März 2022

Dr.-Ing. Christian Adams vom Fachgebiet Systemzuverlässigkeit, Adaptronik und Maschinenakustik (SAM) der TU Darmstadt wird mit dem Lothar-Cremer-Preis der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA) ausgezeichnet. Den Preis für junge Nachwuchswissenschaftler erhält er als Anerkennung für seine innovativen und wegweisenden Leistungen im Bereich der Maschinenakustik.

Adams absolvierte das Master-Studium „Mechanical and Process Engineering” an der TU Darmstadt und ist seit 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter am SAM, wo er seine Promotion zum Thema „Similitudes and sensitivities as contributions to scaling laws in machine acoustics“ mit Auszeichung abschloss. Die Fachwelt zeigte großes Interesse an seiner Arbeit, da sie erstmals Ähnlichkeits- und numerische Sensitivitätsanalysen kombinierte, was eine effizientere maschinenakustische Produktentwicklung möglich macht. lh

Tore der sanierten Stadt- und Gefängnismauer öffnen sich

23. März 2022

An der Erich-Ollenhauer-Promenade, die von der Innenstadt hoch zur Mathildenhöhe führt, wurden drei Jahre lang die Überreste der historischen Stadt- und Gefängnismauern von der TU Darmstadt aufwendig und denkmalgerecht saniert. Im Dezember 2021 konnte der historische Ort als symbolisches Geschenk der TU Darmstadt zum Weltkulturerbe an die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger übergeben werden. Nachdem die letzten Arbeiten nun fertig gestellt wurden, sind ab dem 23. März die Tore der Mauer täglich von 6 bis 21 Uhr für die Allgemeinheit geöffnet. Die TU hofft, dass sich alle Darmstädter Bürgerinnen und Bürger an diesem besonderen Ort gerne aufhalten. Schneider/cst

Weitere Wildbirnen für den Campus Stadtmitte

Neue Birnen in der Rundeturmstraße.

16. März 2022

Die bereits 2018 am Campus Stadtmitte gepflanzten Birnbäume bekommen Zuwachs. Sechs weitere Wildbirnen wurden vor dem Hans-Busch-Institut in der Rundeturmstraße angesiedelt. Die Aktion ist Teil des langfristig angelegten Nachhaltigkeitsprogramms „1000 Bäume in 6 Jahren“, welches zum Ziel hat, eintausend neue Setzlinge auf dem TU-Gelände wachsen zu lassen. Die Birnenbäume der Art Pyrus calleryana „Chanticleer“ gelten als schnell wachsende, unempfindliche und anpassungsfähige Stadtbäume und leisten einen Beitrag für ein besseres Stadtklima. Weitere Pflanzungen sind für 2022 geplant. lh

Neu an der TU: Professor Daniel Mohler

Professor Daniel Mohler

15. März 2022

Seit März ist Daniel Mohler neuer Professor für Theoretische Hadronenphysik am Fachbereich Physik. Nach seinem Physikstudium an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg und seiner Promotion an der Karl-Franzens-Universität Graz war Mohler als Postdoc am kanadischen Forschungszentrum TRIUMF, dem Fermilab in den USA sowie am Helmholtz-Institut Mainz tätig. Insbesondere seine Postdoc-Tätigkeiten in Kanada und den USA haben den 43-jährigen Wissenschaftler besonders geprägt. Wir haben bei Professor Mohler, der auch am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung forscht, nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Im Bezug auf die Starke Wechselwirkung sind wir in einer interessanten Situation: Mit der Quantenchromodynamik haben wir eine wunderschöne Theorie deren Vorhersagen auf Basis störungstheoretischer Betrachtung bei hoher Energie vielfach überprüft und bestätigt sind. Gleichzeitig lassen sich die Eigenschaften der Bindungszustände aus Quarks und Gluonen – zu denen Protonen und Neutronen gehören und die damit fast die Ganze uns umgebende Materie bilden – nur aufwendig numerisch berechnen. Hierbei sind exotischere Bindungszustände mit schweren Quarks besonders interessant.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Neben Schnittstellen zur Experimentalphysik und zur Angewandten Physik bestehen durch die aufwendigen numerischen Simulationen und die hierzu verwendeten Algorithmen vor allem Schnittstellen zur Forschung in der Informatik, der numerischen Mathematik und zu anderen Natur- und Ingenieurwissenschaften. Manchmal sind Schnittstellen aber auch eher unerwarteter Natur: Im Rahmen ihrer Dissertation hatte ich regen Kontakt mit einer Wissenschaftlerin der Digital Humanities an der TU-Darmstadt, die sich für Markovketten und statistische Analysen interessierte. Ich habe mich dann sehr über eine Kopie ihrer Dissertation gefreut.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… kreative Tätigkeit mit den eigenen Händen, zum Beispiel beim Anbau von Gemüse im eigenen Garten oder bei handwerklichen Tätigkeiten in Garten und Haushalt. Auf den Gemüsegarten bin ich hierbei durch einen Theoriekollegen am Fermilab gekommen, wo Mitarbeitern für einen kleinen Jahresbeitrag eine großzügige Gartenparzelle mieten können. pb

KI-Podcast mit Professor Buxmann über „digitale Analysten“

10. März 2022

Die automatisierte Analyse langer Texte mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. In der aktuellen Folge des KI-Podcasts der FAZ sprechen Professor Peter Buxmann und Dr. Holger Schmidt vom Fachgebiet Wirtschaftsinformatik mit Gero Gunkel. Er und sein Team haben bei der Zurich Versicherungsgruppe in einem mehrjährigen Projekt einen „digitalen Analysten“ entwickelt. Dieser ermöglicht den Beschäftigten dort künftig, aus großen Mengen an Dokumenten wie Verträgen oder Patenten automatisiert Antworten auf ihre Fragen zu finden. pb

Medienschau: Prof. Knodt über Sanktionen gegen russisches Gas

10. März 2022

Professorin Michèle Knodt, Leiterin des Arbeitsbereichs Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung am Institut für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt, erläutert in einem Beitrag bei Tagesspiegel Background, warum russisches Gas derzeit nicht vollständig ersetzt werden kann. Knodt verweist darauf, dass Berechnungen, Deutschland könne die Ausfälle der Gaslieferungen aus Russland kompensieren, von falschen Annahmen ausgingen. Zudem würde ein Abschalten der Gasversorgung zuerst die Industrie treffen und mit hohen Kosten verbunden sein. Mittelfristig müsse aber eine Abkehr vom Gas erfolgen, vor allem durch einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine werden von Knodt als ausgewiesene Energie-Expertin intensiv beobachtet und analysiert. Ihre Kritik, dass eine Strategie für die Gasversorgung im kommenden Winter fehle, wurde auch in anderen Medien aufgegriffen. cst

„Hessen schafft Wissen“ berichtet über die „Perspektive Energie“

8. März 2022

Wie können wir nachhaltig Energie erzeugen? Wie lösen wir uns von der Abhängigkeit fossiler Brennstoffe? Wie lässt sich „grün“ erzeugte Energie zwischenspeichern? An der Beantwortung dieser entscheidenden Zukunftsfragen wird an der TU Darmstadt seit langem geforscht. Durch den Krieg in der Ukraine und dem damit drohenden Mangel an Öl und Gas sind schnell verfügbare Lösungen nochmals drängender geworden. Die Initiative „Hessen schafft Wissen“ stellt in ihrem Themenfilm „Perspektive Energie“ Forschende vor, die an nachhaltiger und unabhängiger Energieversorgung arbeiten. Mit dabei: Professorin Ulrike Kramm vom Fachbereich Chemie und Professor Jan Philipp Hofmann vom Fachbereich Material- und Geowissenschaften der TU Darmstadt. Die Forschenden geben Einblicke in ihre Arbeit und zeigen Wege zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung auf. cst

Der Anachronismus des Krieges: Neues Forschungsprojekt zum russischen Pazifisten Jacques Novicow (1849-1912)

8. März 2022

Die Fritz-Thyssen-Stiftung fördert ein neues Forschungsprojekt zu Leben und Werk des liberalen russischen Pazifisten Jacques [Jakov Alexandrovich] Novicow (1849-1912) am Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt. Das Projekt, geleitet von Prof. Dr. Jens Steffek, soll das wenig erforschte Leben Novicows, seine politischen Ideen und die Wirkungsgeschichte seiner Arbeiten erkunden.

Zu Lebzeiten war Novicow, der aus einer Industriellenfamilie in Odessa stammte, ein bekannter öffentlicher Intellektueller und einer der führenden Aktivisten der europäischen Friedensbewegung. In seinen soziologischen Arbeiten entwickelte Novicow eine von der Naturwissenschaft inspirierte, evolutionstheoretische Perspektive auf die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und die Beziehungen zwischen Staaten. Diese Art der sozialwissenschaftlichen Theoriebildung war im ausgehenden 19. Jahrhundert recht populär, doch Novicow gab dem evolutionären Denken eine interessante Wendung.

Anders als Sozialdarwinisten, die gewaltsame Konflikte zwischen Staaten als ein quasi-natürliches Phänomen und somit als praktisch unvermeidlich deuteten, erschien der Krieg Novicow als Anachronismus. Der Wettbewerb zwischen Gesellschaften hatte sich verlagert von der physischen Konkurrenz um Territorien hin zu wirtschaftlicher und intellektueller Rivalität, die durch den so erzeugten Fortschritt am Ende allen Menschen und Weltregionen zu Gute kam. Nicht Staaten oder Gesellschaften befanden sich im Kampf miteinander, sondern die gesamte Menschheit im Kampf mit den Beschränkungen und Gefahren der Natur.

Ukraine-Hilfe: Freunde der TU spenden 30.000 Euro

4. März 2022

Die Hilfsangebote der TU-Gemeinschaft für die Ukraine nehmen Fahrt auf: Die Vereinigung von Freunden der TU Darmstadt hat sich bereit erklärt, kurzfristig bis zu 30.000 Euro bereitzustellen. Das Geld kommt in Not geratenen Studierenden der TU Darmstadt zugute, die vom Ukrainekrieg betroffen sind. Hier arbeitet die Vereinigung eng mit dem Förderverein für in Not geratene Studierende zusammen.

„Ich freue mich sehr, dass die Vereinigung der Freunde der TU Darmstadt hier wieder spontan unterstützt – wie sie es bereits bei unserem Corona-Nothilfefonds getan hatte“, sagt Professor Jens Schneider, Vizepräsident für Transfer und Internationalisierung der TU. „Hier zeigt sich erneut, wie wertvoll die Vereinigung als Partner der TU Darmstadt ist. Vielen Dank auch an den Förderverein für in Not geratene Studierende für die Hilfe und das Engagement, mit denen auch er dazu beiträgt, Not und Leid der vom Krieg Betroffenen zu mildern“.

Die vor knapp 100 Jahren unter dem Namen Ernst-Ludwigs-Hochschulgesellschaft gegründete Vereinigung von Freunden der TU Darmstadt zählt derzeit rund 2.200 Mitglieder sowie 80 Mitgliedsfirmen. Der Förderverein für in Not geratene Studierende der Technischen Universität Darmstadt e.V. wurde 1992 gegründet. Er bietet finanzielle Unterstützung in Notfällen und besonderen Härtefällen. Die Vereinsmitglieder arbeiten rein ehrenamtlich und mit Geld aus privaten Spenden, der Studierendenschaft und der TU Darmstadt.

Sie möchten helfen?

Informationen zu Spendenaktionen, die von der TU Darmstadt und der Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt werden, finden Sie auf der TU-Infoseite Solidarität mit der Ukraine .

sip

Erste Absolventinnen und Absolventen der Medizintechnik

3. März 2022

Der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) würdigte in einem sogenannten Medizintechnik-Brunch im Online-Format die ersten Absolventinnen und Absolventen des noch jungen Studienfaches. Der Studiendekan des Fachbereichs, Professor Harald Klingbeil, betonte in seiner Ansprache die Relevanz des Verbunds der Rhein-Main-Universitäten (RMU), durch welchen der interdisziplinäre Studiengang überhaupt erst ermöglicht werde. Professor Jürgen Adamy, Studienganssprecher der Medizintechnik, brachte den Anwesenden die Schwerpunkte im Masterstudium Medizintechnik näher und empfahl, den Master ebenfalls zu absolvieren. Beim abschließenden Erfahrungsaustausch lobten die Studierenden unter anderem die gute Betreuung sowie die praktischen Einblicke in die Medizin. etit/pg

Neu an der TU: Professor Moritz Bigalke

Professor Moritz Bigalke

2. März 2022

Moritz Bigalke ist neuer Professor am Fachbereich Material- und Geowissenschaften. Das Forschungsgebiet des 41-jährigen Wissenschaftlers ist die Bodenmineralogie. Zuvor war er an der Universität Bern und der Gutenberg-Universität in Mainz beschäftigt. Wir haben bei Professor Bigalke nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Der Boden ist ein essentieller Teil des Ökosystems, die Grundlage menschlichen Lebens und der menschlichen Nahrungsmittelproduktion. Daher ist das Wissen über den Boden und der Schutz des Bodens wichtig. Der Boden ist aber auch ein hochkomplexes, diverses und herausforderndes Medium. Er ist ein Gemisch verschiedenster Bestandteile und Lebewesen, das einen Forscher immer wieder vor neue Herausforderungen stellt.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Es gibt Schnittstellen zu den Fachbereichen Biologie (Bodenlebewesen, Bodenmikrobiom und Pflanzenernährung), Chemie (chemische Prozesse im Boden, Schadstoffchemie) und Bau- und Umweltingenieurwissenschaften (Bodenstabilität, Nachhaltigkeit, sauberes Wasser, nachwachsende Rohstoffe).

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

Zeit mit der Familie zu verbringen und Sport.

cst

Delegation aus Wisconsin besucht Roboterlabor

Prof. Oskar von Stryk (re.) brachte der Delegation u.a. die Forschung in der Rettungsrobotik nahe.

2. März 2022

Am Dienstag (1.3.) besuchte eine Delegation aus dem US-Bundesstaat Wisconsin und der Hessischen Staatskanzlei die TU Darmstadt. Das Land Hessen und den Bundesstaat im Mittleren Westen verbindet eine 45-jährige Partnerschaft. Zu der Delegation zählten unter anderem die Hessische Staatsministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Kristina Sinemus sowie Melissa Hughes, Secretary and CEO of the Wisconsin economic development organization.

Nach einem Besuch bei hessian.AI ging es für die Gruppe weiter zum Labor des Fachgebiets Simulation, Systemoptimierung und Robotik am Fachbereich Informatik. Hier stellten die TU-Forschenden einige Ihrer Projekte vor:

In RoboTrust, einem Pilotprojekt des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI), werden Grundlagen der Psychologie, Robotik, KI und Rechtswissenschaften der verantwortungsbewussten und vertrauenswürdigen Interaktion mit humanoiden Servicerobotern von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU sowie der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Kassel erforscht.

Die Forschung in der Rettungsrobotik zielt auf die Unterstützung der Einsatzkräfte, zum Beispiel in der Erkundung von einsturzgefährdeten Gebäuden sowie der Erhöhung der Einsatz- und Wiederherstellungsfähigkeiten bei Katastrophen. Komplementäre Aspekte werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Verbundvorhaben zum Aufbau des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums sowie vom Land Hessen im LOEWE-Zentrum emergenCITY gefördert.

Diese Forschung bildete die Grundlage für das 2018 ausgegründete Spin-off Energy Robotics, welches erfolgreich Ferninspektionen industrieller Anlagen der Energie- und Chemie-Industrie mit autonomen mobilen Robotern anbietet.

Zu Aspekten des Transfers von Grundlagenforschung zu erfolgreichen Firmengründungen mit innovativen Produkten und Geschäftsmodellen entspannte sich eine rege Diskussion. Nach dem Besuch an der TU Darmstadtstanden weitere Punkte in Darmstadt auf dem Programm der Delegation. von Stryk/pg

Medienschau: Prof. Reuter über Cyber-Attacken im Ukraine-Konflikt

28. Februar 2022

Welche Rollen spielen Cyber-Attacken im derzeitigen Krieg Russlands gegen die Ukraine? Wie groß ist das Risiko für einen Cyber-Angriff auf Deutschland und Europa, und wie könnte dieser aussehen? Zu diesen Fragen äußert sich Professor Christian Reuter, der Leiter des Fachgebiets Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit an der TU Darmstadt, im Interview mit der Frankfurter Rundschau. Solche Attacken dienten derzeit zur Vorbereitung physischer Angriffe und zur hybriden Kriegsführung, so Reuter. Er hält einen offenen Cyber-Angriff von offizieller Seite auf Länder außerhalb der Ukraine für eher unwahrscheinlich. Dennoch rät er zur Wachsamkeit. „Es ist nicht so, dass wir uns zurücklehnen können, sondern wir müssen die Lage ganz genau beobachten, um Auffälligkeiten zu identifizieren und auch im Zweifel schnell eingreifen zu können“, so Reuter.

Reuter gehört zu einem Kreis von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen der TU, die den seit Tagen eskalierenden Konflikt intensiv verfolgen und analysieren. sip

Neu an der TU: Professorin Eva Kaßens-Noor

Professorin Eva Kaßens-Noor

28. Februar 2022

Seit Februar ist Eva Kaßens-Noor neue Professorin am Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften und leitet dort das Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik. Wir haben bei Professorin Kaßens-Noor, die zuvor an der Michigan State University als Professorin tätig war, nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Wie wir leben, wo wir leben und wie wir uns fortbewegen, sind grundlegende Elemente unseres Lebens, die den Alltag von weltweit mehr als sieben Milliarden Menschen prägen. Verkehr ist für unser regionales und globales Zusammenleben unerlässlich, hat aber auch negative Auswirkungen. Eine der aktuell größten Herausforderungen ist der Klimawandel, der nachhaltige und emissionsfreie Verkehrssysteme zwingend einfordert. Wir brauchen dringend IngenieurInnen, die die Mobilität von morgen realisieren.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Verkehrswesen ist in sich interdisziplinär. Wir bewegen uns grundsätzlich in einem Spannungsfeld aus Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Wir stehen dazu in einem regen Austausch mit der Stadt- und Raumplanung, mit den Ingenieurwissenschaften aber auch mit Politik und Interessenverbänden. Mit dem steigenden Einsatz der künstlichen Intelligenz und fortschreitender Digitalisierung wird auch die Rolle der Informatik in der Verkehrsplanung immer bedeutender.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… ehrenamtlich mit unserem Therapiehund Ace beim DRK tätig zu sein.

pb

TU-Publikation aus der Chemie als Very Important Paper klassifiziert

24. Februar 2022

Eine aktuelle Publikation aus dem Arbeitskreis von Professorin Christina Thiele, Fachbereich Chemie, ist in der renommierten Fachzeitschrift „European Journal of Organic Chemistry“ als Very Important Paper (VIP) klassifiziert worden. Zudem gestaltete der Arbeitskreis das Cover des Journals. Die Autorinnen und Autoren Kevin Knoll, Tobias Kostner, Christian Lorenz und Christina Thiele untersuchten im Rahmen der Publikation genauer, wie unterschiedliche Substituenten das Selbstorganisationsverhalten von 1,3,5-Benzentricarboxamiden (BTAs) beeinflussen und möglicherweise destabilisierende Einflüsse anderer Phasenbestandteile zurückdrängen können. BTAs stellen eine Gruppe einfacher, supramolekularer Bausteine dar. Die gewonnenen Erkenntnisse sind sowohl von großem Interesse für den Einsatz von BTA-basierten Flüssigkristallen in der NMR-Spektroskopie, als auch für das generelle Verständnis supramolekularer Selbstorganisationsprozesse im Allgemeinen.

Die Publikation ist Teil einer Special-Collection des „European Journal of Organic Chemistry“, die dem im vergangenen Jahr verstorbenen Professor Klaus Hafner gewidmet ist. Hafner war Professor am Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie der TU Darmstadt und stand den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dort auch noch lange nach seiner Emeritierung mit Rat und Tat zur Seite. sip

„BAMP!“ im Papiermuseum Düren

23. Februar 2022

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe „BAMP! Bauen mit Papier“ stellt ihre Modelle zur Nutzung von Papier in der Baubranche im Papiermuseum Düren aus. Die zukunftsweisenden Forschungsergebnisse werden vom 6. März bis 9. Oktober 2022 anhand zahlreicher Objekte präsentiert. Die Ausstellung wurde vom Fachgebiet Plastisches Gestalten (Fachbereich Architektur) kuratiert und entwickelt.

Das Forschungsprojekt „BAMP! Bauen mit Papier“ an der TU Darmstadt beschäftigt sich mit der Frage, wie Papier und Karton als Baumaterial verwendet werden kann. Das Projekt wurde von 2017 bis Ende 2020 vom LOEWE-Programm des Landes Hessen gefördert. In der Gruppe entwickeln Forschende aus den Fachdisziplinen Architektur, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Maschinenbau und Chemie Ansätze, wie Papier als nachhaltiges Baumaterial etabliert werden könnte und untersuchen, welche Chancen und Herausforderungen damit einhergehen. Die Ausstellung wird von verschiedenen Veranstaltungen der Projektbeteiligten begleitet. lh

Quellen zur Geschichte der Darmstädter Infanterie-Regimenter und ihres Denkmals gesucht

22. Februar 2022

Das Leibgardistendenkmal am Schlossgraben mit seinem charakteristischen Löwen ist den Gefallenen gewidmet, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg in Darmstädter Infanterie-Regimentern kämpften. Die Errichtung des Kriegerdenkmals in den 1920er Jahren war für die Stadt ein bedeutendes Ereignis. Bis in die jüngste Zeit fanden hier regelmäßig militärische Ehrungen – und Gegenproteste – statt.

Ein Forschungsprojekt der TU Darmstadt, initiiert von der Stadt Darmstadt und unterstützt vom Polen-Institut, widmet sich seit mehr als einem Jahr der Geschichte der Darmstädter „Leibgardisten“ und ihres Denkmals.

Im Forschungsprojekt sollen jetzt neue Quellen zur Geschichte der „Leibgardisten“ erschlossen werden. Im Fokus stehen so genannte Ego-Dokumente, in denen die historischen Akteure selbst zur Worten kommen, also Feldpostbriefe von Soldaten, Briefe von Angehörigen, Tagebücher, Erinnerungen, aber auch Fotografien und andere Erinnerungsstücke, die ehemalige Soldaten und ihre Angehörigen gesammelt haben.

Die Forschenden bitten die Bürgerinnen und Bürger Darmstadts sowie der angrenzenden Regionen, entsprechende Schrift- und Erinnerungsstücke, die sich womöglich noch in Privatbesitz befinden, dem Forschungsprojekt zur Verfügung zu stellen. Sie hoffen, dass auf Dachböden, in Schubladen oder vergilbten Fotoalben noch so manches schlummert, was für die Geschichte der Darmstädter Infanterieregimenter und ihres Denkmals aufschlussreich ist.

Auf Wunsch werden alle Materialien und Informationen vertraulich behandelt. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten sind auf der Projektwebseite unter www.geschichte.tu-darmstadt.de/leibgardisten aufgeführt.

DPI / pg

Kreative Innovation: etit-Studierende optimieren Kühltechnik

22. Februar 2022

Eine Thermobox zu entwickeln, die schnell wärmt oder kühlt, energieeffizient ist und ein strenges Budget einhält: Dieser Aufgabe stellten sich Studierende des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik im Rahmen der Veranstaltung „Praktische Entwicklungsmethodik“ (PEM). Die Präsentation der PEM-Ergebnisse im Rahmen eines Wettbewerbs findet jedes Jahr am Fachbereich und außerhalb große Beachtung. In diesem Jahr überzeugte ein sechsköpfiges Gewinnerteam mit seinem Entwurf bei einer Online-Abschlussveranstaltung. Gesponsert wurde der Wettbewerb mit Preisen des Fördervereins Freunde der Praktischen Entwicklungsmethodik (EMKlub).

PEM hat eine lange Tradition: Die Veranstaltung wurde 1965 am damaligen Institut für Elektromechanische Konstruktionen (EMK) auf Initiative von Professor Heinrich Buschmann, damals noch als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, ins Leben gerufen. Seit der ersten Veranstaltung wurden rund 4.000 Studierende auf diese Weise ausgebildet. 2013 wurde die Lehrveranstaltung mit dem ersten Projektpreis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet. Anhand einer ergebnisoffenen Aufgabe – in der Vergangenheit entstanden unter anderem Zahnpasta-Dosierer, Doppelkeks-Trenner, Klötzchen-Stapler oder Vorläufer des heutigen Tempomaten – lernen die Studierenden das systematische und methodische Vorgehen zum eigenständigen Lösen einer technischen Aufgabe. Der Schwerpunkt liegt auf der Kombination von Sensorik, Aktorik und Elektronik, um alle drei Gebiete optimal miteinander zu verknüpfen. sip

Medienschau: Kulturgeschichte der Haare

18. Februar 2022

Um kahle Köpfe, wilde Mähnen und die Kulturgeschichte der Haare geht es in einem Beitrag von Deutschlandfunk Kultur. Als Expertin kommt TU-Professorin Alexandra Karentzos, Leiterin des Arbeitsbereichs Mode und Ästhetik am Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik, zu Wort und widmet sich ausführlich der vielschichtigen und ambivalenten Rolle der menschlichen Körperbehaarung: „Haare sind ein ganz wichtiges Mittel der Selbstgestaltung. Man kann mit ihnen Gruppenzugehörigkeiten oder auch Protest signalisieren. Sie gehören zum Körper, aber unterliegen zugleich sozialen Zuschreibungen und Abgrenzungen, und durch Haarfarbe etwa, Textur oder Styling werden gesellschaftliche Unterscheidungen auch von Geschlecht, Alter, Schicht, Ethnizität markiert.“

Bereits in der Bibel und seit der Antike hatten Haare große Symbol- und Aussagekraft. Damals wie heute werden sie erotisch aufgeladen, andererseits kulturell aber auch oft mit ungezügelter Sexualität gleichgesetzt und deshalb streng geflochten, hochgesteckt oder den Blicken mit Kopfbedeckungen wieder entzogen. Und immer wieder wurden Haare auch zum Politikum – ob als Symbol staatlicher Macht in kunstvollen Perücken am französischen Königshof, als Afro-Frisur in der amerikanischen Bürgerrechts- und Black-Power-Bewegung oder sogar als Kommunikationsmittel gegen die Sklaverei in Amerika: „Da gab es aufwendige Flechtfrisuren, die auch so Fluchtwege in die Haare geflochten haben“, sagt Alexandra Karentzos: „Dass man quasi eine Landkarte auf dem Kopf hatte, was für die einen sehr deutlich, für die anderen ein verstecktes Zeichen des Widerstandes war.“ sip

Rotary-Förderpreise für zwei TU-Studentinnen

14. Februar 2022

Der diesjährige Rotary-Förderpreis für ein Auslandsstipendium ist in diesem Jahr zwei Studentinnen der TU zu gleichen Teilen zuerkannt worden: Milena Runge und Nicola Gutmann werden jeweils mit 5000 Euro gefördert.

Nicola Gutmann (li.) und Milena Runge (re.)

Nicola Gutmann studiert Materialwissenschaften an der TU Darmstadt und absolviert derzeit einen Auslandsaufenthalt in Montreal (Kanada). Sie hat dort ihren Schwerpunkt auf Biomaterialien gelegt – ein für sie neuer Bereich und eine wichtige Erweiterung ihres Studiums, so Gutmann. In Darmstadt engagierte sie sich als Trainerin im Unisport und als Tutorin am Fachbereich; in Montreal berät sie nun einheimische Studierenden, die einen Aufenthalt in Deutschland planen.

Milena Runge plant einen Studienaufenthalt an der Universität Mailand (Italien). Die Biologie-Studentin mit dem Schwerpunkt Molekularbiologie wird sich dort unter anderem mit Biomedizin und Pflanzenwissenschaften beschäftigen und im Rahmen eines Pflanzenwissenschaft-Praktikums unter anderem daran forschen, wie Photosynthese effizienter gemacht werden kann. Runge arbeitet in Deutschland ehrenamtlich als Rettungssanitäterin, spielt Fußball in der Universitätsmannschaft und ist im Erasmus Students Network aktiv, das auch in Mailand eine große, aktive Gruppe hat. Hier möchte Runge auch während ihres Auslandsaufenthalts mitarbeiten.

Die drei Rotary-Clubs von Darmstadt fördern in Kooperation mit dem Freundeskreis der TU Darmstadt seit 1987 alle zwei Jahre einen hervorragenden Studenten oder eine hervorragende Studentin im Masterstudium der TU Darmstadt mit einem Preis von 10.000 Euro zur Erweiterung des Studiums im Ausland. Es handelt sich um einen Preis, der zur freien Verfügung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin steht und zur Verbesserung der Auslands- und Studienerfahrung dienen soll. Ziel ist, dass die Geförderten im Ausland Kontakte knüpfen und Freundschaften aufbauen können, um damit einen Beitrag zur internationalen Verständigung und Freundschaft zu leisten. sip

Hessischer Kultusminister besucht Workshop Chemie-Olympiade im Merck-TU Darmstadt-Juniorlabor

Kultusminister Lorz spricht zu den Schülerinnen und Schülern.

11. Februar 2022

Für einige Tage konnten sich die zehn besten hessischen und thüringischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Internationalen Chemie-Olympiade 2022 an der TU Darmstadt auf das Auswahlseminar zur nächsten Runde vorbereiten.

Im Rahmen des diesjährigen Workshops „Organische Synthesechemie“ am Fachbereich Chemie führen sie im Juniorlabor Versuche durch, die ihnen einen Eindruck der modernen Laborpraxis und Analysemethoden vermitteln.

Ein besonderer Programmpunkt in diesem Jahr war der Besuch des hessischen Kultusministers Prof. Dr. Alexander Lorz. Der Minister verlieh dabei Urkunden an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bei dem Besuch ist ein Beitrag von rheinmaintv entstanden.

Die Internationale Chemie-Olympiade (IChO) ist ein Wettbewerb, in dem Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen ihre Leistungen im Bereich Chemie miteinander messen. Die Siegerinnen und Sieger des Bundesentscheids stellen die deutsche Mannschaft, die an der 54. Internationalen Chemie-Olympiade im Juli 2022 in Tianjin (China) teilnimmt.

sip / pg

Neu an der TU: Professorin Danièle Waldmann-Diederich

Professorin Dr.-Ing. Danièle Waldmann-Diederich

11. Februar 2022

Danièle Waldmann-Diederich ist neue Professorin am Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Ihr Forschungsgebiet ist der Massivbau. Die 51-jährige Wissenschaftlerin war zuvor an der Universität Luxemburg beschäftigt. Wir haben bei Professorin Waldmann-Diederich nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Die Bauindustrie verbraucht mehr als 50 Prozent der natürlichen Ressourcen, erzeugt jährlich mehr als 50 Prozent der weltweiten Abfälle und ist für die Entstehung von mehr als 35 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg verantwortlich. Der Ressourcen- und Energieverbrauch muss reduziert werden, um die natürliche Umwelt für künftige Generationen nicht zu gefährden. Künftige Forschungsaktivitäten im Massivbau müssen einen Beitrag zum Schutz der bebauten Umwelt liefern.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Ich sehe Schnittstellen zu vielen anderen Teilgebieten, etwa zum Fachgebiet Werkstoffe im Bauwesen, wenn es um nachhaltigen Beton geht oder die Nutzung von Sekundärrohstoffen. Oder auch beim Monitoring von Bauwerken, hier gibt Berührungspunkte beispielsweise mit den Fachgebieten Statik und Vermessungskunde und Geodäsie.

Wenn ich heute Studentin wäre, würde ich …

exakt das gleiche Studium wählen. cst

Professur für Georgia Chalvatzaki

Professorin Georgia Chalvatzaki

7. Februar 2022

Seit Februar ist Georgia Chalvatzaki am Fachbereich Informatik Assistenzprofessorin für „Intelligente Robotersysteme zur Assistenz". Chalvatzaki leitet dort seit 2021 die Forschungsgruppe iROSA im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zuvor war die 33-jährige Forscherin als Postdoktorandin im Fachgebiet Intelligente Autonome Systeme des Fachbereichs Informatik tätig. Wir haben bei Professorin Chalvatzaki nachgefragt:

Was ist der größte Meilenstein Ihrer bisherigen Karriere?

Mein wichtigster Erfolg war, als ich in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen wurde. Dieser berufliche Meilenstein ermöglichte es mir, meine Flügel auszubreiten, meine neue Forschungsgruppe hier an der TU Darmstadt zu gründen und meiner Forschungsvision zu folgen.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Die zukünftige Gesellschaft wird durch künstliche Intelligenz bestimmt sein. Dies ist ein Forschungsgebiet, das darauf abzielt, Teile unserer Arbeit zu automatisieren, um das Leben einfacher zu machen und neue Möglichkeiten für die Entwicklung des menschlichen Geistes und der Menschheit zu schaffen. Die Robotik ist ein Forschungsbereich, der eine natürliche Anwendung der künstlichen Intelligenz darstellt. Das Ziel meiner Forschung ist es, intelligente Roboterassistenten zu entwickeln, die älteren Menschen zu Hause und in Pflegeheimen, Krankenschwestern sowie Patienten in Krankenhäusern usw. helfen. Unser Forschungsgebiet zielt darauf ab, Algorithmen zu entwickeln, die es Robotern ermöglichen, aus Erfahrung und durch Beobachtung von Menschen zu lernen, um Roboter zu nützlichen Teilen unserer Gesellschaft zu machen. Das bringt viele Herausforderungen mit sich und ist ein sehr interdisziplinäres Thema, was es noch spannender macht.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Die offensichtliche Interaktion zwischen den Bereichen Technik, Computer Vision und maschinelles Lernen bildet das grundlegende interdisziplinäre Wissen, das ein Forschender in unserem Bereich haben sollte. Allerdings ist unser Forschungsgebiet mit vielen Bereichen verwandt, z. B. mit der Kognitionswissenschaft, um das Verhalten von Menschen zu verstehen und zu versuchen, dieses Verhalten in Robotern zu modellieren, den emotionalen Zustand eines menschlichen Partners zu verstehen und dergleichen. Darüber hinaus sind Schnittstellen zu den Rechtswissenschaften, aber auch zu den Geisteswissenschaften erforderlich, damit wir einen ethischen und transparenten Rahmen definieren können, innerhalb dessen der Roboter arbeiten sollte, um die Sicherheit der Menschen und das Vertrauen in die Roboterassistenten zu gewährleisten.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich würde gerne mehr über den Fachbereich Humanwissenschaften erfahren. Ich denke, dass es in der Erforschung der menschlichen Kognition, des sozialen Verhaltens und sogar der menschlichen Bewegung viel Wissen gibt, von dem wir in der Robotik uns als Forschende inspirieren lassen und neue Paradigmen für das Lernen von Robotern definieren könnten. Außerdem müssen wir bei der Interaktion zwischen Mensch und Roboter in der Lage sein, menschliches Verhalten zu erkennen und zu verstehen, da es in der Regel unvorhersehbar ist. Zu verstehen, wie ein Mensch seine eigenen Entscheidungen begreift und ein mentales Modell des Verhaltens eines anderen Partners erstellt, ist ein offenes Problem für eine reibungslose Mensch-Roboter-Interaktion und Zusammenarbeit.

Wenn ich heute Studentin wäre, würde ich …

mich wahrscheinlich für ein Informatikstudium entscheiden, da die Aussichten in diesem Forschungsbereich sehr gut sind. Allerdings würde ich versuchen, mehr Themen aus den Kognitionswissenschaften in meinen Lehrplan aufzunehmen, da ich während meines Studiums nicht die Möglichkeit dazu hatte. Mathematik ist für unser Forschungsthema von grundlegender Bedeutung, aber es ist auch wichtig, dass du in der Lage bist, Dinge jenseits von Zahlen zu verstehen, wenn du etwas für die Gesellschaft bewirken möchtest, vor allem, wenn du an zukünftigen menschengerechten Roboterassistenten arbeitest.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

ein Spaziergang im Park mit Freunden (als ich in Griechenland war, bin ich am Strand spazieren gegangen) und ein nettes Workout. Wichtig ist, dass man versucht, zu reflektieren und die Quelle des Stresses zu verstehen. Ich selbst habe große Fortschritte bei der Stressbewältigung gemacht, aber ich arbeite immer noch daran, denn die Arbeit an sich selbst ist ein wichtiges tägliches Ziel. pb

etit-Student veröffentlicht in Nature

4. Februar 2022

Schon während des Studiums die Zukunft mitgestalten: Alonso Ingar Romero erforschte im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit sowie der daran anschließenden studentischen Mitarbeit am Fachgebiet THz Bauelemente und THz Systeme neuartige Verfahren von Bildgebungsmethoden für Terahertz-Wellen. Die Ergebnisse wurden in Nature Communications veröffentlicht.

Terahertz-Wellen befinden sich im Wellenlängenbereich zwischen Hochfrequenztechnik und Optik. Früher wurden sie auch als Ferninfrarotstrahlung bezeichnet. Ziel von Alonso Ingar Romero war es, mit Hilfe dieser Wellen ein Höhenprofil möglichst akkurat zu bestimmen. Dazu verwendete er sternförmige Testobjekte, die zuvor aus Silizium geätzt bzw. lithographisch aufgebracht wurden, sogenannte Siemens-Sterne.

Zusammen mit Mitarbeitenden des Fachgebiets konnte er zeigen, dass auch Strukturen, die 10.000 mal kleiner als die Wellenlänge selbst sind, noch nachgewiesen werden können. Die Ergebnisse aus dem Bereich der Bildgebung mit Terahertz-Wellen wurden in dem Beitrag mit dem Titel „Visualizing nanometric structures with sub-millimeter waves“ zusammengefasst. Konstantin Pleil / pg

Berichte der TU-AbsolventInnenbefragung 2020/21

Titelseite des TU-BachelorabsolventInnenberichts 2020/21

02. Februar 2022

Der neue TU-BachelorabsolventInnenbericht sowie der neue TU-MasterabsolventInnenbericht wurden veröffentlicht. Wie bewerten die Alumni rückblickend ihr Studium? Nehmen die BachelorabsolventInnen der TU Darmstadt nach dem Abschluss ein Masterstudium auf? Wenn ja, an welcher Hochschule und wie gut gelingt der Übergang? Wo, wie gut und wie schnell fassen die MasterabsolventInnen nach dem Studium im Berufsleben Fuß? Diese und andere Fragen werden in den neuen Berichten der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle (HDA) beleuchtet.

Die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle der TU Darmstadt führt im Auftrag des Präsidiums seit 2008 jährlich eine AbsolventInnenbefragung durch. Zu dieser Online-Befragung werden alle Alumni eines Jahrgangs eingeladen, um etwa eineinhalb Jahre nach dem Abschluss einen Blick zurück auf ihr Studium zu werfen. Angefragt werden Personen mit den Abschlüssen (Joint) Bachelor, Master, Lehramt und Promotion. Die AbsolventInnenbefragung ist Teil des bundesweiten Kooperationsprojekts Absolventenstudien (KOAB), das vom Institut für angewandte Statistik (ISTAT) koordiniert wird. Barbara Senft/HDA

Medienschau: Wingcopter in der Hessenschau

1. Februar 2022

Wie versorgt man Menschen in abgelegenen Gebieten mit wichtigen Gütern wie zum Beispiel Medikamenten, Blutkonserven oder Impfstoffen? Das Startup Wingcopter aus Weiterstadt hat eine Drohne entwickelt, welche genau dieses Problem löst. Die Drohne ist sowohl mit verstellbaren Rotoren als auch Tragflächen ausgestattet, wodurch es möglich ist, senkrecht zu starten und waagerecht über weite Distanzen energiesparend zu fliegen. Gründer des Unternehmens sind der ehemalige h_da-Student Tom Plümmer und der ehemalige TU Darmstadt Student Jonathan Hesselbarth sowie Mitgründer Ansgar Kadura, welcher ebenfalls an der TU studiert hat. Plümmer berichtet in einem Beitrag der Hessenschau von der Vision von Wingcoper, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ein 14 Millionen-Euro-Auftrag des US-Unternehmens „Spright“, welches die Drohnen für medizinische Lieferungen in abgelegenen Gebieten der USA einsetzen möchte, lässt die Gründer dieser Vision nun ein Stück näherkommen. fmp

Neu an der TU: Professorin Mariami Gachechiladze

Professorin Mariami Gachechiladze

01. Februar 2022

Seit Februar leitet Prof. Dr. Mariami Gachechiladze als Assistenzprofessorin am Fachbereich Informatik das Fachgebiet Quantencomputing. Die 30-jährige Forscherin kommt von der Universität Köln, dort arbeitete sie von 2019 bis 2022 als Postdoc am Institut für Theoretische Physik. Wir haben bei Professorin Gachechiladze nachgefragt:

Was ist der größte Meilenstein Ihrer bisherigen Karriere?

Als ausgebildete Informatikerin einen Doktortitel in theoretischer Physik zu erlangen.

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Unsere Welt ist eine Quantenwelt, und nach etwas mehr als einem Jahrhundert harter Arbeit ist es uns gelungen, einige ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften zu entdecken. Wir wissen, dass wir exponentiell schnellere Berechnungen durchführen können, als wir je für möglich gehalten hätten; wir können Quantenzustände über weite Entfernungen teleportieren; wir können im Geheimen kommunizieren und, was am wichtigsten ist, niemand kann die von uns gesendete Nachricht kennen (nicht einmal das Universum selbst). Wir hören von den raschen Schritten, die in der akademischen Welt und in der Industrie unternommen werden, um leistungsstarke Quantencomputer zu bauen.

Wir hören vom Potenzial der Quanteninformatik für die Chemie, die Biologie, das Finanzwesen und so weiter. Einerseits versprechen die Quantentechnologien eine neue wissenschaftliche Revolution. Wichtiger ist jedoch (für mich), dass all diese Bemühungen darauf abzielen, unsere Natur und die wahren Fähigkeiten unserer Welt besser zu verstehen. Die Quantencomputertheorie, über die wir heute verfügen, ist elegant und für Bachelor- und Masterstudierende mit unterschiedlichem Hintergrund (z. B. Informatik, Mathematik und Physik) zugänglich. Andererseits bietet sie die Möglichkeit, selbst die grundlegendsten Aspekte unserer physikalischen Welt sowie das Rechnen und seine Komplexität für immer zu verändern. Es ist eine fantastische Reise, auf die ich mich gerne mit allen, die sich mir anschließen möchten, begeben will.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich würde gerne einen Tag im Fachbereich Biologie verbringen und mich über aktuelle Forschungsfragen und Herausforderungen in den Biowissenschaften informieren. Das Gebiet scheint sich von außen betrachtet enorm und schnell zu entwickeln, und ich möchte den aktuellen Stand der Technik besser verstehen. Außerdem wird über den möglichen Einsatz von Quantenphysik und Computern in der Biologie diskutiert, was mich natürlich sehr fasziniert.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

… eine Stunde Sport im Freien und einen entspannten Abend mit den Liebsten verbringen.

pb

TU-Professor als Sachverständiger bei Untersuchungsausschuss „Flutkatastrophe“

31. Januar 2022

Professor Boris Lehmann vom Fachgebiet Wasserbau und Hydraulik am TU-Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften kam vergangenen Freitag (28. Januar) als Sachverständiger bei der dritten öffentlichen Sitzung des rheinland-pfälzischen Untersuchungsausschuss „Flutkatastrophe“ im Landtag in Mainz zu Wort. Das berichten die Zeit und andere Medien. Ein im September 2021 eingesetzter parlamentarischer Ausschuss untersucht derzeit die Folgen und die rechtliche und politische Verantwortung der rheinland-pfälzischen Landesregierung sowie ihrer nachgeordneten Behörden.

Zur Unwetterkatastrophe mit insgesamt 135 Toten im nördlichen Rheinland-Pfalz kam es in der Nacht zum 15. Juli; 134 Menschen davon starben im Ahrtal. Hunderte Menschen wurden bei der Sturzflut verletzt und Teile des Tals verwüstet. Im Fokus der dritten Sitzung des Untersuchungsausschusses stand das Thema „Hochwasservorhersagen“ und die Fragen: „Wie entstehen Hochwasserprognosen und welche Verlässlichkeit haben sie? Welche Meldungen sowie welche Warnungen resultieren hieraus?“ Neben Professor Lehmann wurden hierzu ein weiterer Sachverständiger und neun Zeugen angehört. pb

Unite! Teaching and Learning

27. Januar 2022

Die von der Universitätsallianz Unite! organisierte Fortbildungsreihe „Unite! Teaching and Learning“ (TaL) geht in diesem Frühjahr in die dritte Runde. Die Veranstaltungen richtet sich an Lehrkräfte der Unite!-Partner, die am Austausch von Lehr- und Lernpraktiken interessiert sind.

TaL wird von der Unite! Teaching and Learning Academy organisiert, in der hochqualifizierte Expertinnen und Experten der Universitätsallianz vertreten sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden angeleitet und in ihrem Engagement für tiefgreifendes Lernen und innovative Lehrmethoden gefördert. Die einzelnen Veranstaltungen werden von den verschiedenen Partneruniversitäten angeboten und bieten damit ein universitätsübergreifendes Zusammenkommen der Lehrkräfte.

Zu Unite! (University Network for Innovation, Technology and Engineering) gehören die TU Darmstadt als Koordinatorin, die Aalto University (Finnland), das KTH Royal Institute of Technology (Schweden), das Grenoble Institute of Technology (Frankreich), das Politecnico Di Torino (Italien), die Universitat Politècnica de Catalunya (Spanien) und die Universidade de Lisboa (Portugal).
Als Europäische Universität wollen die sieben Partneruniversitäten einen transeuropäischen Campus für Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Einbezug von Regionen und Unternehmen schaffen. Die Partner haben zusammen 167.000 Studierende, arbeiten in mehr als 80 EU-Projekten bereits eng zusammen und haben in den letzten fünf Jahren über 2.000 Studierende ausgetauscht. Die Allianz setzt es sich zum Ziel, die gemeinsamen Studienangebote im Dienste der Studierenden zu bündeln, bisherige technische und administrative Hürden abzubauen und damit die Studierendenmobilität signifikant zu erhöhen. Auch die Forschung soll von den größeren und leichteren Kooperationsbedingungen profitieren, so dass insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit im Europäischen Hochschulraum gestärkt wird.

mho

TU-Historikerin Julia Gül Erdogan im „Science S*heroes“-Podcast

26. Januar 2022

Der Wissenschaftspodcast „Science S*heroes“ sprach für seine aktuelle Episode mit Dr. Julia Gül Erdogan über ihren Weg in die Wissenschaft und ihre Forschung zu Stereotypen und Rollen in der Hackingkultur. Im vergangenen Jahr erschien von Gül die Monografie „Avantgarde der Computernutzung“, eine historische Analyse zur Entstehung der Hackerkulturen in Ost- und Westdeutschland. Gül ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der TU Darmstadt und forscht dort im DFG-Projekt „Die Geschichte der Industrie 4.0. Fabrikkonzepte der Ingenieurwissenschaften in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. pb

Honorarprofessur für Jens Schiefele

Professor Dr. Jens Schiefele

25. Januar 2022

Dr. Jens Schiefele ist zum Honorarprofessor am Fachbereich Maschinenbau ernannt worden. Schiefele studierte an der TU Darmstadt und der University of Colorado in Boulder Informatik und promovierte am Fachbereich Maschinenbau zum Thema Flugführung. Darüber hinaus hält er Executive MBAs der Durham University und der European Business School. Schiefele ist am „Digital Aviation & Analytics Lab Frankfurt“ von Boeing als Director Research & Rapid Development sowie als Geschäftsführer tätig und verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in der Luftfahrt-Forschung und -Industrie. Seit 2015 führt der 53-Jährige am Institut für Flugsysteme und Regelungstechnik (FSR) des Fachbereichs Maschinenbau Lehrveranstaltungen durch.

Wir haben bei Honorarprofessor Schiefele nachgefragt:

Was ist das Spannende an Ihren Themen?

Die Luftfahrtindustrie ist in einem großen Umbruch hin zur Karbonneutralität bis 2050. Gleichzeitig werden alternative Transportmittel wie Drohnen und fliegende Autos den Luftverkehr ergänzen. Dazu müssen die Operationen vereinfacht, neue Antriebe geschaffen und alternative Treibstoffe entwickelt werden. Die Optimierung der Airline durch effiziente Prozesse und reduzierte Crews ist nötig. Drohnenverkehr und fliegende Autos müssen entwickelt, zugelassen und die operiert werden.

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität groß geschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Die Entwicklung zukünftiger Luftverkehrsysteme benötigt eine interdisziplinäre und teamorientierte Arbeitsweise. Teams arbeiten gemeinsam an dedizierten Projekten in den Themenschwerpunkten. Sie haben einen Hintergrund aus dem Maschinenbau, der Informatik, der Physik, der Mathematischen Optimierung, der Softwareergonomie, der Arbeitsplatzauslegung und des integrierten Verkehrswesens.

Wenn ich heute Student wäre, würde ich …

… die Chance nutzen, möglichst interdisziplinär in verschiedene Forschungsbereiche hineinzuschauen. Ich würde interessante Vorlesungen außerhalb meiner Studienordnung besuchen. Ich würde lernen, mich in Teams zu organisieren und als Hilfskraft in verschiedenen Bereichen arbeiten.

pb

Hochrangige Stipendien für TU-Chemiker

24. Januar 2022

Dr. Samet Varol, Postdoc am Fachbereich Chemie, hat sowohl einen Career Bridging Grant der TU Darmstadt als auch ein Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung für einen Auslandsaufenthalt erhalten. Varol forscht in der Arbeitsgruppe von Professorin Annette Andrieu-Brunsen.

Als Career Bridging (CB) Fellow entwickelt Varol neue flexible Membranen, deren Porentransport mechanisch gesteuert wird, zum Beispiel durch Dehnung. Die Ergebnisse des CB-Fellowships werden ab September für die nächsten drei Jahre in die Forschungsaktivitäten von Varol als Feodor Lynen Fellow an der Universität von Bologna einfließen. Seine Forschungsarbeiten werden eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung neuartiger Nanofiltrationsmembranen spielen, die bei niedrigen Drücken arbeiten und gleichzeitig bestimmte Ionen bei der Wasserentsalzung selektiv entfernen oder aufkonzentrieren.

Career Bridging Grants an der TU Darmstadt schließen finanzielle Lücken zwischen zwei Karrierestufen für Bewerberinnen und Bewerber, die derzeit an der TU arbeiten oder künftig arbeiten wollen. Der Grant unterstützt für maximal zwölf Monate hochqualifizierte Postdocs sowie fortgeschrittene Doktorandinnen und Doktoranden. sip

Preis für Open Educational Resources (OER) ausgeschrieben

21. Januar 2022

Das hessenweiten Digitalpakt-Projekt „HessenHub – Netzwerk digitale Hochschullehre Hessen“ hat den ersten hessischen Preis für Open Educational Resources (OER) ausgeschrieben. TU-Mitglieder, die Lehrmaterial erstellt haben und dieses mit anderen in Form von OER teilen, können sich für den Preis bewerben. Er wird in zwei Kategorien vergeben: Einmal werden OER gewürdigt, die von Lehrenden hessischer Hochschulen erstellt wurden. Zum anderen werden Arbeiten von Studierenden hessischer Hochschulen ausgezeichnet. Diese können auch in Teamprojekten erstellt worden sein.

Einreichungen können bis 15.3.2022 gemacht werden. Im Anschluss erfolgt die Auswahl durch eine Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller am HessenHub beteiligten Hochschulen zusammensetzt. Der Preis wird im Mai 2022 verliehen. Zu gewinnen gibt es bis zu fünf Hauptpreise in jeder Kategorie, sowie weitere Sachpreise. pg

Medienschau: Professor Sadeghi zur Luca-App

20. Januar 2022

In mehreren Bundesländern steht die Luca-App zur digitalen COVID-19-Kontaktnachverfolgung scheinbar vor dem Aus. Auch die hessische Landesregierung überlegt, ob sie den Vertrag verlängern oder auslaufen lassen soll. Die Opposition im Landtag spricht sich unter anderem aufgrund von Datenschutzrisiken gegen eine Verlängerung aus. Die hessenschau berichtet über diese Debatte und hat hierzu auch Professor Ahmad-Reza Sadeghi, Professor für Systemsicherheit an der TU Darmstadt, befragt. Sadeghi sieht die hohen Kosten für die Luca-App kritisch und hält eine Vertragsverlängerung nur für empfehlenswert, wenn die Anwendung hinsichtlich der Sicherheit überarbeitet werde, beispielsweise in Zusammenarbeit mit Forscherteams. pb

Neu an der TU: Professorin Julianne Nyhan

Professorin Julianne Nyhan

18. Januar 2022

Seit Januar ist Prof. Dr. Julianne Nyhan Professorin für Humanities Data Science and Methodology am Institut für Geschichte des Fachbereichs Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften. Die 42-jährige Forscherin kommt vom University College London, wo sie Professorin für Digital Humanities und Direktorin des UCL Centre for Digital Humanities war. Wir haben bei Professorin Nyhan nachgefragt:

Warum sollten Studierende sich für Ihre Themen interessieren? Was ist das Spannende daran?

Die Welt um uns herum ist zunehmend digital. Mein Fach lehrt die Studierenden, sich mit dem Digitalen in größtmöglichem Umfang auseinanderzusetzen: Fragen an digitalisierte und neu entstandene digitale Objekte und Ressourcen zu stellen, die ansonsten nicht oder nur sehr schwer zu erforschen wären. Aber vielleicht noch wichtiger ist, dass mein Fach die Aufmerksamkeit auch auf das lenkt, was das Digitale nicht kann, und auf die sehr menschlichen Prozesse, die das Digitale formen. Diese kritische Orientierung auf das Digitale ist für viele Aspekte des heutigen Lebens unerlässlich, daher ist mein Fach nicht nur äußerst spannend und interessant, sondern auch wichtig für Studierende!

An der TU Darmstadt wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten?

Meine Forschung ist von Natur aus interdisziplinär und international, da sie an der Schnittstelle zwischen Geisteswissenschaften und Informatik angesiedelt ist. Zudem ist meine Forschung außeruniversitär ausgerichtet, so dass ich nicht nur mit Kolleginnen und Kollegen der Universität, sondern auch mit Forschenden in Museen, Bibliotheken, Archiven und manchmal auch in der Industrie zusammenarbeite. Mein jüngstes kollaboratives und interdisziplinäres Projekt, bei dem es um die Nutzung digitaler Technologien zur Erforschung historischer Museumssammlungen geht, ist das Sloane Lab.

In welchen Fachbereich der TU würden Sie gerne mal einen Tag schnuppern? Warum?

Ich würde gerne die Kolleginnen und Kollegen am Fachbereich Physik besuchen, um mehr über Quantencomputer zu erfahren, da ich sehr daran interessiert bin, wie wir Quantencomputer in den Digital Humanities einsetzen können. Da Oral History eines meiner Hauptforschungsinteressen ist, würde ich auch gerne die Kolleginnen und Kollegen besuchen, die im Bereich Maschinenakustik arbeiten.

Wenn ich heute Studentin wäre, würde ich …

Das ist eine schwierige Frage, denn ich sehe mich immer noch als Studentin, im weitesten Sinne des Wortes, da ich jeden Tag weiter lerne und studiere.

Der beste Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag ist …

Wenn Teleportationsmaschinen allgemein verfügbar sind, werde ich für ein paar Stunden nach Irland zurückkehren und mit meinem geliebten Kajak auf den Atlantik hinausfahren!

pb

Medienschau: Professorin Lackner im ARD-Morgenmagazin

18. Januar 2022

Abwasser als Corona-Frühwarnsystem: Professorin Susanne Lackner vom Fachgebiet Wasser und Umweltbiotechnologie der TU Darmstadt gehört zu den wenigen Forschenden in Deutschland, die sich mit dem Nachweis und Monitoring von Coronaviren im Abwasser beschäftigen. Im Beitrag „Corona aktuell: Omikron im Abwasser“, der heute im Morgenmagazin der ARD gezeigt wurde, sagt Lackner, ihr Forschungsprojekt liefere eine zusätzliche Hilfestellung, um die Pandemie zu managen. cst

Rettungshundestaffel trainiert im Wäldchen der TU Darmstadt

In der Rettungshundestaffel des ASB Südhessen sind insgesamt 23 Hunde aktiv.

10. Januar 2022

Ab Mittwoch, 12. Januar, wird die Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) Südhessen mittwochs in der Zeit von 18.30 bis 21.00 Uhr auf dem Gelände rund um den Kletterwald Darmstadt trainieren. Das eingezäunte Waldstück nahe des Campus Lichtwiese bietet dafür ideale Voraussetzungen, ohne im Wald lebendes Wild zu stören.

Rettungshunde kommen in Notfällen zum Einsatz. Sie können vermisste Personen suchen und Menschen aufspüren, die verschüttet sind. Die Rettungshundestaffel des ASB Südhessen hat derzeit 23 Mitglieder mit insgesamt 23 aktiven Hunden. Die Staffelmitglieder sind alle ehrenamtlich für den ASB tätig. Alle Hunde sind Privatbesitz und leben bei ihren Hundeführern zuhause. Für ihre Einsätze trainiert die Staffel Woche für Woche auf wechselnden Suchgebieten, um zu verhindern, dass die Hunde „bekannte“ Verstecke systematisch absuchen. Hund und Hundeführer sind Tag und Nacht einsatzbereit, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Die Einsätze der Rettungshundestaffel sind immer kostenlos. Die Arbeit wird allein aus Spenden und Beiträgen der ASB-Mitglieder finanziert.

Gerne stellt die TU Darmstadt dem ASB Südhessen das Gelände für Übungszwecke zur Verfügung, damit die Rettungsdienste im Ernstfall auf die oft schwierigen Aufgaben vorbereitet sind.

USZ

Ariadne-Analyse zur Energieberatung

04. Januar 2022

Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kopernikus-Projekt Ariadne widmen sich über 100 Forschende aus 25 Institution Themen rund um die Energiewende. In einer nun veröffentlichten Analyse wurde von einem Team, dem auch Professorin Michèle Knodt von der TU Darmstadt angehört, untersucht, wie Energieberatung dazu beitragen kann, die Wärmewende vor Ort voranzutreiben.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045 ist unter anderem eine deutliche Erhöhung der Sanierungsrate bei Bestandsgebäuden notwendig. Dabei wird vor allem der Handwerkermangel als Engpass diskutiert. Aber auch die Energieberatung ist ein wichtiges Nadelöhr: Sie soll Hauseigentümer und -eigentümerinnen nicht nur unabhängig und umfassend über Möglichkeiten der energetischen Gebäudesanierung informieren, sondern ist auch eine Voraussetzung für die Beantragung von Fördergeldern für die oft teuren baulichen Maßnahmen.

Das Ariadne-Forschungsteam untersuchte nun, wie Energieberatende mögliche Marktbarrieren, aktuelle Geschäftsfelder und neue Geschäftsmodelle einschätzen. Die Ergebnisse zeigen: Im europäischen Vergleich ist der Markt für Energieberatung in Deutschland zwar sehr umfassend und stabil ausgebaut. Erkennbar ist jedoch auch eine stagnierende Marktdynamik und damit ein Bedarf an Verjüngung und Verbreiterung des Angebots an Beratung – zum Beispiel durch ein breiteres Beratungsangebot, zielgruppengerechtere Ansprechpartnerinnen und -partner sowie eine zentrale Anlaufstelle für Bau- und Sanierungsinteressierte. cst

Projektwoche emb 2021 zum Thema Brotbacken

21. Dezember 2021

Die alljährliche Projektwoche emb (Einführung in den Maschinenbau) für die Erstsemesterstudierenden fand vom 6. bis 12. Dezember 2021 als digitale Veranstaltung mit fast 250 teilnehmenden Studierenden des Maschinenbaus statt. In der interdisziplinären Projektwoche entwickeln die studentischen Teams ein innovatives Produkt und erfahren, wie das Arbeiten in einem ingenieurstypischen Umfeld aussehen kann. Auf den Seiten des Fachbereichs Maschinenbau ist nun eine ausführliche Zusammenfassung der Projektwoche erschienen.

Ziel der diesjährigen emb war es, einen Backofen zum nachhaltigen Brotbacken in der Haushaltsküche zu entwickeln. Besondere Herausforderung beim Backen sind eine rösche Kruste und ein gutes Volumen des Brotes. Beides kann nur durch Beschwaden des Backraums, das heißt dem Einbringen von heißem Wasserdampf, erreicht werden.

Bei der digitalen Abschlusspräsentation am 16. Dezember konnten die drei Finalteams ihre entwickelten Produkte vor allen Teilnehmenden der Projektwoche vorstellen, die zuvor durch eine Jury aus Professorinnen und Professoren sowie wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Expertinnen und Experten aus dem Bereich des Brotbackens ausgewählt wurden.

Den ersten Platz erreichte die Gruppe 21 mit ihrem Thermoback. Das System besticht mit einem besonders kompaktem, vakuumisoliertem Garraum, durch den es besonders energiesparend backen kann. Mit dem zweiten Platz wurde die Gruppe 7 „Breaking Bread“ ausgezeichnet, deren System mit einem Plattenwärmetauscher ausgestattet ist. Somit kann es besonders flexibel und energiesparend arbeiten. Der dritte Platz wurde an Gruppe 4 bzw. die Freedom Appliances Inc. vergeben, die in ihr System eine aktive, indirekte Kühlung integriert hat.

Organisiert wurde die Projektwoche von Professor Christian Hasse, Leiter des Fachgebiets Simulation reaktiver Thermo Fluid Systeme (STFS) am Fachbereich Maschinenbau und Jannis Reusch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am STFS. Interdisziplinärer Partner war Professor Jan Giesselmann, Arbeitsgruppe Numerik und wissenschaftliches Rechnen.

Jannis Reusch / Meike Neufeld / bjb

ACM: Professor Mühlhäuser zum Distinguished Member ernannt

16. Dezember 2021

Die Association for Computing Machinery (ACM) hat Professor Max Mühlhäuser für seine herausragenden wissenschaftlichen Beiträge in der Informatik zum „Distinguished Member“ ernannt. Mühlhäuser leitet an der TU das Telecooperation Lab am Fachbereich Informatik.

Die Auszeichnung wurde in diesem Jahr an 63 ACM-Mitglieder aus der ganzen Welt verliehen. Voraussetzung für die Nominierung sind unter anderem mindestens 15 Jahre professionelle Erfahrung in der Computerwissenschaft und ein bedeutender Einfluss der jeweiligen Forschungsarbeiten auf dem Feld der Informatik oder Informationstechnologie. Von den Distinguished Members wird erwartet, dass sie als Mentorinnen und Mentoren sowie Vorbilder auftreten und ihre Forschungsfelder überdurchschnittlich voranbringen.

Die ACM ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Fachgesellschaft für Lehre und Forschung in der Informatik und Computerwissenschaft. Sie bringt Lehrende, Forschende und Personen aus der Wirtschaft zusammen mit dem Ziel, den Dialog zu fördern, Wissen und Ressourcen zu teilen und die Herausforderungen des Themenfelds anzugehen. Zudem unterstützt die ACM die Karrierewege ihrer Mitglieder unter anderem durch Gelegenheiten zur Weiterbildung und zum Netzwerken. Das „Distinguished Member“-Programm der ACM wurde 2006 aufgelegt. sip

Online-Ausstellung am MfK mit TU-Beteiligung

Datenlöschgerät „Robby-Bit“, Hersteller: Algamatic Maschinen GmbH, 1986

15. Dezember 2021

Studierende des Instituts für Geschichte der TU Darmstadt haben in Kooperation mit der Museumsstiftung für Post und Telekommunikation Frankfurt die Online-Ausstellung „Von der Lochkarte zur Cloud“ entwickelt. Die im Rahmen eines Seminars am Fachgebiet Technikgeschichte entstandene Ausstellung blickt zurück auf die Geschichte digitaler Speichermedien und ihre Nutzung. Insgesamt 20 Objekte werden ab 15.12.2021 als Google Arts & Culture Ausstellung virtuell präsentiert. lh

Medienschau: Teilzeitstudium an der TU Darmstadt

14. Dezember 2021

Im Beitrag „Auch mit 50 Prozent voll ausgelastet“ beschäftigt sich faz.net mit dem Teilzeitstudium. Mit dem Angebot eines Studiums in Teilzeit soll individuellen Lebensumständen Rechnung getragen werden, die es schwierig machen, in Vollzeit zu studieren. Mit einer Novelle des Hochschulgesetzes möchte die hessische Landesregierung erreichen, dass in Zukunft alle Studiengänge in Hessen auch in Teilzeit belegt werden können. „Die TU Darmstadt ist in dieser Hinsicht vorbildlich: Von 46 Bachelorstudiengängen können 43 in Teilzeit studiert werden“, heißt es im Artikel. Auch, dass es an der TU bereits eine eigene Anlaufstelle für das Teilzeitstudium gibt, wird hervorgehoben. bjb

Professor Andreas Dreizler ist neues acatech-Mitglied

14. Dezember 2021

Die Mitglieder von acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, haben auf ihrer diesjährigen Versammlung im Oktober 22 neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihre Reihen gewählt. Die Wahl ist zugleich eine Auszeichnung ihrer wissenschaftlichen Leistung und ein ehrenamtliches Mandat. Die von Bund und Ländern geförderte Akademie berät Politik und Gesellschaft in technologiebezogenen Fragen.

Unter den neuen Mitgliedern, die aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften kommen, ist Professor Andreas Dreizler von der TU Darmstadt. Dreizler leitet am Fachbereich Maschinenbau das Fachgebiet Reaktive Strömungen und Messtechnik; 2014 wurde er mit dem Gottfried Willhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet. Mit Professor Dreizler sind nunmehr 19 amtierende und emeritierte Professorinnen und Professoren der TU Darmstadt Mitglieder der acatech.

Die Mitglieder von acatech engagieren sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und entwickeln Handlungsoptionen und -empfehlungen für Politik und Gesellschaft. In interdisziplinären Projekten und Plattformen arbeiten sie mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Die Projektthemen reichen dabei von Künstlicher Intelligenz über ressourcenorientierte Energieversorgung bis hin zu Gesundheitstechnologien. acatech/pb

Uni-Bibliothek engagiert sich für frei zugängliches digitales Wissen

14. Dezember 2021

Der weltweit freie und digitale Zugang zu allen Kulturgütern und Forschungsergebnissen (Open Access) ist eine Grundvoraussetzung, um Wissen langfristig und frei von wirtschaftlichen Interessen verfügbar zu machen. Mehr als zehn hessische Kultureinrichtungen, darunter die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB), haben hierfür eine gemeinsame Open Access Policy entwickelt, um der Öffentlichkeit einen umfassenden, unbeschränkten Einblick in das Kulturerbe Hessens zu ermöglichen. Die Initiatoren haben nun auch eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Die Entwicklung der Open Access Policy baut auf Ergebnissen der Arbeitsgruppe Digitalisierung auf, die im Herbst 2018 auf Anregung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) eingerichtet wurde, um über aktuelle Herausforderungen der Digitalisierung im hessischen Kulturbetrieb zu beraten. Aus der Arbeitsgruppe entstand 2020 das vom HMWK geförderte Projekt „Entwicklung einer Open Access Policy zur öffentlichen Zurverfügungstellung von Digitalisaten des kulturellen Erbes für Kulturerbe-Einrichtungen des Landes Hessen“.

Die ULB Darmstadt ist seit langem in den Bereichen Digitalisierung und Open Access sehr aktiv. Sie bringt ihre Expertise und Erfahrungen stetig in die Arbeitsgruppe ein und konnte so die Entwicklung der Open Access Policy bereichern. Um den Open Access-Gedanken weiterhin zu fördern, trat die ULB Darmstadt im Dezember 2021 – zusätzlich zu den vielen bereits bestehenden Fördermitgliedschaften – als förderndes Mitglied den Zusammenschlüssen Open Citations, Open Book Publishers sowie Directory of Open Access Books bei. ULB/feu

Ausschreibung der RMU-Initiativfonds Forschung und Lehre

14. Dezember 2021

Die strategische Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) unterstützt ein weiteres Mal durch die Ausschreibung ihrer Initiativfonds in Forschung und Lehre die Etablierung und Fortentwicklung RMU-übergreifender Kooperationen.

Die erneute Ausschreibung des RMU-Initiativfonds Forschung, Förderlinie 2, stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Rhein-Main-Universitäten TU Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt und Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Bewilligungsfall substantielle Unterstützung für die Etablierung und Fortentwicklung von Kooperationen und Netzwerken an den drei Universitäten in Aussicht. Das Fördervolumen je bewilligtem Kooperationsvorhaben beträgt bis zu 20.000 Euro p.a. für maximal zwei Jahre (Gesamtförderhöhe je Vorhaben: 40.000 Euro über alle drei Standorte hinweg).

Unabhängig von der laufenden Ausschreibung der Förderlinie 2 besteht die ganzjährige, nicht termingebundene Antragsmöglichkeit auf Förderung durch die Förderlinie 1 des RMU-Initiativfonds Forschung. Förderlinie 1 dient der gemeinsamen Anschubfinanzierung von Anträgen für große, strategisch relevante Verbundprojekte, wie u.a. DFG-Sonderforschungsbereiche und DFG-Graduiertenkollegs. Die maximale Förderhöhe beträgt einmalig 50.000 Euro.

Mit dem Initiativfonds Lehre unterstützen die RMU Kooperationen zur Entwicklung neuer, attraktiver Studienangebote, zur kooperativen Weiterentwicklung des bestehenden curricularen Angebots sowie zur gemeinsamen Erprobung innovativer Lehr-/Lernformate innerhalb der RMU. Die aktuelle Ausschreibung setzt dabei Schwerpunkte auf die Entwicklung spezifischer RMU-Studienprogramme (in Modulform), die Konzeption digitaler Module oder Blended Learning-Formate, sowie die Konzeption und Planung gemeinsamer Studiengänge. Beantragt werden kann eine Fördersumme bis zu 40.000 Euro für die Dauer von maximal einem Jahr.

Die Anträge für die Initiativfonds sind bis 15. März 2022 einzureichen. Die Auswahlentscheidungen werden im RMU-Lenkungskreis auf Basis der Empfehlung der für Forschung bzw. Studium und Lehre zuständigen Vizepräsidentinnen und -präsidenten der drei Universitäten getroffen. Mit den Förderentscheidungen beider Initiativfonds ist bis 1. Juni 2022 zu rechnen. Die Ausschreibungen und sonstigen Antragsunterlagen sind auf der RMU-Webseite zu finden. RMU/bjb

Medienschau: Gang in die Geschichte – Öffnung der alten Stadtmauern

9. Dezember 2021

Nach drei Jahren Restaurierung und denkmalgerechter Sanierung hat die TU die Überreste der historischen Stadt- und Gefängnismauern an der Erich-Ollenhauer-Promenade an die Öffentlichkeit übergeben. Tagsüber können nun Bürgerinnen und Bürger durch den Gang zwischen den Mauern, einem höchst geschichtsträchtigen Ort, flanieren und auch ein neues Kunstwerk bewundern. Das sanierte Bauwerk ist ein symbolisches Geschenk der TU zum Weltkulturerbe. Bei der Öffnung der Pforte zum Gang zwischen den Mauern waren unter anderem dabei: der Hessische Rundfunk für die „hessenschau.de“ und Rheinmain TV für die Sendung „Rheinmain im Blick“ (ab 14‘40‘‘). sip

Medienschau: Wie stark wird die neue Opposition?

9. Dezember 2021

TU-Professor Christian Stecker, Institut für Politikwissenschaft, hat für das Nachrichtenportal gmx.net die „Gegenspieler zur Ampel“ unter die Lupe genommen und analysiert die Opposition. Dabei seien einerseits starke Unvereinbarkeiten festzustellen, die ein geschlossenes Auftreten wohl verhinderten; andererseits habe aber insbesondere die CDU durch ihre Stärke im Bundestag und Bundesrat eine ernstzunehmende Machtposition mit echten Veto- und Kontrollmöglichkeiten. Stecker sieht die Christdemokraten als „stiller Regierungsteilhaber“. sip

TU-Ideenwettbewerb „Mach mal Pause“ beendet

3. Dezember 2021

Die Gewinnerinnen und Gewinner des TU-Ideenwettbewerbs, der in diesem Jahr unter dem Motto „Mach mal Pause“ stand, überzeugten mit kreativen Ideen: getTUgether-Bänke gegen Einsamkeit, eine Online-Plattform, auf der TU-Mitglieder das eigene Hobby präsentieren können und ein Pausenwürfel, der Impulse für Gespräche, Themen oder gemeinsame Bewegung gibt, sind nur einige der prämierten Vorschläge.

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage wurde die Prämierung im Rahmen eines Zoom-Meetings von TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger und Annette Kunzendorf, Initiatorin des Projektes „Mach mal Pause“ und Direktorin des Unisport-Zentrums, durchgeführt.

Nun ist das Ziel, die prämierten Ideen kurzfristig umzusetzen, so dass alle TU-Mitglieder von den abwechslungsreichen Vorschlägen profitieren können. Auch wenn der Wettbewerb beendet ist, können weiterhin Ideen beim Projektteam eingereicht werden.

Weitere Informationen zu den prämierten Ideen gibt es auf der Webseite des Ideenwettbewerbs. USZ/bjb

Professor Ferdi Schüth in den Wissenschaftsrat berufen

1. Dezember 2021

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Professor Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und Vorsitzender des Hochschulrats der TU Darmstadt mit Wirkung zum 1. Februar 2022 in das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium Deutschlands, den Wissenschaftsrat, berufen. Gemeinsam mit 23 weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie acht Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wird Schüth in den nächsten drei Jahren Empfehlungen und Positionspapiere für die Bundesregierung erarbeiten.

Die Themenfelder des Rats sind breit gestreut und das Gremium gezielt interdisziplinär zusammengesetzt. Der Rat erarbeitet Empfehlungen für den strukturell erforderlichen Rahmen von Wissenschaft und Forschung und begutachtet Forschungsinfrastrukturen, -strategien und -systeme. Er bringt seine Expertise in Neugründungen ein und berät bei Entscheidungen im Rahmen der Exzellenzinitiative.

Professor Schüth gehört seit September 2017 dem Hochschulrat der TU Darmstadt an und ist seit Januar 2021 Vorsitzender des Gremiums.

MPI für Kohlenforschung/pb